Papers, Please - PC

Adventure  |  Release: 08. August 2013  |   Publisher: 3909
Seite 1 2   Fazit Wertung

Papers, Please im Test

Hilfe, ich werde unterdrückt!

Papers, Please weckt im Test bizarren Spaß an Bürokratie und stellt die unangenehme Frage, wie tief ein Mensch zum Überleben sinken würde.

Von Maurice Weber |

Datum: 17.09.2013


Zum Thema » Kaiser ist cooler Report: Politik in Spielen Wir folgen nur unseren Befehlen. Und die Regierung des glorreichen Vaterlands Arstotzka hat nun mal angeordnet, die Pässe unserer Landsleute aus dem Altan-Distrikt zu konfiszieren. Warum? Das geht uns nichts an, und die Betroffenen erst recht nicht. Aber der Mann vor uns will das nicht akzeptieren, will unser Büro nicht ohne seine Papiere verlassen.

Uns bleibt nichts anderes übrig als die Wachen zu rufen und zuzusehen, wie sie ihn ohne viel Federlesens mit dem Gewehrkolben niederknüppeln und abführen. Er ist nicht der erste, der in Papers, Please auf unseren Alarm hin im Wachhaus verschwindet. Wir wissen inzwischen, dass dort auch niemand wieder herauskommt. Aber wir machen weiter unseren Job. Wir haben schließlich eine Familie zu ernähren.

Wo kaufen?
Papers, Please ist nur auf Englisch und ausschließlich online erhältlich. Sie können das Spiel wahlweise über Steam (erfordert kostenlosen Account und kann nicht weiterverkauft werden), im Humble Store (ohne Kopierschutz, enthält zudem auch einen Steamschlüssel) oder via GoG (ohne Kopierschutz) kaufen. Achievements und Ranglisten für das Endlosspiel gibt es nur in der Steamversion.

Arbeit für alle

Es ist nicht so, als hätten wir eine Wahl gehabt. Die Stelle als Grenzbeamter in der Kontrollstelle Grestin wurde uns von der Arbeitslotterie zugelost. Und zu Beginn ist sie ziemlich einfach: Gebürtige Arstotzker müssen bei der Einreise einen Pass samt Ausweis vorlegen, Ausländer bleiben kategorisch draußen. Per Maus ziehen wir die Dokumente auf unseren Schreibtisch, danach unter den richtigen Stempel - ein Klick auf den grünen gewährt Einlass, der rote zerschmettert diese Hoffnung. So geht es den ganzen Arbeitstag lang, ungefähr zehn Minuten. Wie viel Gehalt wir dafür am Abend bekommen, hängt davon ab, wie viele Fälle wir in dieser Zeit korrekt abgefertigt haben.

Papers, Please
Dieser Wachmann kriegt einen Bonus für jede Person, die wir wegsperren (egal ob schuldig oder nicht) und teilt ihn nur zu gern mit uns.

Mit jedem neuen Tag erhalten wir vom Einreiseministerium neue Regeln. Arbeitsvisa, Impfbescheinigungen und Diplomatenpässe fluten unseren viel zu kleinen Tisch, wir schieben sie hektisch hin und her, gleichen sie mit dem Regelbuch und untereinander ab, suchen nach dem kleinsten Anzeichen auf eine Fälschung. Stimmen der Name, die Nummern, das Bild, das Geschlecht? Um eine Diskrepanz zweifelsfrei zu beweisen, schalten wir in den Fehlerprüfungsmodus. Darin verbinden wir etwa ein falsches Foto mit dem Gesicht des Passbesitzers und lassen prüfen, ob sie übereinstimmen.

Papers, Please : Da ist das Leben noch einfach: Jeder Bewerber muss einfach nur seinen Pass vorzeigen, nur Arstotzker kriegen den grünen Stempel.

Aus dem Leben eines Bürokraten: Aufwärmübung...
Da ist das Leben noch einfach: Jeder Bewerber muss einfach nur seinen Pass vorzeigen, nur Arstotzker kriegen den grünen Stempel.

Aber das ist nicht immer so logisch - legt uns jemand gar keine Dokumente vor, dürfen wir ihn erst abweisen, wenn wir den leeren Tisch mit dem entsprechenden Eintrag in unserem Regelbuch verbinden. Trotzdem ertappen wir uns dabei, dass uns diese stressige und eintönige Bürokratenarbeit richtig Spaß macht. Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir eine besonders gerissene Fälschung auffliegen lassen.

Lohn und Brot

Aber wieso machen wir das eigentlich? Ganz einfach, wir brauchen das Geld, um Essen, Heizung und Medizin für unsere Familie zu bezahlen. Und die ideelle Belohnung für den Dienst an Volk und Vaterland mag noch so unermesslich sein, mit schnödem Mammon sieht's deutlich dürftiger aus. Während die Überprüfung jeder einzelnen Person immer zeitaufwendiger wird und wir immer weniger schaffen, bleibt das Gehalt pro Person gleich. Einfache Komfortfunktionen, etwa ein Upgrade um den Prüfmodus per Leertaste statt Mausklick aufzurufen, können helfen - aber wir müssen sie aus eigener Tasche bezahlen. So können wir selbst nach einem harten Tag gewissenhafter Arbeit am Abend oft kein Essen auf den Tisch bringen. Zwar wird die Familie nur in einem einfachen Textfenster dargestellt ( »Sohn: Hungrig, krank« ), aber wir fühlen uns trotzdem verantwortlich.

Um mehr zu verdienen, erlauben wir uns ganz unbewusst, immer mehr zur bürokratischen Maschine zu werden: Zu Beginn geben wir Einwanderern mit falschen oder unvollständigen Papieren noch die Chance, sich zu erklären und mit einer glaubhaften Entschuldigung vielleicht doch noch reinzukommen. Aber wir müssen das nicht tun, sofortiges Abweisen spart Zeit und bringt deshalb Geld. Als uns klar wird, was wir da tun, sind wir entsetzt - machen aber trotzdem weiter, schließlich steht unsere Familie vor dem Verhungern (und damit das Spiel vor dem Aus).

Papers, Please : Keine Privatsphäre in Arstotzka: Bei Verdacht auf Bomben oder Schmuggelware ist eine Leibesdurchsuchung angesagt. Keine Privatsphäre in Arstotzka: Bei Verdacht auf Bomben oder Schmuggelware ist eine Leibesdurchsuchung angesagt.

Einfach jeden durchzuwinken wäre zwar schneller und obendrein humaner, aber in Arstotzka bleibt kein Fehler unbemerkt und wird sofort per Telegramm abgemahnt. Zwei Fehltritte pro Tag lässt uns Vater Staat noch durchgehen, danach setzt es Geldstrafen. Schon bald halten wir nach jeder erteilten Genehmigung kurz den Atem an, das Geräusch des Telegraphenapparats lernen wir zu hassen, wie kaum einen anderen Spielesound.

INHALTSVERZEICHNIS

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Avatar Fnord
Fnord
#1 | 17. Sep 2013, 12:36
Glory to Arstotzka!
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Avatar Jabor08
Jabor08
#2 | 17. Sep 2013, 12:45
Gamestar-Wertungskasten...
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Avatar Haeggar
Haeggar
#3 | 17. Sep 2013, 12:56
Das Spiel macht wirklich Laune und für unter 10€ bekommt man einige Stunden gute Unterhaltung.
Dabei ist es auch interessant, neue Wege zu gehen, indem man schlichtweg anders entscheidet, als beim letzten Mal. So nimmt das Spiel neue Wendungen und bleibt interessant. Gleichwohl ist das Prinzip mit dem Datenabgleich stets aufs Neue herausfordernd und wirkt nicht ermüdend.
Witzig ist, wenn man sich größte Mühe beim Datenabgleich gegeben hat, dann aber doch eine Strafe kassiert, weil man auf Banalitäten wie Name oder Geschlecht nicht geachtet hat :D
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Avatar Punknein
Punknein
#4 | 17. Sep 2013, 12:59
[QUOTE=Jabor08]Gamestar-Wertungskasten...[/QUO TE]

this

Sich über Wertungen aufregen war nie wirklich mein Ding aber die zu Papers, Please bringt meine Schläfe gewaltig zum puliseren...
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Avatar Madmedicine
Madmedicine
#5 | 17. Sep 2013, 13:27
Papiere kontrollieren als Freizeitbeschäftigung? Gibts denn noch Leute, die vom Qualitätmanagement und dem dazugehörigen Papierkrieg nicht schon die Nase gestrichen voll haben?
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Avatar Wertungsfanatiker
Wertungsfanatiker
#6 | 17. Sep 2013, 13:28
Allerdings ist die Wertung deutlich zu hoch. Wie ihr bei der ernüchternden Grafik- wie Soundkulisse auf eine 10/10 - Atmosphäre kommen könnt, und das bei der erdrückenden Beamtenatmosphäre, ist einfach nur rätselhaft. Das ist immer noch ein Spiel. Die Grafikwertung ist auch zu hoch. Nach den Screenshots zu urteilen, müssten das max. 2/10 sein. Wenn aber 4/10 richtig wären, gäbe es für die Originalpacmangrafik heute wohl immer noch 3/10 - lächerlich. Eine niedrige 7xer Wertung hätts auch getan.
Aber anscheinend mussten es unbedingt 80 werden, so wird eben mal wieder das Wertungssystem hingebogen.
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Avatar mike81
mike81
#7 | 17. Sep 2013, 13:41
Den Wertungskasten kann man bei solchen Spielen echt knicken. Hallo, das ist ein Ein-Mann-Projekt und gewollt verpixelt. Natürlich kann es nicht mit Crysis 3 auf maximalen Einstellungen konkurrieren, das will es aber auch gar nicht.

Und ja, der Sound ist minimalistisch, das ist aber auch so gewollt. Dafür die Grafk mit 4/10 Punkten und den Sound mit 3/10 Punkten abzustrafen... war mir so klar.

Gamestar, ihr müsst aus dem Grafikhuren- und 5.1 knallbummeffekte-Denken mal rauskommen, der Wertungskasten in der jetzigen Form verhindert das vortrefflich.
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Avatar mike81
mike81
#8 | 17. Sep 2013, 13:45
Zitat von Wertungsfanatiker:
Allerdings ist die Wertung deutlich zu hoch. Wie ihr bei der ernüchternden Grafik- wie Soundkulisse auf eine 10/10 - Atmosphäre kommen könnt, und das bei der erdrückenden Beamtenatmosphäre, ist einfach nur rätselhaft. Das ist immer noch ein Spiel. Die Grafikwertung ist auch zu hoch. Nach den Screenshots zu urteilen, müssten das max. 2/10 sein. Wenn aber 4/10 richtig wären, gäbe es für die Originalpacmangrafik heute wohl immer noch 3/10 - lächerlich. Eine niedrige 7xer Wertung hätts auch getan.
Aber anscheinend mussten es unbedingt 80 werden, so wird eben mal wieder das Wertungssystem hingebogen.


Ein Wort genügt hier: Grafikhure...

Denk mal dran, das hier ist ein Ein-Mann-Projekt und es soll so ausschauen und sich so anhören. Schonmal selbst gespielt? Hauptsache gemeckert...

Ist doch klar, dass ein solches Spiel mit Crysis 3 nicht mithalten kann...
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Avatar Darth Petrius
Darth Petrius
#9 | 17. Sep 2013, 13:58
Das Spiel ist schon geil, aber was wenn man das 8 Stunden lang auf einmal spielt ;-)
Wenn man dann abends ins Bett geht, hat man dann nur noch den Stempel vor Augen.
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Avatar mike81
mike81
#10 | 17. Sep 2013, 14:02
Zitat von Darth Petrius:
Das Spiel ist schon geil, aber was wenn man das 8 Stunden lang auf einmal spielt ;-)
Wenn man dann abends ins Bett geht, hat man dann nur noch den Stempel vor Augen.


Das ist nunmal mehr eine Simulation als ein einfaches Spiel. Es ist genau so geraten, wie es sein soll :D

Frag mal Grenzbeamte, denen wird es nicht anders gehen ;)
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Details zu Papers, Please

Plattform: PC
Genre Adventure
Untergenre: -
Release D: 08. August 2013
Publisher: 3909
Entwickler: 3909
Webseite: http://papersplea.se/
USK: noch nicht geprüft
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 485 von 5500 in: PC-Spiele
Platz 34 von 1408 in: PC-Spiele | Adventure
 
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