Nach zehn Solo-Rollenspielen wagte sich der japanische Entwickler und Publisher Square Enix 2004 mit Final Fantasy 11 in das Reich der MMOs und ließ mit dem Titel Online-Rollenspieler weltweit zusammen gegen allerlei Monster kämpfen. Cool: PlayStation-2- und PC-Besitzer durften auf den gleichen Servern ins Abenteuer starten. Nicht so cool: Das Titel richtete sich eher an Hartgesottene. Das Ableben des virtuellen Helden wurde beispielsweise mit Erfahrungspunktabzug bestraft, und so konnte es schon mal passieren, dass nach dem Wiederauferstehen die Ausrüstungsgegenstände nicht mehr "passten", weil der Held mit weniger Punkten auf dem Konto einen Level nach unten gerutscht war, jenseits der benötigten Levelzahl für eben diese Ausrüstung.

Final Fantasy 14

Auf Final Fantasy 11 folgt sechs Jahre später jetzt Final Fantasy 14, denn der Entwickler Square Enix nummeriert die Solo- und Online-Rollenspiele seiner Erfolgsserie gnadenlos durch, obwohl diese inhaltlich nichts miteinander zu tun haben und jedes Mal eine neue Spielwelt präsentieren. Auch dieses Mal sollen Konsolen- und PC-Eigentümer wieder zusammen das Schwert schwingen und Zauber wirken können. Allerdings startet Ende September zunächst die PC-Fassung, Playstation-3-Fans müssen sich noch ein halbes Jahr länger gedulden.

Wir spielen Mini-Teddybären

In Final Fantasy 14 verkörpern Sie die Bewohner des Planeten Hydaelyn beziehungsweise dessen Kontinents Eorzea. Die spielbaren Völkchen heißen zwar anders, sind aber die gleichen wie im Vorgänger: Hyur (FF11: Hume) sind Menschen, Elezen (FF11: Elvaan) Elfen, Lalafell (FF11: Taru Taru) Mini-Teddybären, Moqo'te (FF11: Mithra) Katzenfrauen und Roegadyn (FF11: Galkame) Zwergriesen.

Final Fantasy 14 : Bei der Erstellung Ihres Charakters dürfen Sie virtuelle Hand an viele Details legen. Bei der Erstellung Ihres Charakters dürfen Sie virtuelle Hand an viele Details legen. Die sehen wie auch ihre Spielwelt allesamt extrem schick aus, was allerdings die Grafikkarte ins Schnaufen bringt: Wir mussten auf einem durchschnittlich schnellen PC Fenstergröße und Details stark zurückschrauben, denn mit vollen Details und einer eher moderaten bildschirmfüllenden Auflösung von 1680 mal 1050 Bildpunkten ging die Bildrate arg in den Keller. Die Charaktererstellung ist deutlich komplexer als etwa in World of Warcraft: Sie dürfen beispielsweise die Größe, die Hautfarbe und die der Haar-Highlights bestimmen und sogar den Schutzgott und den Geburtstag (!) des Helden festlegen. Auch wenn nicht klar ist, ob und wie sich das auf das spätere Spiel auswirken mag. Nach der Eingabe eines Vor- und Nachnamens wählen Sie den Startort Ihres Helden aus. Drei Stadtstaaten stehen bereit: die blauhimmelige Küstenstadt Limsa Lominsa, das wüstenheiße Sultanat Ul'dah oder das grünbewaldete Naturparadies Gridania.

Krieger oder Koch?

Eine Fülle von Charakterklassen wartet auf wackere Abenteurer, in vier Hauptgruppen unterteilt. Die "Disciples of War" versammeln den Gladiator mit Schild und Einhänder (also ein Tank), den axtschwingenden Marauder, den schurkenartiger Pugilisten sowie den Bogenschützen und den Lanzenkämpfer. Die "Disciples of Magic" setzen sich aus zwei Klassen zusammen: dem schadenbringenden Beschwörer und dem Thaumaturgisten, der zwar auch Gegner mit ihm innewohnender Magie ausschaltet, jedoch auch über Heil- und Verstärkungszauber verfügt. Geruhsamer geht es bei den "Disciples of Land" zu: Fischer, Botaniker und Bergmänner sammeln ein, was die Spielwelt hergibt. Die "Disciples of Hand" schließlich sind alle Handwerker. Wer als Zimmermann, Schmied, Rüstungsmacher, Goldschmied, Lederwerker, Weber, Alchemist oder Koch Karriere machen will, ist hier gut aufgehoben.

Sehr clever: Die anfängliche Klassenwahl ist keine Entscheidung fürs Leben. Denn Sie dürfen während des Spiels mühelos Klassen wechseln, indem Sie die klassentypischen Waffen oder Werkzeuge ergreifen.

Final Fantasy 14 : Sie können mit Ihren Mitspielern zwar Handel treiben, ein Auktionshaus ist jedoch nicht eingeplant. Sie können mit Ihren Mitspielern zwar Handel treiben, ein Auktionshaus ist jedoch nicht eingeplant. So mutiert ein axtschwingender Marauder beispielsweise zum Zimmermann, Fischer oder Beschwörer. Natürlich eignen sich nicht alle Rassen gleich gut für jede Klasse - ein Lalafell reicht einem Roegadyn nun mal gerade bis zum Gürtel. Netterweise sammelt Ihr Held seine Erfahrungspunkte gleich in zwei Bereichen: dem physischen, der für mehr Lebens-, Magie- und Charakterwertpunkte sorgt, und dem klassenspezifischen - der Levelaufstieg belohnt Sie mit mehr beziehungsweise verbesserten Fähigkeiten. Das ermutigt zum Ausprobieren, denn mit ausreichend hohem physischen Level muss etwa ein Nachwuchskoch keine Angst haben, bei der erstbesten Zutatensuche in monstergespickten Gebieten umzukommen. Dazu macht es das Solospielen attraktiv, denn als Schmied können Sie beispielsweise die eigenen Waffen reparieren - etwas, das Schmiede in World of Warcraft selbst nach sechs Jahren noch nicht beherrschen.