No Man's Sky : Die Kontroversen um No Man's Sky nehmen zur Zeit kein Ende. Aktuell wird über die Rückgabemöglichkeiten der digitalen Spielversion debattiert. Die Kontroversen um No Man's Sky nehmen zur Zeit kein Ende. Aktuell wird über die Rückgabemöglichkeiten der digitalen Spielversion debattiert.

Viele Spieler hatten hohe Erwartungen an No Man's Sky. Letztlich enttäuschte das Weltraum-Erkundungsspiel aber insbesondere im Mid- und Endgame durch ein zu repetitives Gameplay und zu wenige Features. Grund genug für einige Kunden, einen nachträglichen Rücktritt vom Kauf in Erwägung zu ziehen.

Und einigen Spielern ist eine Rückgabe der digitalen Spielversion offenbar bereits gelungen - und das, obwohl sie teilweise schon bis zu 50 Spielstunden mit No Man's Sky verbracht haben.

Das berichten jedenfalls diverse Nutzer im Gaming-Szene-Forum NeoGAF und beim Social-News-Aggregator Reddit. Insbesondere Kunden, die technische Probleme als Vorwand für eine Rückgabe angaben, erhielten den Berichten zufolge ihr Geld von Amazon, Steam und sogar Sony zurück.

Auch bei Fehlschlägen solle man sich nicht entmutigen lassen, heißt es von einigen beim Umtausch erfolgreichen Spielern. Manchmal sei der Erfolg abhängig von der Kulanz des jeweiligen Mitarbeiters. Live-Chat-Anfragen scheinen zudem allgemein erfolgreicher zu sein als der Weg per E-Mail.

Mehrmaliges Anfragen bei einer Ablehnung kann sich also lohnen.

Ist die Rückgabe nach langer Spielzeit Diebstahl?

Das Vorgehen der enttäuschten No-Man's-Sky-Spieler stößt allerdings nicht überall auf Gegenliebe: Shahid Kamal Ahmad, früher bei Sony als Strategist Content Director angestellt, geht mit den »Umtauschern« hart ins Gericht und spricht im Bezug auf die Aktion sogar von Diebstahl:

Insbesondere die 50 Stunden Spielzeit stoßen Ahmad wohl sauer auf. In einem weiteren Tweet stellt er die rhetorische Frage, wie lange man denn noch brauchen könne, bis man feststelle, dass ein Spiel nicht wie gewünscht funktioniere - vielleicht ja fünf Milliarden?

Steam dementiert Sonderregelung für No Man's Sky

Zwischenzeitlich scheinen die Erfolgsberichte in den sozialen Medien übrigens eine Anfrageflut für Rückerstattungen im Bezug auf No Man's Sky ausgelöst zu haben. Das impliziert jedenfalls eine neue Info-Box auf der Produktseite zum Spiel bei Steam.

Dort heißt es, dass auch bei No Man's Sky die Standard-Rückgabe-Richtlinien von Steam gelten würden. Spezielle Ausnahmeregelungen seien nicht in Kraft getreten.

Kolumne gegen das Steam-Rückgaberecht: Valve muss etwas ändern

Heißt also: Eine Rückgabe ist eigentlich nur bei unter zwei Stunden Spielzeit und bei einem Besitz von weniger als zwei Wochen möglich. Allerdings weist die digitale Vertriebsplattform in ihren Statuten darauf hin, dass man eine individuelle Anfrage auch dann stellen könne, wenn man diese Voraussetzungen nicht erfülle.

Amazon handhabt die Thematik ähnlich: Der Online-Händler schließt die Rückgabe von digitalen Produkten zwar grundsätzlich aus, spricht aber gleichzeitig ebenfalls von Fall-zu-Fall-Entscheidungen.

Mögliches Ende der Kulanz

Auf Kulanz können oder konnten Käufer also durchaus hoffen. Es ist jedoch anzunehmen, dass die verschiedenen Händler ihre Mitarbeiter aufgrund der Anfrageflut mittlerweile für die Thematik sensibilisiert haben. Gut möglich, dass man insbesondere bei No Man's Sky Rücknahmeanfragen nun grundsätzlich verneint, um die losgetretene Rückgabe-Lawine zu stoppen.

Die schadet nämlich nicht nur der Bilanz des Entwicklers Hello Games, sondern auch den Verkäufern und Händlern.

No Man's Sky ist seit dem 12. August 2016 unter anderem für den PC erhältlich. Nach anfänglichen Steam-Verkaufsrekorden mehren sich mittlerweile jedoch die negativen Stimmen. Zuletzt brachen die Spielerzahlen um 88 Prozent ein - in der Branche ist das allerdings keine Seltenheit.

Mehr zum Thema: Diese fünf Features braucht No Man's Sky zum Überleben

No Man's Sky - Screenshots aus dem Update 1.1 »Foundation«