Europa Universalis 4 - PC

Strategie  |  Release: 13. August 2013  |   Publisher: Paradox Interactive
Seite 1 2   Fazit Wertung

Europa Universalis 4 im Test

Vom Kriege

Europa Universalis 4 ist ein toller Sandkasten für Hardcore-Strategen. Bloß die Schaufeln wurden uns im Test ein bisschen zu unfair verteilt.

Von Rüdiger Steidle |

Datum: 13.08.2013


Zum Thema » Europa Universalis 4 Alle Entwickler-Videos » Report: Rundenstrategie Die Rückkehr des Königs? » Paradox Interactive Das Lineup für 2013 Europa Universalis ist für die schwedischen Macher von Paradox eine Herzensangelegenheit. Zum einen, weil ihnen der erste Teil des Strategie-Epos - eigentlich eine Umsetzung des gleichnamigen Brettspiels - vor 13 Jahren als fast völlig Unbekannten den Durchbruch beschert. Zum anderen, weil ihnen die zugrundeliegende Engine als Basis für zahlreiche, mitunter noch erfolgreichere Ableger dient: Crusader Kings , Victoria , Hearts of Iron . Nun kommt abermals das Original zum Zug. Europa Universalis 4 , die jüngste Auflage renoviert die Reihe von Grund auf, angefangen bei der Grafik über die Steuerung bis hin zu Feinheiten wie Handel oder Forschung.

Das Spielprinzip aber ist geblieben: Wir sollen als Herrscher über eines von über 250 historischen Reichen unser Volk durch die komplette Neuzeit zum Ruhm führen und über fast 400 Jahre Geschichte schreiben. Ein echtes Ziel haben wir bis auf eine abstrakte Punkteanzeige nicht vor Augen. Wir müssen uns nur mit den verfügbaren Mitteln so gut schlagen, wie es geht. Als kleine Motivationshilfe gibt es aber automatisch generierte Minimissionen, die uns mit kleinen Belohnungen locken. Etwa unsere Beziehungen mit dem Papst zu vertiefen oder eine abtrünnige Provinz einzunehmen.

Steam-Pflicht
Europa Universalis 4 muss via Steam einmalig online aktiviert werden. Danach lässt sich das Spiel auch offline starten, aber nicht weiterverkaufen.

Europa Universalis 4Terra Incognita: In frühen Spieljahren kennen wir nur die direkte Umgebung unseres Startgebiets. Weiter entfernte Länder entdecken wir entweder selbst oder erfahren von ihnen über andere Nationen.

Anders als der Titel vermuten lässt, steht uns nicht nur Europa offen, sondern auch Arabien und Indien, Teile Asiens und Afrikas sowie der Neuen Welt. Wir dürfen uns zum König von Schottland krönen lassen, als Sultan das Osmanische Reich führen, über die chinesische Ming-Dynastie herrschen oder zum Häuptling der Azteken oder Irokesen aufsteigen. Wir können sogar den Lauf der Geschichte ändern und etwa mit den Swahili Australien besiedeln.

Allerdings erfordert das nicht nur Geschick, sondern auch sehr viel Glück: Die anderen Kulturen hinken den Europäern bei der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung permanent hinterher; auch konzentrieren sich die meisten historischen Ereignisse im Spiel auf das Gebiet zwischen Portugal und Russland. Schade, in diesem Punkt hätten wir uns größere Freiheiten gewünscht.

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Ist das noch Spiel oder schon Arbeit?

Anders als etwa die Civilization -Serie und andere Strategiespiele mit globalem Anspruch läuft Europa Universalis nicht rundenweise, sondern in Echtzeit ab. Je nach Spielgeschwindigkeit vergeht ein Monat in einer Minute oder wenigen Sekunden. Wir dürfen den Zeitfluss aber jederzeit manuell unterbrechen, um Befehle zu erteilen, oder eine Reihe von Ereignissen festlegen, bei denen automatisch pausiert wird. Das ist bitter nötig, weil wir sonst unter Umständen übersehen, dass unsere Flotte gerade irgendwo zu Klump geschossen wird oder uns ein Nachbar mit einem Handelsembargo belegt. Diese Regeln aufzustellen, ist zwar nicht weiter schwierig, aber ziemlich zeitraubend. Die Arbeit hätten uns die Entwickler nun wirklich zumindest teilweise abnehmen können - das nervt schon seit dem ersten Teil.

Europa Universalis 4 : Zahlreiche Kartenmodi erleichtern die Übersicht. Im Bild: Das in Protestanten und Katholiken geteilte Europa, kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg. Zahlreiche Kartenmodi erleichtern die Übersicht. Im Bild: Das in Protestanten und Katholiken geteilte Europa, kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg. Als zweites großes Einstiegshindernis erweist sich einmal mehr die Bedienung, was angesichts des Funktionsumfangs und Anspruchs des Spiels freilich nicht weiter verwundert. Wer die Vorgänger nicht kennt, dürfte gut und gerne zehn Stunden oder mehr benötigen, bis er sich in jedem Menü zurecht findet - noch länger, um die komplexen Zusammenhänge zu durchschauen. Die zehn Tutorials decken zwar die wichtigsten Spielbereiche ab, sind mit ihren vielen Textfenstern allerdings reichlich dröge aufbereitet.

Als hilfreicher erweisen sich die unzähligen Tooltips: Praktisch jede Schaltfläche, jedes Ereignis und jeder Zahlenwert wird ausführlich erklärt, wenn man den Mauszeiger darüber bewegt. Obendrein bietet ein Hilfsfenster auf Wunsch Unterstützung bei Schwierigkeiten. Plagen etwa Aufständische das Land, werden nicht nur gefährdete Regionen hervorgehoben, sondern auch die Ursachen erläutert und Problemlösungen aufgezeigt. Eine sinnvolle Verbesserung! Schließlich stehen noch jede Menge Statistiken und Markierungen zur Verfügung, die etwa besonders produktive Gebiete, die Verteilung der Glaubensrichtungen oder die Handelsrouten auf der Weltkarte anzeigen.

Jedes Rädchen im Getriebe

Rebellen, Religion, Warentausch - der vorangehende Absatz deutet an, wie viele Elemente in Europa Universalis 4 stecken. Zwar liegt das Hauptaugenmerk eindeutig auf Militär und Kriegsführung, aber auch abseits des Schlachtfelds gibt es jede Menge zu tun. Wir müssen uns um die Staatsfinanzen und den Handel kümmern, um Diplomatie und Religion, Forschung, Produktion sowie Missionen. Nicht alle Spielbestandteile sind gleich umfangreich.

Während uns beispielsweise in der Beziehungspflege zu unseren Nachbarn zahlreiche Möglichkeiten offenstehen - angefangen bei Koalitionen und Allianzen über Geschenke oder Kredite bis hin zu Staatsehen und Geheimoperationen - schreitet beispielsweise die Wissenschaft weitgehend von selbst voran. Dort geben wir nur die grobe Richtung vor: Wollen wir lieber die Marine stärken oder die Kirche? Die öffentliche Verwaltung oder die Aristokratie? Die Einflussmöglichkeiten beschränken sich meist auf einen simplen Mausklick. Unser Staatsgebilde wird instabil? Dann drücken wir eben den Button »Stärken«, und weiter geht's.

Ganz so einfach, wie sich das anhört, ist es dann aber doch nicht. Denn wir benötigen für jede Aktion Ressourcen. Neben Geld sind das vor allem Diplomatie-, Verwaltungs- sowie Militärpunkte, die wir vor allem über unser Staatsoberhaupt und seine Berater bekommen (sofern wir uns welche leisten können, die Minister sind ganz schön gierig). Um, wie oben beschrieben, den nationalen Zusammenhalt zu festigen, müssen wir beispielsweise Verwaltungspunkte investieren. Die brauchen wir allerdings auch für die Forschung im Bereich Soziales. Und für Gerichtsgebäude, die die Zufriedenheit unserer Bürger erhöhen. Und um eventuelle Kriegsmüdigkeit zu senken. Das alles auszubalancieren, ist die wahre Herausforderung bei Europa Universalis. Wir haben praktisch immer zu viel vor und zu wenige Mittel zur Verfügung.

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Avatar Joschka
Joschka
#1 | 13. Aug 2013, 14:29
Ich hab war bisher nur die Demo gespielt (die Vollversion wird erst in einer halben Stunde freigeschaltet), aber ich wage trotzdem zu behaupten, dass der Test ein Witz ist. Genauso kurz und inhaltslos werd ich meinen tollen Comment hier jetzt auch lassen.
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Avatar Xenu
Xenu
#2 | 13. Aug 2013, 14:38
Zitat von Joschka:
Ich hab war bisher nur die Demo gespielt (die Vollversion wird erst in einer halben Stunde freigeschaltet), aber ich wage trotzdem zu behaupten, dass der Test ein Witz ist. Genauso kurz und inhaltslos werd ich meinen tollen Comment hier jetzt auch lassen.


Darf man wenigstens mal deine Meinung dazu erfahren, wenn du behauptest, dass der Test nur ein Witz sei?

Zu positiv oder negativ? - Denn das lässt sich leider nicht erkennen an deinem comment.
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Avatar Bodhis
Bodhis
#3 | 13. Aug 2013, 14:43
Ich glaube Ur-Fans (wie ich) werden niemals mit den Gamestar-Tests von Paradox Titeln zufrieden sein ;) Das Liegt aber auch an der Gewichtung. Meine Anforderungen anj Grafik und Sound sind bei diesen Spielen gaaaaanz andere als bei... anderen Spielen. Dafür sollte zB Umfang, Atmosphäre, Widerspielwert, ... eine viel höhere Gewichtung haben.

Ich kann es kaum erwarten meinen Urlaub in ein paar Tagen zu beginnen!!! ;D
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Avatar dayrider
dayrider
#4 | 13. Aug 2013, 14:48
Man kann die Spiele von Paradox auch kaum korrekt bewerten. Auf den ersten Blick sind sie (grafisch) hässliche Monsten, die jeden mit ihrer komplexität und schieren Grösse erschlagen. Wenn man jedoch dahintersitzt, sich in das Spiel einarbeitet, dann erkennt man, was für Perlen sie doch wirklich sind. Das ist kein Call of Duty, das für 5 Stunden Spass macht. Als Neuling beginnen sie überhaupt erst nach 20 Spielstunden Spass zu machen. Aber danach dafür umso länger und umso mehr.
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Avatar unittype
unittype
#5 | 13. Aug 2013, 14:58
Das Problem ist einfach, dass diese Spiele einfach eine andere Motivation voraussetzen. Das klassische Belohnungsprinzip wird hier quasi ausgehebelt, da es kein definiertes Spielziel gibt, an dem man sich messen kann. Spaß an Geschichte, an historischen Daten, an Politik und Wirtschaftszusammenhängen, kurz: am Funktionieren der Welt ist unabdingbare Grundvoraussetzung.

Etwas schade finde ich das Genöle an der Technik. Guckt Euch die Screenshots mal an, ich finde, die Darstellung der Karte ist mittlerweile verdammt hübsch geworden. Die Icons sind größtenteils sinnvoll gestaltet, die Menüs sind gut zu bedienen und bedingen den Spielfluß positiv. Was will man denn in einem solchen Spiel noch? Krachbummbäng?

78% ist für GameStar-Verhältnisse ne ordentliche Wertung. Bloß man sollte mal überlegen, wer denn die klassische PC-Klientel denn noch ist, seit die Konsolen und die Handhelds nach und nach die Anteile der Action- und Casualspiele wegfressen. Mehr PC-Core-Gamer als EU4 geht nicht. Und angesichts der Komplexität und des Handlungsspielraums ist die Länge des Tests jetzt auch nicht überbordend.

Nur mal so als Denkanstoss.

Egal, ich fang jetzt an zu spielen, Test hin oder her. Als Entscheidungskriterium fällt der bei den Fans wahrscheinlich eh hinten runter, für Neueinsteiger ist er inhaltlich wahrscheinlich relativ aussagelos.
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Avatar Njordin
Njordin
#6 | 13. Aug 2013, 14:58
Die Wertungen von Gamestar werden vielen Genres und Sparten nicht gerecht... von Indie bis Paradox.

Dieser Titel macht wesentlich mehr Spass als so mancher 85-90er "Kracher".

Kaufen, einfach Kaufen. Oder die Demo spielen und dann kaufen. ; )
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Avatar Raybeez
Raybeez
#7 | 13. Aug 2013, 15:02
Bei den Grand-Strategie-Spielen von Paradox ist die Wertung doch eher unwichtig. Das sind absolute Nischenspiele und mehr sollen sie auch nicht sein. Der Test dient eigentlich nur dazu, den "Fans" dieser Spiele zu sagen, ob das Spiel noch verbuggt ist (kommt ja schon mal vor) und man noch etwas warten sollte oder ob man direkt loslegen kann.
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Avatar kylroy
kylroy
#8 | 13. Aug 2013, 15:13
"sperrig" ist das neue "komplex", oder? ;)
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Avatar Shaking
Shaking
#9 | 13. Aug 2013, 15:21
Was auch noch mal erwähnt werden muss, ist die Tatsache, dass die Community eine der nettesten und fleißigsten ist, die ich kenne.

Ich erinner mich nur an die ganzen tollen Mods für Europa Universalis 3 (Death and Taxes oder Terra Nova etc.)
Soviel liebe zum Detail.
Macht einfach Spass, sich immer wieder rein zu fuchsen.
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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#10 | 13. Aug 2013, 15:33
Zitat von dayrider:
Man kann die Spiele von Paradox auch kaum korrekt bewerten. Auf den ersten Blick sind sie (grafisch) hässliche Monsten, die jeden mit ihrer komplexität und schieren Grösse erschlagen. Wenn man jedoch dahintersitzt, sich in das Spiel einarbeitet, dann erkennt man, was für Perlen sie doch wirklich sind. Das ist kein Call of Duty, das für 5 Stunden Spass macht. Als Neuling beginnen sie überhaupt erst nach 20 Spielstunden Spass zu machen. Aber danach dafür umso länger und umso mehr.

Ich verstehe gar nicht, weshalb ihr das alle grafisch so schlecht findet:
Ich meine, das ist eine Weltkarte, wie sie in einem Brettspiel verwendet werden würde, nur halt eben zoombar.
Und es sieht (in meinen Augen) auch deutlich besser aus, als die Render-Dinger, die manchmal in Dokus im Fernsehen gebracht werden.
Klar könnten die Miniatur... ähemm... Spielfiguren detailierter sein, aber das Gesamtbild entspricht dem Konzept vollkommen.
Und daher ist die Grafik, in meinen Augen, auch als gut bis sehr gut zu betrachten.

(nur vom Testvideo und den Screenshots her geschlossen, also ist hier keinerlei persönliche Vorliebe für das Spiel eingeflossen)

Und vor allen Dingen, wenn man es mit dem Vorgänger vergleicht, dann sieht man, wie gut das doch eigentlich aussieht.
Auch wenn ein bischen mehr AntiAliasing natürlich, wie in beinahe jedem Spiel, der Flimmerfreiheit nicht geschadet hätte...
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Details zu Europa Universalis 4

Plattform: PC
Genre Strategie
Untergenre: -
Release D: 13. August 2013
Publisher: Paradox Interactive
Entwickler: Paradox Interactive
Webseite: http://www.europauniversalis4....
USK: Freigegeben ab 6 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
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