Zum Thema » A Realm Reborn - Vorschau Wie Phoenix aus der Asche? Final Fantasy Online ab 10,18 € bei Amazon.de FINAL FANTASY XIV: A Realm Reborn für 9,99 € bei GamesPlanet.com Die im September 2010 erschienene Ur-Fassung von Final Fantasy 14 (nur für Windows-PCs) war alles, nur kein fertiges Spiel. Chocobos und Luftschiffe fehlten zunächst vollständig, Quests musste man mit der Lupe suchen und Monster und Landschaften wiederholten sich unendlich oft. Dafür gab es ein ödes Kampfsystem, gegen das eine Partie Hallenhalma wie knallharte Action wirkte, eine Benutzeroberfläche direkt aus der Hölle und Erfahrungssperren für Vielspieler.

Die Kritiken waren entsprechend vernichtend und bald tummelten sich auf den Servern nur noch absolute Fans. Doch statt das Spiel endgültig in die Tonne zu treten oder im Free2Play-Mittelmaß dahinsiechen zu lassen, entschuldigte sich Entwickler Square Enix bei den Fans und setzte alles zurück auf Anfang. Neues Team, neue Engine, neue Server - ein komplett neues Spiel sollte her - Final Fantasy 14: A Realm Reborn, das jetzt auf PC und PS3 läuft.

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Der Release ist für den 27. August geplant, und in der geschlossenen Beta macht das Spiel auf den ersten Blick eine gute Figur. Die neu erschaffene Welt Eorzea bietet atemberaubend schöne und abwechslungsreiche Landschaften, wohin man nur blickt. Und der Soundtrack ist serientypisch absolut fantastisch gelungen. Sehenswert sind auch Eorzeas Bewohner: Spieler und NPCs stellen in Zwischensequenzen und über das Emote-System dermaßen glaubhaft Gefühle wie Freude, Wut oder Panik dar, dass es fast schon ein wenig unheimlich ist.

Entsprechend hoffnungsvoll stürzten wir uns auf die Quests und erlebten einen ersten Dämpfer.

Vom Helden zum Kellner

Wir müssen nicht lange nach Arbeit suchen, stehen doch praktisch an jeder Ecke Auftraggeber mit den obligatorischen Ausrufezeichen über ihren Köpfen. »Liefert Brezeln an patrouillierende Späher aus!« fordert uns ein NPC auf. »Tragt einen Brief aus!« oder »Holt ein paar Ohrringe am anderen Ende der Stadt ab.« Außerdem liefern wir einen Kürbis, pflücken irgendwelches Gemüse für einen NPC, der selbst keine drei Meter von seinem Acker entfernt steht und (Hurra!) töten vier Eichhörnchen. Endlich Action!

Zugegeben: Ohne die obligatorischen Kill-, Latsch- und Laber-Quests kommt kein Onlinerollenspiel aus, mehr Spaß machen die Aufgaben dadurch aber auch nicht.

Final Fantasy 14 Online A Realm Reborn

Auch die Story bietet nur bedingt Abwechslung. Fans der Reihe freuen sich über die coolen Zwischensequenzen, in denen von den Kriegern des Lichts und von Magitek die Rede ist. In den besseren Story-Aufträgen setzen wir uns gegen geflügelte Dämonen oder einen riesigen Golem zur Wehr, was sogar richtig Spaß macht. Umso frustrierender ist es, wenn wir zwischen derlei packenden Abenteuern plötzlich die Essensbestellungen hungriger Gäste in einer Kneipe aufnehmen oder Kekse an irgendwelche Kinder verteilen sollen.

Es ist ja völlig okay, wenn wir das Spiel nicht sofort als absolute Helden anfangen, aber irgendwann ist es dann auch mal genug mit den Botengängen! Zum Glück tauchen alle paar Minuten sogenannte Fate-Events um uns herum auf, in denen teilnehmende Spieler große Monsterhorden vertrimmen und nach Leistung mit Gil (Spielwährung) und Erfahrung belohnt werden. Außerdem dürfen wir Gildenfreibriefe abarbeiten, für die wir innerhalb eines Zeitlimits bestimmte Gegner aufspüren und ausschalten sollen. Für Handwerksfreibriefe und zum Handel stellen wir außerdem Ausrüstung, Tränke und Nahrung über das komplexe und spaßige Crafting-System her und leveln so die fertigenden und sammelnden Klassen.

Dungeons mit Zeitlimit

Final Fantasy 14 Online: A Realm Reborn : Unseren Chocobo können wir nicht nur reiten, sondern ihn auch an unserer Seite kämpfen lassen. Unseren Chocobo können wir nicht nur reiten, sondern ihn auch an unserer Seite kämpfen lassen. Um Level 15 herum führt die Story in den ersten instanzierten Gruppen-Dungeon. Solospieler haben hier Pech, Zutritt gibt es nur für Gruppen von vier Spielern. Auslassen? Unmöglich, denn dann geht die Haupthandlung nicht weiter. Dank praktischem Tool zur Gruppensuche sind aber rasch Mitstreiter gefunden - hervorragend!

Die von uns angespielten Instanzen bieten Genre-Hausmannskost: Schlauchförmige Layouts, in denen man sich kaum verlaufen kann, überwiegend harmlose Trash-Gruppen, eine Handvoll Minibosse und ein knackiger Boss am Ende, der etwas Teamplay und Taktik erfordert. So hetzte uns ein Obermotz regelmäßig seine Untertanen auf den Hals, die mit Vorliebe unserem Heiler nach dem Leben trachteten. Ein anderer Boss ist praktisch unverwundbar und kann nur durch die Flächenattacken seiner Vasallen verletzt werden. Die Instanzen sind zwar keine Offenbarung, machen aber allesamt Spaß. Allein das Zeitlimit von 90 Minuten stört.

Ja, richtig gelesen. Benötigt eine Spielergruppe mehr als 90 Minuten, um zum Endboss zu gelangen und diesen zu besiegen, wird sie ganz einfach aus der Instanz geworfen. Zwar ist diese Vorgabe mehr als großzügig (wir benötigten nie mehr als 30 Minuten), doch es gibt beim besten Willen kein Szenario, in dem derlei Schikanen spaßig oder gar notwendig wären. Vielleicht ist die Gruppe noch unerfahren, stirbt gelegentlich oder möchte jeden Winkel der Instanz erforschen? Vielleicht muss ein Gruppenmitglied für einige Zeit weg vom Rechner? Die Umstände sind völlig egal, so ein Rauswurf ist einfach keine gute Idee und sorgt im schlimmsten Fall für Frust.