38 Studios : Kingdoms of Amalur: Project Copernicus sollte ein großer Online-Rollenspiel-Hit werden. Es erschien nie und war ein Finanzgrab für den Staat Rhode Island, der zumindest ein Teil des bewilligten Kredits zurückklagen konnte. Kingdoms of Amalur: Project Copernicus sollte ein großer Online-Rollenspiel-Hit werden. Es erschien nie und war ein Finanzgrab für den Staat Rhode Island, der zumindest ein Teil des bewilligten Kredits zurückklagen konnte.

Der Rechtsstreit um den bankrotten Entwickler 38 Studios endet für das ehemalige Management um Ex-Baseball-Profi Curt Schilling mit einem Vergleich. Die ehemaligen Geschäftsführer und die Rhode Island Commerce Corporation konnten sich auf eine Zahlung von 2,5 Millionen Dollar an den US-Bundesstaat Rhode Island einigen, bezahlen muss der Versicherer von 38 Studios. Das berichtet Associated Press.

Wer war nochmal 38 Studios?

Wir erinnern uns: 38 Studios wurden vom Baseball-Profi Curt Schilling, Fantasy-Autor Rober Anthony Salvatore und Comic-Autor Todd McFarlane in Massachusetts im Jahr 2006 gegründet. Ziel war die Entwicklung eines MMOs unter dem Namen Project Copernicus, das von THQ abgekaufte Team Big Huge Games (Rise of Nations) arbeitete am Einzelspieler-Rollenspiel Kingdoms of Amalur: Reckoning.

2010 passierte das, um was heute vor Gericht gestritten wird: Der Staat Rhode Island versprach 38 Studios ein Darlehen von 75 Millionen Dollar, wenn man bis Ende 2012 450 Arbeitsplätze im kleinen Ostküsten-Bundesstaat schaffen würde. Die Firma zog um, war finanziell aber nicht stabil genug aufgestellt. Im Mai 2012 wurde Insolvenz gemeldet, das zuvor veröffentlichte Kingdoms of Amalur: Reckoning war nicht der erhoffte kommerzielle Erfolg.

Die Geschichte hinter 38 Studios wird auch in einer jüngst veröffentlichten Podcast-Folge bei Auf ein Bier« von den Ex-GameStar-Kollegen Christian Schmidt und Andre Peschke besprochen. Die hörenswerte Episode ist leider nur für Abonnenten zugänglich.

Über 50 Prozent eingeklagt, eine Partei fehlt noch

Rhode Island hat mittlerweile alle im Fall beteiligten Parteien verklagt, um den Kredit in zweistelliger Millionenhöhe zumindest teilweise zurück zu bekommen. Bisher konnten man sich auf Vergleiche einigen: Die Anwaltskanzlei hinter dem Deal muss 4,4 Millionen Dollar zahlen, ein Anwalt, ein Berater und beide Geschäftsführer der Firma für Entwicklung in Rhode Island müssen 12,5 Millionen Dollar abgeben. Rhode Island konnte den Finanzdienstleistern Wells Fargo und Barclays etwa 25,6 Millionen Dollar abnehmen.

Zusammen mit den 2,5 Millionen Dollar aus dem neuesten Vergleich mit der Geschäftsleitung von 38 Studios hat Rhode Island nun etwa 45 Millionen Dollar zurückerhalten, davon müssen aber noch Gerichts- und Anwaltskosten abgeschlagen werden. Das zuständige Gericht muss dem Vergleich noch zustimmen.

Damit ist der Fall zumindest für 38 Studios wohl beendet. Ein letztes Ziel hat Rhode Island noch vor Augen, die Beraterfirma First Southwest. Die stand dem Bundesstaat beim Deal als Finanzberater zur Seite und ist die letzte Partei, mit der noch kein Vergleich ausgehandelt wurde.