Scrolls - PC

Strategie  |  Release: 03. Juni 2013  |   Publisher: -
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Scrolls im Test

Heroes of Magic: The Gathering

Erst Minecraft und jetzt … ein Trading Card Game? Die Jungs von Mojang scheren sich nicht um Erwartungen und erschaffen deshalb auch mit ihrem zweiten Spiel Scrolls wieder etwas Besonderes. Wir testen das kämpferische Kartenspiel.

Von Heiko Klinge |

Datum: 03.07.2013


Zum Thema » Minecraft 1.0 Endlich, die (fast) finale Version Was tun, wenn man mit seinem ersten Spiel bereits alles erreicht hat? Kann man einen Erfolg wie Minecraft , das sich plattformübergreifend mehr als 20 Millionen Mal verkauft hat und zum Kulturphänomen wurde, überhaupt wiederholen? Die schwedischen Indie-Enwickler von Mojang wissen ganz genau, dass dies nahezu unmöglich ist. Also machen sie ganz einfach das, worauf sie gerade am meisten Bock haben - selbst wenn es sich bei Scrolls - so der Titel des Spiels - um eine so gar nicht massentaugliche Mischung aus Trading Card Game und taktischen Rundenschlachten handelt. Eine weise Entscheidung!

Magic trifft Heroes

Ein Vergleich mit dem Klötzchen-Meisterwerk hinkt allein schon deshalb, weil Scrolls nicht von Minecraft-Erfinder Marcus »Notch« Persson erdacht wurde, sondern von dessen Kumpel und Mit-Firmengründer Jakob Porsér. Und dessen Freizeit muss in den späten 90er-Jahren ungefähr so ausgeschaut haben: Nach den Hausaufgaben erst mal eine Runde Sammelkarten-Kloppen mit Freunden, bevorzugt Magic: The Gathering. Vor dem Schlafengehen dann noch »kurz« an den Rechner, um ein paar Taktikschlachten in Heroes of Might & Magic 3 auszufechten.

Scrolls : Auch wenn Grafik und Animationen bestenfalls Durchschnitt sind, ist es dennoch faszinierend, wie unsere Karten lebendig werden. Auch wenn Grafik und Animationen bestenfalls Durchschnitt sind, ist es dennoch faszinierend, wie unsere Karten lebendig werden. Denn viel konsequenter als in Scrolls kann man diese beiden offensichtlichen Vorbilder nicht miteinander kreuzen. Wie in der legendären Strategieserie tragen wir Gefechte auf einem überschaubaren Hexfeld-Spielbrett aus.

Nur dass wir unsere Einheiten nicht in Städten ausbilden, sondern wie in Magic aus unserem zuvor sorgsam zusammengestellten Kartenstapel (das so genannte Deck) ziehen und abwechselnd mit dem Kontrahenten aufs Schlachtfeld ausspielen. Ziel jeder Partie ist es, mindestens drei der fünf gegnerischen Säulen (»Idols« genannt) zu zerstören.

Hierzu verteilen wir unsere Soldaten, Tiere und Monster auf fünf Angriffspfade, nach Rundenende greifen sie immer in einer geraden Linie an und attackieren automatisch den Gegner, der in ihrer Reihe am weitesten vorne steht. Wenn kein Widersacher im Weg ist, verkloppen sie direkt die Säule am Ende der Reihe.

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Scrolls
Ein typische Spielsituation »Growth« (links) gegen »Energy« (rechts).

Akkordarbeit fürs Gehirn

Was in der Theorie fast schon zu simpel klingt, bringt in der Praxis die grauen Zellen im Rekordtempo an ihre Belastungsgrenze.

Grund 1: Ressourcen zum Ausspielen von Karten erhalten wir nur, wenn wir eine Karte der gleichen Farbe opfern, was lediglich einmal pro Zug möglich ist. Alternativ können wir aber diese Karte aber auch ablegen, um zwei neue ziehen zu dürfen. Und schon raucht's im Oberstübchen: Brauchen wir gerade mehr Karten oder mehr Rohstoffe? Welche Karte können wir gerade erübrigen, welche wird möglicherweise im nächsten oder übernächsten Zug gebraucht?

Grund 2: Nahezu jede der über 200 derzeit verfügbaren Karten (Mojang will regelmäßig Nachschub liefern) besitzt Spezialfähigkeiten, die ihre ganze Macht erst im Zusammenspiel mit anderen Karten voll entfalten. Der »Great Wolf« ist gemessen an seinen Kosten etwa verhältnismäßig schwach auf der pelzigen Brust, erhält aber +1 auf Angriff für jeden weiteren Wolf im Spiel. Hinzu kommt, dass die Einheit nicht nur Angriffs- und Verteidigungswerte haben, sondern auch unterschiedlich schnell sind. So darf der mächtige »Iron Ogre« (7 Attacke / 7 Abwehr) nur alle drei Züge angreifen, der kleine »Kinfolk Brave« (2/2) hingegen jeden Zug, was ihn trotz seiner schwachen Kampfwerte zur einen der derzeit begehrtesten Karten macht. Das richtige Timing spielt in den Partien eine entsprechend entscheidende Rolle, zumal es selbstverständlich auch Stärkungs- und Beschleunigungszauber gibt.

Scrolls : Die verhältnismäßig konventionellen Speerträger, Generäle und Magier eigen sich vor allem für Defensivspezialisten, die gern Einheiten kombinieren. Zunächst den Gegner kommen und an der eigenen Verteidigung abprallen lassen, dann im Verbund zurückschlagen.

Order
Die verhältnismäßig konventionellen Speerträger, Generäle und Magier eigen sich vor allem für Defensivspezialisten, die gern Einheiten kombinieren. Zunächst den Gegner kommen und an der eigenen Verteidigung abprallen lassen, dann im Verbund zurückschlagen.

Grund 3: Als ob das alles nicht schon genügend Grübelstoff wäre, können wir die Einheiten auch noch um standardmäßig ein Feld pro Zug bewegen und so etwa einer bislang schutzlose Säule zur Hilfe eilen. Das erfordert Voraussicht: Wo greifen wir an? Was könnte das nächste Ziel des Gegners sein? Und wo ergeben sich Vorteile, wenn wir Einheiten nebeneinander positionieren?

So, und über all das denken Sie jetzt bitteschön innerhalb von 90 Sekunden nach! Mehr Zeit haben Sie in Multiplayer-Matches nämlich nicht, nach Ablauf des Countdowns wird der Zug automatisch beendet.

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Avatar Arius
Arius
#1 | 03. Jul 2013, 18:14
Hab schlimmeres erwartet. Sieht ja ganz annehmbar aus. Bin mal gespannt was aus dem Spiel noch wird.
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Avatar Takas
Takas
#2 | 03. Jul 2013, 18:22
"weder Level- noch Erfahrungs-System"
Es gibt ein Rating-System, das beides in einem ist. Dieses entscheidet auch gegen welche Gegner man spielt und wird nicht nur im Profil angezeigt. Wie konnten die Tester das übersehen?

"Schlachtfelder unterscheiden sich nur optisch
keine Sonderfelder"
Es ist ein Trading Card Game mit einem Spielbrett. Warum sollte es Sonderfelder geben und warum wird für sowas Punkte abgezogen?

Ich verstehe allgemein nicht, warum Spiele in der Beta eine Wertung bekommen. Schreibt ein schönes Fazit und gut ist. Wer zu faul zum Lesen ist, dem kann sowieso nicht mehr geholfen werden. Ich finde, dass Wertungen fertigen Spielen vorbehalten werden sollten.
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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#3 | 03. Jul 2013, 18:25
Ich hätte ja lieber ein solches Spiel als Nachfolger von Magic:Shandalar (uralt), also sozusagen dem Single-Player-Magic-"RPG", gehabt!
Das war ein wirklich interessantes Spiel, das eigentlich nur durch die ECHT MIESE Technik schwächelte.
So etwas, also ein Arcade-mäßiges, herausforderndes Single-Player-Kartenspiel am PC hätte ich nochmals gerne...

Wobei Scrolls aber eindeutig nicht schlecht aussieht: Mal sehen, vllt. machen die Updates daraus ja noch ein wirlich fantastisches Spiel!
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Avatar Silverhawk170485
Silverhawk170485
#4 | 03. Jul 2013, 18:26
Wieso ist es so schwer sämtliche Echtgeldtransaktionen komplett raus zulassen?
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Avatar levlev
levlev
#5 | 03. Jul 2013, 18:30
Zitat von Silverhawk170485:
Wieso ist es so schwer sämtliche Echtgeldtransaktionen komplett raus zulassen?


Weil man eine Goldgrube lieber ausgräbt anstatt eingräbt?
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Avatar Qupfer
Qupfer
#6 | 03. Jul 2013, 18:30
Mh, letzte News auf der Scrolls-Seite:
Scrolls beta 0.95.1 was just released.

Hieß es nicht mal, das es keine Vorabtests gibt und immer die fertige Version genommen wird? Ach waren das noch Zeiten. ;)
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Avatar madessl
madessl
#7 | 03. Jul 2013, 18:32
Zitat von Takas:
"Schlachtfelder unterscheiden sich nur optisch
keine Sonderfelder"
Es ist ein Trading Card Game mit einem Spielbrett. Warum sollte es Sonderfelder geben und warum wird für sowas Punkte abgezogen?


Weil es schon Spiele gibt die sowas gemacht haben und weitere spielerische wie taktische Möglichkeiten bietet --> Kritikpunkt

Zitat von Takas:
"Ich verstehe allgemein nicht, warum Spiele in der Alpha eine Wertung bekommen.


Das Spiel befindet sich aktuell in der Open Beta, man kann Geld dafür ausgeben, somit ist ein Test durchaus gerechtfertigt.


Bitte eine kleine Änderung im Test vornehmen, man kann jede Karte für jede Ressource opfern, die im eigenem Deck benötigt wird.

"Grund 1: Ressourcen zum Ausspielen von Karten erhalten wir nur, wenn wir eine Karte der gleichen Farbe opfern,"

Freut mich dass das Spiel einen Test Spendiert bekommen hat.
Zum finalem Release der Version 1.0 gibt es bestimmt nochmal eine überarbeitung, damit dann das "fertige" Spiel bewertet werden kann.
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Avatar slihs
slihs
#8 | 03. Jul 2013, 18:36
Kurze Frage:
Startet nur bei mir das Spiel nach der Installation nicht? (Vista 64bit)
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Avatar Kuwabara
Kuwabara
#9 | 03. Jul 2013, 18:37
wer sowas kauft/spielt dem ist echt nicht mehr zu helfen
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Avatar Hervey
Hervey
#10 | 03. Jul 2013, 18:40
Ich habe Scrolls for ungefähr 2 Wochen für 15 Euro gekauft und kann mich dem Test nur anschliessen. Es macht wirklich einen Heiden Spass und ist perfekt für zwischendurch. Die Karten sind balanced, die Community sehr freundlich und auch der Deckbuilder/Store ist einfach und übersichtlich.
Auch die Tatsache, das man ein fast verlorenes Spiel mit einem guten KArtenzug wieder drehen kann reizt mich so an dem Spiel.

Einen Nachteil sehe ich jedoch an der Inflation der Karten. Man hat nach 3 Spielen bereits genug Gold um eine sehr seltene Karte zu erhandeln. Für 1000 Gold kann man aber auch ein Booster holen, in welchem aber zu 50% (meine Erfahrung) auch eine Karte ist, für die man mindestens 400-1000 Gold bekommen kann + 9 weitere.

Nichtsdestsotrotz ein super Spiel!

Edit: Bitte wertet eine "steile Lernkurve" nicht als Negativpunkt.
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Details zu Scrolls

Plattform: PC (PS3, Xbox 360, iOS, Android)
Genre Strategie
Untergenre: -
Release D: 03. Juni 2013
Publisher: -
Entwickler: Mojang
Webseite: http://www.scrolls.com/
USK: keine Angabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 973 von 5735 in: PC-Spiele
Platz 288 von 2364 in: PC-Spiele | Strategie
 
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