StarCraft 2: Wings of Liberty - PC

Echtzeit-Strategie  |  Release: 27. Juli 2010  |   Publisher: Activision Blizzard
Seite 1 2 3

StarCraft 2: Exklusiv-Interview | Seite 3

Lead Designer Dustin Browder im Gespräch

StarCraft 2: Exklusiv-Interview : Die terranischen Thor-Mechs konnten sich ursprünglich selbst reparieren. Die terranischen Thor-Mechs konnten sich ursprünglich selbst reparieren. GameStar: Eine der Einheiten, die sich in den vergangenen zwei Jahren am meisten verändert haben, ist der Thor-Kampfstampfer der Terraner. Zuletzt etwa konnte man ihn wieder aufbauen, nachdem er zerstört wurde. Warum habt ihr diese Möglichkeit entfernt?

Browder: Es war eigentlich eine coole Idee: Wenn der Thor zerstört wurde, konnte man 200 Einheiten Gas ausgeben, um sein Reparatursystem zu aktivieren. Nach gewisser Zeit erstand er dann wieder auf. Während der Instandsetzung sahen allerdings alle Gegner, wo sich das Wrack befand, und konnten es angreifen, um den Thor endgültig auszuschalten. Das Problem war nur: Diese Taktik spielte überhaupt keine Rolle. Oft starb der Thor nämlich innerhalb der feindlichen Basis, sodass man ihn nicht retten konnte. Oder er starb im eigenen Stützpunkt. Und ihn dort wiederzubeleben, war zu einfach und zu billig. Deshalb haben wir die Fähigkeit entfernt und ihm stattdessen das Partikelkanonen-Talent verpasst, mit dem er Bodentruppen zerbröselt. Mal sehen, ob das funktioniert.

GameStar: In Paris ist uns aufgefallen, dass die KI-Gegner auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ausgesprochen stark spielen. Schummeln die etwa?

StarCraft 2: Exklusiv-Interview : Den Stützpunkt auf der Anhöhe muss die KI erst mal entdecken. Den Stützpunkt auf der Anhöhe muss die KI erst mal entdecken. Browder: Ja, auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad »Wahnsinnig« profitiert die KI von zusätzlichen Rohstoffen. Auf allen anderen Stufen betrügen die Feinde jedoch nicht. Im zweithöchsten Level »Hart« etwa taktieren sie ebenso schlau wie im höchsten, nur eben ohne die Bonus-Ressourcen. Das ist ein wichtiger Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger. Wie in vielen anderen Echtzeit-Titeln sahen die Gegner im ersten Starcraft immer die komplette Karte und wussten genau, wo sich die Gebäude und Einheiten der Spieler befanden. Im zweiten Teil gilt das nicht mehr. Die Computergegner müssen Späher aussenden, um die Spieler zu entdecken. Erst wenn sie herausfinden, was die anderen Fraktionen bauen, passen sie ihre Taktik daran an. Wer seine Einheiten vor der KI versteckt – etwa auf Hügeln oder hinter Büschen – ist also im Vorteil.

GameStar: Wo wir gerade vom Ausspähen sprechen: Auf den Multiplayer-Karten gibt es momentan neutrale Beobachtungsposten. Wenn man eine Einheit daneben stellt, lüftet sich im großen Umkreis der Kriegsnebel. Plant ihr weitere Gebäude, die man so »erobern« kann?

Browder: Noch nicht, aber wir denken darüber nach. Es gibt ja bereits die zerstörbaren Felsen, die Engpässe verstopfen. Und die Büsche, die Sichtlinien blockieren. Und die gelben Kristalle, die mehr Ressourcen abwerfen. All das ist simpel, bereichert jedoch die Partien. Falls uns noch ein ähnlich unkompliziertes Element einfällt, bauen wir es ein.

StarCraft 2: Exklusiv-Interview : Dieser Screenshot zeigt erstmals eine Schlacht bei Nacht. Dieser Screenshot zeigt erstmals eine Schlacht bei Nacht. GameStar: Wird es im Multiplayer-Modus Nachtschlachten oder Wettereffekte geben?

Browder: Das ziehen wir auf jeden Fall in Betracht! Wettereffekte sind möglich, und den Tag-Nacht-Zyklus testen wir sogar gerade. Ich bin aber besorgt, ob man bei Nacht alles gut erkennen kann. In Starcraft 2 muss man mehr mit den Augen erfassen als in Warcraft 3. In den Schlachten treffen viel mehr Einheiten aufeinander, deren Größe gewaltig variiert, vom winzigen Zergling bis zum riesigen Schlachtkreuzer. Außerdem ist das Spieltempo ausgesprochen hoch, es passiert sehr schnell sehr viel.

GameStar: Zum Beispiel?

Browder: Ein Ghost schaltet einen Marine per Scharfschützen-Talent mit nur einem Schuss aus, ein Hellion braucht zwei Feuerstöße für einen Zergling. Damit man die Einheiten trotzd es hohen Tempos möglichst gut auseinander halten kann, haben wir sogar die Beleuchtung und die Farben der Mehrspieler-Karten angepasst. Bei Nacht allerdings könnten dreißig Zerglinge, die über den Planeten Shakuras stürmen, wie ein violetter Klecks aussehen. Wir probieren die wechselnden Tageszeiten trotzdem mal aus. Aber ich wäre nicht überrascht, wenn sie wieder rausfliegen.

GameStar: Die Tageszeiten oder die Wettereffekte hätten aber keine spielerischen Auswirkungen?

StarCraft 2: Exklusiv-Interview : Falls es in den Multiplayer-Schlachten Wettereffekte gibt, werden sie keine spielerischen Auswirkungen haben. Falls es in den Multiplayer-Schlachten Wettereffekte gibt, werden sie keine spielerischen Auswirkungen haben. Browder: Wir haben darüber gesprochen und es sogar kurz getestet, doch die Antwort lautet: Nein. Wir wollen keine Karten mit abweichenden Spielregeln. Stellt euch mal ein verschneites Areal vor, in dem sich Bodentruppen langsamer bewegen. Das würde die Balance komplett verdrehen. Die Zerg etwa würden stark darunter leiden, weil bei ihnen viel von der Geschwindigkeit abhängt. Oder stellt euch Regenkarten vor, auf denen die Sichtweite von Flugeinheiten sinkt. Auch dann würde die Balance wackeln, und wir müssten die Völker nur wegen des doofen Regens neu abstimmen. Das könnte zwar eine interessante Idee für die Zukunft sein, momentan wollen wir's aber noch nicht.

GameStar: Alle Karten, die wir bisher gesehen haben, waren symmetrisch. Wird es zum Verkaufsstart auch asymmetrische geben?

Browder: Ja, klar. Im Vorgänger gab's ja ebenfalls Karten mit stärkeren und schwächeren Startpositionen, etwa »Lost Temple«. Ob diese asymmetrischen Karten auch beim automatischen Matchmaking im Battlenet verwendet werden, wissen wir aber noch nicht. Es wäre doch unfair, in einer Zufallspartie an einer schlechteren Position zu beginnen. Niemand soll in eine Partie einsteigen und fluchen: »Oh Gott, ich spiele die Zerg und sitze in der rechten unteren Ecke – bloß raus hier!« Die meisten Karten dürften daher symmetrisch ausfallen. Wir versuchen aber trotzdem, die Startpositionen leicht voneinander abzuheben. Zum Beispiel könnten manche Spieler näher an einem Beobachtungsposten beginnen als andere.

GameStar: Hältst du es eigentlich für ratsam, während einer weltweiten Finanzkrise ein Spiel zu veröffentlichen, das garantiert die südkoreanische Wirtschaft ruinieren wird, weil jeder Einwohner zu Hause bleiben und spielen wird?

Browder: (lacht) Ha, das kann ich sogar beantworten! Ich glaube, die Menschen sind schlau genug, um zu entscheiden, wann sie spielen dürfen und wann nicht. Außerdem wird man Starcraft 2 in Südkorea sehr günstig spielen können, nämlich in den Spielhallen. Ich habe sogar mal gelesen, dass das erste Starcraft die südkoreanische Wirtschaft dermaßen belebt hat, dass sie eine Rezession überwinden konnte. Ich weiß nicht, ob das stimmt – aber es stand in einem Buch! Mal sehen, wie Starcraft 2 auf dem koreanischen Markt ankommt. Aber ich bin sicher, alles wird gut.

GameStar: Ein wunderbar klischeehaftes Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch.

Diesen Artikel:   Kommentieren (36) | Drucken | E-Mail
FACEBOOK:
TWITTER:
 
WEITERE NETZE: Weitersagen
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
Avatar Michael Obermeier
Michael Obermeier
#1 | 08. Mai 2009, 14:24
Schade, ich mochte das alte Mutterschiff.*schnüf*
rate (13)  |  rate (12)
Avatar JRWEBER
JRWEBER
#2 | 08. Mai 2009, 14:30
solche Superwaffen sind aber echt nichts für Blizzardgames.
Ist in WC3 immer schön anzusehen, wenn die gegner so schlecht sind und meinen mass frostwyrms und chimären brächten ihnen den Sieg, nur um sie dann sterben zu sehen :>
rate (8)  |  rate (7)
Avatar Greaea
Greaea
#3 | 08. Mai 2009, 14:33
Ich muss gestehen ich habe Starcraft nie gezockt, nur mal kurz Warcraft.
Weil ich bin eher der Endloszocker, und die beiden sind doch mehr auf E Sports ausgerichtet.

Aber gutes Interview, macht Lust auf das Spiel.
rate (6)  |  rate (4)
Avatar tim.bo
tim.bo
#4 | 08. Mai 2009, 14:56
Zitat von Greaea:
Ich muss gestehen ich habe Starcraft nie gezockt, nur mal kurz Warcraft.
Weil ich bin eher der Endloszocker, und die beiden sind doch mehr auf E Sports ausgerichtet.

Aber gutes Interview, macht Lust auf das Spiel.


Kann ich verstehen, die Meinung. Aber StarCraft hat mit BroodWar eine hervoragende Story zu bieten. Insofern man das Szenario mag. Deswegen hatte ich mir auch schon 5 Bücher dazu durchgelesen. Die restlichen kommen noch ;-)

Aber das Interview ist in der Tat sehr gut. So offene Meinungen hört man von einem Designer ehr selten. Die meißten anderen behaupten ehr, dass viele Dinge schon so fest eingebaut sind und sie nicht mehr ändern wollen. Blizzard ist für mich eine der Topschmieden in Sachen Story und Gameplay...
rate (21)  |  rate (7)
Avatar MikeDee
MikeDee
#5 | 08. Mai 2009, 14:58
Mir hatte das Mutterschiff auch gefallen, aber wenn es den Spielfluss stört ist die Veränderung gut. Ist ja doof wegen einer Einheit das Spiel zu ruinieren.

Ansonsten guter Artikel, aber die Einteilung muss überarbeitet werden, musste viel scrollen, weil die erste Hälfte immer schon auf der vorherigen Seite stand.
rate (9)  |  rate (8)
Avatar Corvi
Corvi
#6 | 08. Mai 2009, 15:09
Zitat von Michael Obermeier:
Schade, ich mochte das alte Mutterschiff.*schnüf*


so superwaffen passen einfach nicht in ein esports spiel.

was herr browder verschweigt is, dass sc 1 furchtbar unausbalanciert war und erst mit broodwar wurde es das unfassbar gute esports spiel, das es noch immer ist. hoffentlich klappt das bei sc2 besser. bei den bedienvereinfachungen bin ich wie die meisten scler konservativ, d.h. weitestgehend dagegen. letztlich macht die anspruchsvolle steuerung doch viel vom reiz starcrafts aus und die gefahr is groß, dass in sc2 dann in der südkorea szene durchfallen wird, siehe warcraft 3.
rate (6)  |  rate (34)
Avatar BoINgsi
BoINgsi
#7 | 08. Mai 2009, 15:31
Hmm wenn eine einheit schiesst trifft man auch? ist das nicht ein bisschen hinterwäldlerisch heutzutage?

Klingt alles noch sehr verträumt, die leute die mikro nicht mnögen werden untergehen was sollte da die wirtschaft leisten?

Der mikro Spieler wird auf wirtschaft gehen und gleich gute einheiten haben mit besseren handling oder der nicht mikro spieler wird tot gerusht..

Klingt sehr utopisch was der da erzählt.. aber ist ja immer und bei jedem spiel so: "unseres wird das beste und was wir alles machen hui!"

Und starcraft 1 war bei release gebalancet? hat der da mitgearbeitet? oder war der nach elease 1 Jahr auf urlaub ohne internet? mundpropaganda feinster Art dieses interview, gefällt mir wie blizz das immer schafft.

And the Hype goes on....

Mfg
rate (13)  |  rate (40)
Avatar Suzi Q.
Suzi Q.
#8 | 08. Mai 2009, 16:36
Tolles Interview. Und schade ums Mutterschiff, die Zeitbombe war total geil. :(
rate (0)  |  rate (3)
Avatar frogfx
frogfx
#9 | 08. Mai 2009, 16:58
Mag kein Mikro und die Tatsache, dass der Schwerpunkt hier gesetzt wird, soll doch wohl eher davon ablenken, dass es irgendwann wieder darauf hinauslaufen wird, dass sich eine handvoll Strategien durchsetzen werden und statt der hoch angepriesenen Vielfalt sturr eben diese runtergespielt werden. Insofern sind meine Erwartungen an SC2 eher gering.

Im Übrigen hinkt der Vergleich zwischen Mech Warrior und SC2 , denn es nervt total wenn man ständig den Babysitter für seine Einheiten spielen muss.
Und wenn man nicht gerade ernsthafte *hust* "e-sports"-ambitionen verfolgt, so langweilt die dauerhafte wiederholung von simplen klickorgien doch sehr.
rate (3)  |  rate (23)
Avatar Supreme Commander
Supreme Commander
#10 | 08. Mai 2009, 17:37
Zitat von Michael Obermeier:
Schade, ich mochte das alte Mutterschiff.*schnüf*


Da kommt der C&C Spieler durch der Imbalance zum Frühstück hatte und jetzt zum brunch schon wieder Appetit bekommt
rate (5)  |  rate (5)

Crysis 2 (PC), Electronic Arts
15,99 €
zzgl. 0,00 € Versand
bei MMOGA
Warlock: Master of the Arcane (PC), KOCH Media
22,99 €
zzgl. 2,99 € Versand
bei Rakuten.de
ANGEBOTE
PROMOTION
AKTUELLE RELEASES
» zum Release-Kalender

Details zu StarCraft 2: Wings of Liberty

Plattform: PC
Genre Strategie
Untergenre: Echtzeit-Strategie
Release D: 27. Juli 2010
Publisher: Activision Blizzard
Entwickler: Blizzard Entertainment
Webseite: http://eu.starcraft2.com
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 63 von 4646 in: PC-Spiele
Platz 4 von 405 in: PC-Spiele | Strategie | Echtzeit-Strategie
 
Lesertests: 17 Einträge
Spielesammlung: 777 User   hinzufügen
Wunschliste: 390 User   hinzufügen
Spiel empfehlen:
StarCraft 2 im Preisvergleich: 19 Angebote ab   30,56 €  StarCraft 2 im Preisvergleich: 19 Angebote ab 30,56 €
 
top Top
Werde Fan von GameStar auf FacebookFacebook Aboniere den YouTube-Kanal von GamestarYouTube Besuche Gamestar auf Google+Google+ GameStar auf Twitter folgenTwitter Alle RSS-Feeds von GameStar.deRSS-Feeds Jetzt GameStar-Newsletter bestellenNewsletter
© IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten