Patrizier 4 im Test
Altmodischer Motivator
Die Wirtschaftssimulation Patrizier 4 geizt mit Neuerungen und Grafikpracht, kann dank ihrer ausgefeilten Warenkreisläufe aber monatelang motivieren.
Von
Mick Schnelle
|
Datum:
02.09.2010
Zum Thema
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Patrizier 4 jetzt selbst anspielen
Kaufst du Felle in Nowgorod, laufen die Geschäfte got … äh, gut.« Seit den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts kursiert dieser Spruch unter PC-Händlern. Zumindest, wenn sie die Handelssimulation Patrizier gespielt haben.
Und diese Faustregel gilt auch noch im eigentlich dritten Serienteil
Patrizier 4
, die Zahl »3« im Titel wurde wegen Namensungereimtheiten in Übersee übersprungen. Auch sonst ist vieles beim Alten geblieben, Neuerungen muss man mit der Lupe suchen.
Das Spielziel: handeln und aufsteigen
Eingefleischte Pfeffersäcke, die bereits mit dem Vorgänger
Patrizier 2: Aufschwung der Hanse
virtuelle Millionen gescheffelt haben, finden sich in Patrizier 4 sofort zurecht. Wie gewohnt gilt es, im Verbund der Hansestädte ein Seehandels-Imperium aufzuziehen und letztlich zum Eldermann aufzusteigen, einer Art mittelalterlichem Vorstandsvorsitzenden. Der Weg dahin ist altbekannt: Waren günstig ein- und teuer verkaufen.
Stadtansicht
Stadtansicht in 3D: Die Perspektive lässt sich frei drehen und zoomen, sämtliche Menüs über die Gebäude anwählen. Sonderlich schön sieht das aber nicht aus.
2D-Karte
Hässliche Wolken vor schmucker Karte: Auf der 2D-Karte verbringen Sie viel Zeit, meist mit gedrückter Leertaste für die Zeitbeschleunigung.
Bedienung
Gut gelöst: Per gedrückter Maustaste legt man die Warenmenge fest, beim loslassen wird ge- oder verkauft.
Warenkreislauf
Selbst hergestelltes Getreide lässt sich in eigenen Brauereien zu noch teurerem Bier verarbeiten.
Dabei lohnt sich ein wenig Recherche. Wer etwa weiß, dass Salz in Lübeck produziert wird und dort dementsprechend günstig zu haben ist, kauft gleich säckeweise ein. Denn das nahe Aalborg produziert Fleisch, das im Mittelalter gepökelt wird -- und zwar mit besagtem Salz. Ein paar lohnende Touren später schimmert dann schon so viel Gold in der Kasse, dass man sich ein weiteres Schiffchen kaufen kann, um die Geschäfte zu erweitern.
Der Handel: nun auch automatisch
Wer im Handelsgeflecht von Patrizier 4 den Überblick verliert oder kein glückliches Händchen hat, kann sich auf eine der wenigen Neuerungen im Spiel verlassen, die Automatikfunktion. Binnen weniger Mausklicks haben Sie eine Route aus mehreren Städten gebildet. Fortan fährt der KI-Kapitän die Städte vollautomatisch an, kauft so günstig wie möglich ein und verkauft teuer.
Dieses Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, gewürzt mit der Beliebtheit vor Ort und ein paar Zufallsereignissen wie Hungersnöten oder anderen Warenverknappungen, ist seit eh und je das Salz im Patrizier-Eintopf. Denn alles hängt voneinander ab: Das Verhalten der Konkurrenten, die ebenfalls fleißig die Seekarte unsicher machen, die eigenen Handelsrouten und natürlich auch die eigene Produktion. Denn wer wirklich erfolgreich sein will, transportiert nicht nur, sondern stellt auch selbst her.
Zum Beispiel investieren Sie in die Fleischproduktion, um das Lübecker Salz direkt vor Ort zu nutzen. Zum Beispiel errichten Sie eine Getreidefarm mit angeschlossener Brauerei. Oder Sie investieren in die Fleischproduktion, um das Lübecker Salz direkt vor Ort zu nutzen.