Grand Theft Auto 4 - PC

3rd-Person-Shooter  |  Release: 03. Dezember 2008  |   Publisher: Rockstar Games

»Killerspiele«-Verbot - Kulturrat und Union gegen CSU-Forderung

Die durch den bayerischen Innenminister Joachim Hermann (CSU) Anfang der Woche erneut losgetretene Debatte, um ein Verbot von so genannten »Killerspielen«, erfährt vom Deutschen Kulturrat und Politikern der Jungen Union deutlichen Widerspruch.

Von Rene Heuser |

Datum: 04.09.2008; 14:45 Uhr


»Killerspiele«-Verbot : GTA 4: PC GTA 4: PC Die durch den bayerischen Innenminister Joachim Hermann (CSU) Anfang der Woche erneut losgetretene Debatte, um ein Verbot von so genannten »Killerspielen«, erfährt vom Deutschen Kulturrat und jungen Politikern der Union deutlichen Widerspruch. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: »Eigentlich war die Debatte um das Verbot von gewalthaltigen Computerspielen längst beendet. Sowohl in der Politik als auch in den Verbänden bestand Einvernehmen, dass die Kraft besser in die Ausbildung von Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie in die Auszeichnung guter Computerspiele gesteckt werden sollte, statt in einen Verbotsaktionismus zu verfallen, der in Zeiten des Internets ohnehin schwer durchsetzbar ist.« Zimmermann bezeichnet den erneuten CSU-Vorstoß dann auch als »ein schlechter bayerischer Running Gag in Wahlkampfzeiten.«

Diskussion innerhalb der Union

Laut einem Heise.de-Bericht, ist auch innerhalb der Union ein Streit über die erneute Verbotsforderung der CSU entbrannt. Eine Gruppe Politiker der Unions-Bundestagsfraktion hat sich strikt gegen den Vorschlag gestellt. Die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär, der Junge-Union-Vorsitzende Philipp Mißfelder und der Chef der Jungen Gruppe der Union im Bundestag, Marco Wanderwitz (CDU), forderten in Berlin mehr Aufklärung statt eines Pauschalverbots von Gewalt-Computerspielen.

»Der illegalen Nutzung und Verbreitung wird durch ein Verbot Tür und Tor geöffnet«, sagte Bär der dpa. »Mißfelder warnte davor, eine Wachstumsbranche wie die Computerspiel-Industrie«, an den Pranger zu stellen.

GTA 4 sofort auf den Index

Unterdessen ist auch bekannt geworden, welches »Killerspiel« der Unterstützer des CSU-Verbotsantrages und selbsterklärte Computerspiele-Gegner, Christian Pfeiffer, sofort auf dem Index sehen möchte: Grand Theft Auto 4. Pfeiffer ist der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, der in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Talk-Show-Auftritte und in Forscherkreisen umstrittene Untersuchungen einen Namen gemacht hat. Wie Focus Online berichtet, verlangte Pfeiffer bei seinem Treffen mit der CSU eine umfassende Indizierung: Wenn die Spiele nicht mehr frei verkaufbar seien, würden sie nicht bekannt, und der Umsatz breche ein. »Die lustvolle Gewaltanwendung wird zum Selbstzweck des Spiels«, wird Pfeiffer, früher Justizminister von Niedersachen, zitiert.

Wie weltfremd Pfeiffers Forderung gerade bei Grand Theft Auto 4 ist, zeigt nicht nur der weltweite Verkaufserfolg des Spiels, sondern das enorme Medienecho beim Erscheinen des Spiels. Den gerade GTA 4 wurde von den Krikern der New York Times bis zu Der Spiegel als Meilenstein der interaktiven Unterhaltung gelobt. Wäre das Spiel indiziert, dürfte de facto in Deutschland niemand mehr positiv über das Spiel berichten und seine künstlerischen Leistungen loben, da dies als Werbung für das Produkt ausgelegt werden könnte und Werbung für indizierte Medien per Gesetz verboten ist.

Von China »lernen«

Aber offenbar schein solche Bedenken bei Pfeiffer und der CSU wenig zu bedeuten: Der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl schlug laut Focus vor dem Hintergrund kinderpornografischer Angebote im Internet vor, Provider per Gesetz zu zwingen, bestimmte Seiten aus dem Netz zu nehmen. Spätestens seit den Olympischen Spielen in Peking wisse man, was möglich sei: »Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.« Und hier schließt sich der Kreis: Denn schon 2006 forderte der jetzige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein: »Killer-Spiele« sollten »in der Größenordnung von Kinderpornographie eingeordnet werden, damit es spürbare Strafen gibt« und setzte damit Computerspiele auf eine Stufe von Kinderpornografie.

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Avatar DoWaFu
DoWaFu
#1 | 04. Sep 2008, 15:05
puh also mit dem gta4 habt ihr mich aber erstmal ganz schön erschreckt!
Aber ich glaube, dass diese blöde Diskussion solaaangsam zuende geht.
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Avatar t1mme =D
t1mme =D
#2 | 04. Sep 2008, 15:07
wer von eucht nimmt eigentlich solche news noch ernst? für mich ist das nur ein lächeln wert und he es gibt auch ausländische spielenews wo ich mich über aktuelle spiele informieren kann.
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Avatar eRa`
eRa`
#3 | 04. Sep 2008, 15:07
Alles was ich dazu sagen könnte wäre grob unfreundlich.
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Avatar SethSteiner
SethSteiner
#4 | 04. Sep 2008, 15:09
Schön das sogar aus Reihen der Union kritik kommt und auch der Kulturrat sich einmischt. Ich weiss zwar nicht wozu man Aufklärung braucht und wo es jemals ein Problem gab das man überhaupt lösen muss, aber es bedarf wirklich keinerlei Diskussionen mehr zu dem Thema.
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Avatar root2
root2
#5 | 04. Sep 2008, 15:11
endlich bekommt die konservatice kraft mal nen dämpfer verpasst!
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Avatar franzpeter
franzpeter
#6 | 04. Sep 2008, 15:16
Von China »lernen«
Aber offenbar schein solche Bedenken bei Pfeiffer und der CSU wenig zu bedeuten: Der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl schlug laut Focus vor dem Hintergrund kinderpornografischer Angebote im Internet vor, Provider per Gesetz zu zwingen, bestimmte Seiten aus dem Netz zu nehmen. Spätestens seit den Olympischen Spielen in Peking wisse man, was möglich sei: »Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.« Und hier schließt sich der Kreis: Denn schon 2006 forderte der jetzige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein: »Killer-Spiele« sollten »in der Größenordnung von Kinderpornographie eingeordnet werden, damit es spürbare Strafen gibt« und setzte damit Computerspiele auf eine Stufe von Kinderpornografie.

Was? Wo schliest dich da ein Kreis das verstehe ich nciht ganz. Zudem erschließt sich mir nciht ganz was der letzte Absatz überhaupt mit dem Thema zu tun hat. Recht hat er mit der Forderung, solange es bei solchen Seiten bleibt. Aber damit Günther Becksteins Äußerung in direkten zusammenhang zu bringen halte ich für falsch.
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Avatar Glutaeus Maximus
Glutaeus Maximus
#7 | 04. Sep 2008, 15:17
Wieso würden die Spiele nicht bekannt wenn sie hier indiziert sind? Jedes Kind kann kurz bei ign oder gamespot im Netz vorbeischauen und sich dann ein Spiel illegal ziehen. Voll weltfremd, was Pfeiffer da von sich gibt.

Ein einziges Trauerspiel, bis auf die, die es erfasst haben: Medienkompetenz stärken, statt verbieten.
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Avatar Ocki
Ocki
#8 | 04. Sep 2008, 15:17
Vielleicht sollte man einfach alle "Killerspiele" sammeln und öffentlich verbrennen. Das hat anfang des letzten Jahrhunderts ja auch gut mit nem anderem unerwünschten Medium geklappt.
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Avatar squoudane
squoudane
#9 | 04. Sep 2008, 15:20
"...Der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl schlug ... vor, Provider per Gesetz zu zwingen, bestimmte Seiten aus dem Netz zu nehmen. ... »Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.«..."

Niedlich. Hier wird also endlich öffentlich bekannt, was Menschen mit klarem Verstand immer wussten: der bayrische Staat möchte seine Bürger gerne wieder in die Zeiten von Medienzensur und Staatspropaganda zurückgeführt wissen. Sich China ( dieses Exempel für die Einhaltung von solchen Kleinigkeiten wie z. B. den Menschenrechten ) als Beispiel für einen funktionierenden Apparat der Medienzensur zu nehmen, und das selbe Modell für eine Demokratie wie die Bundesrepublik Deutschland zu fordern, zeugt für mich ganz eindeutig vom Bildungsniveau dieses Herren. Und davon, dass in Bayern anscheinend jeder geistig Minderbemittelte Politiker werden und verfassungswidrigen Unsinn in den Medien verbreiten kann. Glückwunsch!
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Avatar Faber
Faber
#10 | 04. Sep 2008, 15:21
Ach ... es gibt halt Menschen die alles böse machen müssen =)
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Details zu Grand Theft Auto 4

Plattform: PC
Genre Action
Untergenre: 3rd-Person-Shooter
Release D: 03. Dezember 2008
Publisher: Rockstar Games
Entwickler: Rockstar North
Webseite: http://www.rockstargames.com/IV/
USK: Keine Jugendfreigabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 87 von 4646 in: PC-Spiele
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