Der kommende Shooter Prey hat eine etwas holprige Entwicklungsgeschichte hinter sich. Seit 2006 hielten sich zunächst hartnäckig Gerüchte um eine Fortsetzung des Originals aus dem Jahr 2006, bevor es dann 2011 zu einer offiziellen Ankündigung von Prey 2 kam.

Anschließend kam es zu diversen Einstellungsgerüchten, bevor auf der E3 2016 schließlich die Ankündigung eines vollwertigen Reboots mit dem simplen Namen Prey erfolgte. Die Pläne dazu hatte Bethesda aber offensichtlich schon länger in der Schublade.

Achtung: Mögliche Spoiler!

Der auf der Videospielmesse gezeigte Trailer hat nämlich einige Gemeinsamkeiten mit einigen Design-Dokumenten, die bereits 2014 ins Netz gestellt wurden:

Darin werden insgesamt vier verschiedene Haupt-Plots für das Spiel beschrieben. Sie alle haben eines gemeinsam: Es geht um Aliens und Technolgien, die einen Amoklauf hinlegen. Und der Spieler befindet sich mittendrin.

  1. Und täglich grüßt das Murmeltier: Der Held erlebt denselben Tag immer und immer wieder von vorne. Außerdem verfolgt er eine Frau namens Danielle durch einen Industriekomplex, der auf einem abgestürzten Alien-Raumschiff errichtet wurde. Versuche, die außerirdischen Technologien nutzbar zu machen, sind schief gelaufen und am Ende muss der Spieler entscheiden, ob er das Alienschiff in Stücke sprengt oder repariert und fliehen lässt. Danielle wird an einem Punkt der Story zudem ein Teil der Schiffs-KI.

  2. Inspiriert von Filmen wie Dark City und Brazil, lebt der Spieler hier zunächst in einer Stadt, die den Anschein erweckt, in den 1950er Jahren festzustecken. Der Held hat jedoch ein High-Tech-Gerät, mit dem er die Umgebung hacken kann - die Stadt wurde nämlich auf vergessener Alien-Technologie erbaut. Als Beispiel wird ein Alien-Roboter genannt, den der Spieler nutzen kann, um seine Verfolger auszuschalten.

  3. Der Spieler steuert einen Mann, der für die Regierung arbeitet und die Existenz von Aliens untersuchen soll. Kleinere visuelle Hinweise - zum Beispiel falsch angebrachte Kühlschranktüren und Bildkompressionsfehler - sowie eine KI mit dem Namen Danielle suggerieren, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Der Spieler entdeckt nach und nach, dass er sich auf einem Raumschiff aufhält, auf dem Menschen Experimente an ihren Artgenossen und Aliens durchführen. Alles, was der Spieler bis dahin getan hat, ist Teil eines Tests.

  4. Das vierte Plot-Konzet entlässt den Spieler auf eine tropische Insel, auf der Menschen versucht haben, eine KI auf Basis von Alien-Technologie zu entwickeln. Weitere Details nennen die Design-Dokumente zu diesem Story-Twist jedoch nicht.

Wie es scheint, haben sich Arkane Studios und Bethesda nun auf eine Mischung des ersten und des dritten Plot-Twists festgelegt. Darauf deuten jedenfalls zahlreiche Hinweise im ersten Trailer hin.

In dem Video kommt es nämlich für den Protagonisten auch immer wieder zu visuellen Unstimmigkeiten. Unter anderem taucht eine Kaffeetasse wie aus dem Nichts auf und es gibt Verzerrungen, wenn Morgan vor dem Spiegel steht.

Außerdem werden die Versuche an Menschen und das Raumschiff, auf dem diese stattfinden, im Trailer angedeutet und thematisiert. Und der Held im Trailer scheint ebenfalls denselben Tag immer und immer wieder zu erleben - ganz so, wie es im Plot-Twist #1 geschrieben steht.

Spiritueller Nachfolger von System Shock 2?

Aus den damals geleakten Design-Dokumenten geht aber noch mehr hervor. So strebt ein gewisser »Raph«, offenbar der Spitzname des Arkane-Studios-CEOs Rahael Colantonio, an, visuelle Klischees zu vermeiden. Als Beispiele werden das neonfarbene Glühen in Blade Runner und die schleimigen metallischen Körper aus den Alien-Filmen genannt.

Außerdem möchte Raph ein M-Rating vermeiden und deshalb weniger Blut im Spiel haben. Und Prey soll sich als spiritueller Nachfolger von System Shock 2 präsentieren. Damit sind wohl die Themen Alien-Technologie und KI gemeint.

Prey erscheint 2017 für den PC, die Xbox One und die PlayStation 4.

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