Super Meat Boy im Test
Kampf den Vegetariern!
Die Indie-Szene überrascht uns immer wieder mit coolen Ideen. Super Meat Boy ist eine clevere, enorm umfangreiche Jump&Run-Perle für Genrefans.
Von
Daniel Matschijewsky
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Datum:
12.01.2011
Zum Thema
» Test-Video zu Super Meat Boy
Kommentierte Spielszenen & Fazit
Egal was die Jungs rauchen, sie sollten die Dosis reduzieren. Gemeint sind die Programmierer und Designer des unabhängigen Entwicklerstudios Team Meat. Denn für ihr Erstlingswerk
Super Meat Boy
griffen die Burschen besonders tief in die Absurditätenkiste: Kleiner Fleischklumpen rennt und hüpft durch verwinkelte 2D-Levels, benutzt seine eigene Blutspur als Kleber, rutscht damit an Wänden entlang und jagt den fiesen Dr. Fetus, der Meat Boys große Liebe Bandage Girl entführt hat. Klingt skurril, ist aber eine stimmig präsentierte und clever gemachte Verbeugung vor den Genre-Klassikern der 16-Bit-Ära. Und eine fordernde obendrein.
Das Spiel: schlittern, schleimen, springen
Das Spielprinzip erinnert an Jump&Runs der Marke Super Mario: Meat Boy rennt und hüpft durch (bewusst im reduzierten Retrostil gestaltete) 2D-Landschaften, weicht Fallen und Feinden aus und muss am Ende jeder Mission feststellen, dass seine Prinzessin in einem anderen Schloss gefangen gehalten wird.
In den stimmungsvollen 2D-Levels lauern jede Menge Gefahren. Es ist keine Schande, wenn Sie eine Mission gleich zwei Dutzend Mal probieren müssen.
Der Clou: Der knallrote Quadratschädel zieht eine Blutspur hinter sich her, die er nutzt, um kurzzeitig an Wänden haften zu bleiben und an ihnen entlang zu schlittern, fast ein wenig wie der Prinz aus Persien. Dadurch erreicht Meat Boy selbst weit entfernte Plattformen und hopst auf raffinierte Weise um Kreissägen, Lavakugeln oder Lasergeschosse herum. Das sieht nicht nur cool aus, sondern erzeugt auch einen regelrechten Sog. Wie im Rausch schleimten wir uns im Test durch die Levels und legten bald Manöver hin, von denen eines spektakulärer war als das vorherige.
Die Kreativität der Rätsel und Geschicklichkeitseinlagen kann dabei ständig überraschen. Da hetzen wir im Affenzahn über zusammenbrechende Plattformen, legen uns mit einem durchgeknallten Riesenroboter an, lenken feindliche Raketen durch gezielte Sprünge auf bröckeliges Mauerwerk oder hopsen wie in
Portal
durch Dimensionstore. Die Steuerung geht vorbildlich präzise von der Hand, vor allem mit einem Gamepad und analogen Sticks. Die digitale Tastatur lässt dieses letzte Quäntchen Genauigkeit indes vermissen.