Gray Matter - PC

Point & Click  |  Release: 12. November 2010  |   Publisher: dtp entertainment
Seite 1 2   Fazit Wertung

Gray Matter im Test

Flirtversager mit Gänsehaut-Garantie

Das neue Spiel der Gabriel-Knight-Schöpferin Jane Jensen macht vieles falsch, Gray Matter erweist sich im Test aber dennoch als eines der außergewöhnlichsten Adventures der letzten Jahre.

Von Heiko Klinge |

Datum: 13.11.2010


Zum Thema » Test-Video zu Gray Matter Spielszenen und Kommentar Die ersten Minuten eines Computerspiels sind wie ein Flirt: Es sollte sich von seiner Schokoladenseite zeigen, mir ein paar interessante Geschichten erzählen, seine kleinen Unzulänglichkeiten geschickt kaschieren und mich neugierig machen auf das, was vielleicht noch kommen mag. Wie man im Adventure-Genre richtig flirtet, hat zuletzt Lost Horizon wunderbar gezeigt. Wie man solch einen Flirt komplett in den Sand setzt, demonstriert mir Gray Matter : Es beginnt ebenso unlogisch wie unspektakulär, langweilt mit demotivierendem Rumgelatsche und ausschweifenden Dialogen, verschweigt aber gleichzeitig wichtige Hintergrundinformationen. Am liebsten hätte ich das neue Spiel von Jane Jensen ( Gabriel Knight ) gnadenlos abblitzen lassen. Und ein Glück, dass ich’s nicht getan habe! Denn Gray Matter ist ein typischer Fall von »Liebe auf den zweiten Blick«.

Der Anfang: Keine Puzzles, viel Langeweile

Ich spiele die Straßenzauberin Samantha »Sam« Everett, deren Motorrad nahe der Universitätsstadt Oxford plötzlich den Geist aufgibt. Da es aus allen Kübeln schüttet, ergaunert sie sich einen Unterschlupf in der Villa des (später ebenfalls spielbaren) Neurobiologen Dr. David Styles, indem sie sich als dessen neue studentische Hilfskraft ausgibt. Ihre Motive, ihre Herkunft, sogar ihre Passion für die Zauberei - all das bleibt anfangs vollkommen im Dunkeln.

Gray Matter
PC-Screenshots aus der Test-Version von Gray Matter.

Stattdessen erklärt mir das Tutorial nach der Ankunft im Gästezimmer, dass ich meinen Hasen suchen muss (wo auch immer der plötzlich herkommt) und dazu doch bitteschön alle Objekte im Raum anklicken soll. Was nach einer überflüssigen Schikane klingt - schließlich können wir den »versteckten« Hasen auch per genre-typischer Hotspot-Anzeige sichtbar machen - erweist sich schon kurze Zeit später als wichtigster Tipp im ganzen Spiel.

Das Problem: Hotspots abklappern

Denn Gray Matter kehrt zur längst vergessen geglaubten Adventure-Unsitte zurück, dass ich bestimmte Objekte explizit anschauen muss, damit die Geschichte weitergeführt wird. So erscheint die Haushälterin erst dann auf der Bildfläche, wenn ich diverse Diplome und Patientenfotos von Dr. Styles begutachtet habe, ohne jeglichen logischen Zusammenhang. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Gegenstände erst im späteren Handlungsverlauf einen Sinn bekommen, ich sie also zwangsläufig mehrfach anklicken muss. Immerhin erspart mir die Schnellreisekarte von Oxford nicht nur viele Laufwege, sondern zeigt mir ebenfalls an, wo es noch was zu erledigen oder anzuschauen gibt. Dennoch irre ich auch im späteren Spielverlauf immer wieder ziellos durch die Gegend und klappere stupide sämtliche Hotspots ab - kein Vergleich zum Spiel- und Rätselfluss eines Lost Horizon oder Runaway 3 .

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Avatar Morhaith
Morhaith
#1 | 13. Nov 2010, 11:09
werde dem spiel auf jeden fall eine chance geben...

man wird ja langsam älter, und spielt eher ruhige entspannende adventures statt stressiger ego shooter ;-)
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Avatar schoeksen
schoeksen
#2 | 13. Nov 2010, 11:28
Da mir die Gabriel Knight Serie gut gefallen hat und Jane Jensen eigentlich immer interessante Handlungen in ihre Spiele einbaut, werde ich mir Gray Matter wohl auch zulegen.

Zwar waren die Gabriel Knight Spiele nicht unbedingt unsperrig, aber wenn man sie durch hatte, hatte man doch das Gefühl, eine schöne Story erlebt zu haben. Da sehe zumindest ich gerne über ein paar Macken hinweg. Ich bin schon gespannt.
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Avatar digestif
digestif
#3 | 13. Nov 2010, 15:11
Gray Matter hat sicher seine kleinen Schwächen, insgesamt fand Ich es aber deutlich besser als Lost Horizon, das mir schlicht viel zu einfach war. Bei Lost Horizon gab es meist nur 3 begehbare Areale zu einem Zeitpunkt, Deko gab es so gut wie gar nicht, fast alles, mit dem interagiert werden konnte, hatte einen bestimmten Zweck, das stört mich.
In Gray Matter gibt es viel Zeug, das einfach nur da ist, so wie im echten leben auch, es gibt zu jeder Zeit viele Areale zu erkunden, die Rätsel sind anspruchsvoller als in vielen Adventures der letzten Zeit, insbesondere bei Lost Horizon fand Ich es doch immer recht offensichtlich, was gemacht werden muss. Die Geschichte von Gray Matter wird zudem deutlich besser und spannender erzählt. Ich fand es einfach viel fesselnder und das ist, was bei Adventures zählt.
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Avatar schizzl
schizzl
#4 | 13. Nov 2010, 16:17
Gray Matter ist für mich eines der Besten Adventures dieses Jahres weil besonders durch die Story und durch das klassische Gameplay echtes Adventure-Feeling aufkommt! Ich persönlich findes schon jetz besser als Lost Horizon, das hat mir eine zu uninteressante Story gehabt! Und was ich noch sehr loben muss: Die Deutsche Syncronisation! Die ist sehr gelungen!
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Avatar mh0001
mh0001
#5 | 13. Nov 2010, 16:58
Ein geeigneter Zeitpunkt um zu gucken, ob man im Adventure-Genre eher mit der Gamestar auf einer Wellenlänge steht oder mit den Adventure-Seiten wie adventure-treff.de. Die bewerten Gray Matter nämlich fast so gut wie Lost Horizon, 88 gegen 91. :)
Bin mal gespannt was mich erwartet, offensichtlich verlieren einige der Negativpunkte, die für die allgemeine Spielerschaft, die nicht unbedingt bereits Adventure-Fans sind, relevant sind, für Adventure-Fans stark an Bedeutung.
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Avatar schizzl
schizzl
#6 | 13. Nov 2010, 20:02
Also ich habe mir jetzt das Test Video angeguckt und musste feststellen das der Herr Klinge kein bisschen die Aktionen von Sam nachvollziehen kann, warum weiß ich auch nicht! Wieso soll Sam die Polizei rufen nur weil jemand von Fledermäusen erschreckt wird und abhaut(gleich am Anfang des Videos)? Und auserdem ist Sam blank, hat ein Kaputtes Motorad und es Regnet wie aus Kannen! Soll Sam ihr Motorrad durch den Strömenden Regen nach London schieben? Und dann versteht der Herr Klinge auch nicht warum Sam den Job von Doktor Styles annimmt. SIE IST BLANK! Nur weil man keine Lust auf Adventure-Spiel hat, sollte man sie nicht schlecht bewerten/dokumentieren! Allgemein das Adventure-Genre ist bei der Gamestar nicht sehr beliebt ist mir mal aufgefallen!
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Avatar SethSteiner
SethSteiner
#7 | 14. Nov 2010, 13:17
77? Ist das euer Ernst? Gamestar macht sich immer lächerlicher, Stuß wie Call of Duty Black Ops wird mit 85 ausgezeichnet und gute Randspiele werden abgewatscht. Gray Matter ist jedenfalls gekauft, ganz im Gegensatz zum anspruchslosen Müll der momentan das Action-Genre dominiert.
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Avatar Heiko Klinge
Heiko Klinge
#8 | 15. Nov 2010, 10:05
Zitat von schizzl:
Also ich habe mir jetzt das Test Video angeguckt und musste feststellen das der Herr Klinge kein bisschen die Aktionen von Sam nachvollziehen kann, warum weiß ich auch nicht!

Laut dtp flüchtet die Aushilfe nicht vor Fledermäusen, sondern vor Dr. Styles. Aber genau das ist das Problem: Ich habe das Intro vier unterschiedlichen Leuten gezeigt und vier unterschiedliche Interpretationen bekommen -- von Flucht über Entführung bis zum Mord an der Angestellten. Und selbst wenn Sam keine Kohle hat, Sie hatte offensichtlich ein Ziel; also entweder ein Hotel oder einen Bekannten. Beides hätte sie kontaktieren können, zumal es in der Lobby ein Telefon gibt.
Ihr erster Satz im Spiel ist, dass sie schnellstmöglich flüchten will. Und dann muss ich als erstes ihren Hasen suchen (Wo kommt der auf einmal her?) und danach die komplette Villa abklicken.
Aber wie dem auch sei: Ich kritisiere ja nicht die Handlung! Geschichte, Charaktere und Dialoge bekommen jeweils 9/10, die letzteren beiden bewerten wir zum Beispiel besser als bei Lost Horizon. Ich kritisiere in erster Linie das erzwungene Hotspot-Abklappern und das teils (!) unlogische Rätseldesign. Warum muss ich im Zauberladen das Daedalus-Symbol anklicken, damit der Besitzer erscheint? Warum bekomme ich "Kein Anschluss unter dieser Nummer" obwohl ich die korrekte Nummer ins Handy eintippe? Stattdessen muss ich das Handy erst mit der (klar lesbaren) Telefonliste einer Sekretären kombinieren, um die Nummer ins Handy-Adressbuch aufzunehmen und dann die Kurzwahl über das Adressbuch ausführen, damit der Anruf klappt? Wieso ist das Notizbuch so nutzlos und zeichnet lediglich Gespräche auf? Das Problem sind überhaupt nicht die vielen Gegenstände; das finde ich genau wie ihr sogar ziemlich super.
Und ja, die Story ist mit das Beste, was ich in den letzten Jahren gespielt habe -- und das schreibe ich auch so. Nur kann das Game- und Rätseldesign da leider nicht mithalten, sowohl Lost Horizon, The Whispered World, Runaway 3 oder Black Mirror 2 sind da besser.
Deswegen finde ich es ja auch so schade, das man der nach wie vor grandiosen Jane Jensen mit Wizarbox (Risen 360-Version, So Blonde) nur ein durchschnittlich begabtes Entwicklerteam an die Hand gegeben hat.
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Avatar Christian Schmidt
Christian Schmidt
#9 | 15. Nov 2010, 12:16
Zitat von SethSteiner:
77? Ist das euer Ernst? Gamestar macht sich immer lächerlicher, Stuß wie Call of Duty Black Ops wird mit 85 ausgezeichnet und gute Randspiele werden abgewatscht. Gray Matter ist jedenfalls gekauft, ganz im Gegensatz zum anspruchslosen Müll der momentan das Action-Genre dominiert.


Vielleicht solltest du über das Wort "abgewatscht" im Zusammenhang mit einer guten Wertung von 77 Punkten noch mal nachdenken. Und generell darüber, wie sinnvoll es ist, Menschen zu beschimpfen, die den eigenen Geschmack nicht teilen. Wir machen uns zumindest die Mühe, unsere Meinung zu begründen.
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Avatar schizzl
schizzl
#10 | 15. Nov 2010, 14:14
Zitat von Heiko Klinge:

Laut dtp flüchtet die Aushilfe nicht vor Fledermäusen, sondern vor Dr. Styles. Aber genau das ist das Problem: Ich habe das Intro vier unterschiedlichen Leuten gezeigt und vier unterschiedliche Interpretationen bekommen -- von Flucht über Entführung bis zum Mord an der Angestellten. Und selbst wenn Sam keine Kohle hat, Sie hatte offensichtlich ein Ziel; also entweder ein Hotel oder einen Bekannten. Beides hätte sie kontaktieren können, zumal es in der Lobby ein Telefon gibt.
Ihr erster Satz im Spiel ist, dass sie schnellstmöglich flüchten will. Und dann muss ich als erstes ihren Hasen suchen (Wo kommt der auf einmal her?) und danach die komplette Villa abklicken.
Aber wie dem auch sei: Ich kritisiere ja nicht die Handlung! Geschichte, Charaktere und Dialoge bekommen jeweils 9/10, die letzteren beiden bewerten wir zum Beispiel besser als bei Lost Horizon. Ich kritisiere in erster Linie das erzwungene Hotspot-Abklappern und das teils (!) unlogische Rätseldesign. Warum muss ich im Zauberladen das Daedalus-Symbol anklicken, damit der Besitzer erscheint? Warum bekomme ich "Kein Anschluss unter dieser Nummer" obwohl ich die korrekte Nummer ins Handy eintippe? Stattdessen muss ich das Handy erst mit der (klar lesbaren) Telefonliste einer Sekretären kombinieren, um die Nummer ins Handy-Adressbuch aufzunehmen und dann die Kurzwahl über das Adressbuch ausführen, damit der Anruf klappt? Wieso ist das Notizbuch so nutzlos und zeichnet lediglich Gespräche auf? Das Problem sind überhaupt nicht die vielen Gegenstände; das finde ich genau wie ihr sogar ziemlich super.
Und ja, die Story ist mit das Beste, was ich in den letzten Jahren gespielt habe -- und das schreibe ich auch so. Nur kann das Game- und Rätseldesign da leider nicht mithalten, sowohl Lost Horizon, The Whispered World, Runaway 3 oder Black Mirror 2 sind da besser.
Deswegen finde ich es ja auch so schade, das man der nach wie vor grandiosen Jane Jensen mit Wizarbox (Risen 360-Version, So Blonde) nur ein durchschnittlich begabtes Entwicklerteam an die Hand gegeben hat.
Ok Danke für die Erklärung! Das ich die Umgebung abklicken muss, stimmt schon, ist etwas nervig aber durch die Spielmechanik unabdingbar. Sonst würde man einiges verpassen! Nochmal kurz zum Thema "Sam's Hase": Den hat sie im Rucksack gehabt! Wenn man gleich am Anfang auf ihren Rucksack klickt sag sie das das der Letzte Ort sein würde wo sich Houdini vertecken mag weil er die ganze Reise schon da drinnen war!
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Details zu Gray Matter

Plattform: PC (Xbox 360)
Genre Adventure
Untergenre: Point & Click
Release D: 12. November 2010
Publisher: dtp entertainment
Entwickler: Wizarbox
Webseite: http://www.graymatter-game.com
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 780 von 5644 in: PC-Spiele
Platz 17 von 298 in: PC-Spiele | Adventure | Point & Click
 
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