Zum Thema » Die wichtigsten Rollenspiele 2015 Die Top-RPGs des Jahres » Hall of Fame: Baldur's Gate Saga Das große Vorbild von Sword Coast Legends Am 20. Oktober startet offiziell das Rollenspiel Sword Coast Legends von n-Space. Ein neues Studio, das sich aber aus zahlreichen Bioware-Veteranen zusammensetzt, die bereits an Baldur's Gate und Dragon Age in leitender Funktion mitgearbeitet haben. Und wie in Neverwinter Nights dürfen wir als Spielleiter eigene Dungeons mit Fallen und Monstern bestücken, um einer Gruppe von vier Spielern das Leben schwer zu machen. Besonders kreative User erschaffen und leiten sogar komplette Kampagnen.

Natürlich gibt es auch eine umfangreiche Story-Kampagne, die wir in der aktuellen Headstart-Phase schon ausgiebig angespielt haben. Und trotz einiger Macken sind wir angenehm überrascht. Ein vollständiger Test mit Video und Wertungskasten folgt in den nächsten Tagen, sobald wir die Hauptkampagne abgeschlossen und alle Spielmodi ausgiebig getestet haben.

Annähernd Dungeons & Dragons

Unter den fünf spielbaren Rassen und sechs Charakterklassen finden sich die üblichen Verdächtigen: Menschen, Elfen, Halbelfen, Zwerge und Halblinge gehen als Kämpfer, Schurke, Zauberer, Kleriker oder Paladin an den Start. Wer auf andere beliebte D&D-Klassen wie Mönch oder Druide gehofft hat, wird enttäuscht.

Sword Coast Legends
Dieses Bossmonster findet uns zum Kotzen. Die Party-KI bleibt mitten im Strahl stehen, also manövrieren wir unseren Kollegen von Hand weg.

Dafür gibt's bei der Charakterentwicklung einige Freiheiten: Unser Zauberer geht etwa direkt mit zwei Langschwertern gleichzeitig an den Start, trägt kurze Zeit später schwere Rüstung und haut so an vorderster Front mit drauf, wenn er gerade keine Feuerbälle schmeißt. Das macht absolut Laune, wenn man sich nicht daran stört, dass es Sword Coast Legends mit dem Pen&Paper- Regelwerk stellenweise nicht ganz so genau nimmt. D&D-Puristen müssen hier tapfer sein.

Cooldowns und Gefährten-KI

Test-Ersteindruck zu Sword Coast Legends : Bei aktivierter Gefährten-KI setzen die Charaktere selbstständig Zauber und Spezialangriffe ein, wenn sie gerade nicht vom Spieler kontrolliert werden. Bei aktivierter Gefährten-KI setzen die Charaktere selbstständig Zauber und Spezialangriffe ein, wenn sie gerade nicht vom Spieler kontrolliert werden. Bereits in den ersten Spielminuten schließen sich uns einige NPCs an und stehen uns mit ihren Fähigkeiten zur Seite, wenn wir keine Lust auf eine Mehrspieler-Sitzung haben. Zwerg Larethar, findet und entschärft beispielsweise Fallen, knackt Schlösser und nietet Gegner am liebsten von hinten um. Elfe Illydia sorgt derweil für Heilung und kämpft bevorzugt aus sicherer Entfernung mit dem Langbogen. Spezialfähigkeiten und Zauber sind dabei nicht D&D-typisch auf wenige Anwendungen pro Tag begrenzt, sondern verfügen allesamt über Abklingzeiten.

Entsprechend schlägt man auch nicht alle drei Kämpfe ein Lager zur Erholung auf. Die Echtzeitkämpfe pausieren wir auf Wunsch jederzeit per Leertaste und erteilen Befehle an alle Charaktere per Hand. Alternativ aktivieren wir die KI, wodurch die Helden ganz von allein Heilzauber, Spezialangriffe und andere Fähigkeiten einsetzen. Diese Funktion ist beileibe kein Autopilot, macht die Kämpfe aber einfacher und komfortabler.

Stabil, aber nicht rund

Test-Ersteindruck zu Sword Coast Legends : Viele Texte sind nicht vertont, die Sprachausgabe ist nur auf Englisch verfügbar. Bildschirmtexte gibt es aber auf Wunsch auch in deutscher Sprache. Viele Texte sind nicht vertont, die Sprachausgabe ist nur auf Englisch verfügbar. Bildschirmtexte gibt es aber auf Wunsch auch in deutscher Sprache. In Sachen Bugs können wir noch keine Entwarnung geben: Zwar ist unsere Vorabversion von Sword Coast Legends bis dato kein einziges Mal abgestürzt, so ganz perfekt läuft es aber dennoch nicht. Stellenweise gingen Quest-NPCs ihre Markierungen flöten, während andernorts zwar eine Auftraggebermarkierung fröhlich vor sich hin schwebte, vom dazugehörigen NPC und dessen Quest fehlte aber jede Spur.

Gelegentlich blieben die KI-Kameraden beim Herumwandern schon mal mit dem Gesicht an einem Baum kleben und unsere Sortierungseinstellungen für das unübersichtliche Inventar wurden nicht gespeichert. Apropos speichern: Für die Kampagne gibt es genau ein Savegame. Mehrere Spielstände anlegen durften wir nicht. Bleibt zu hoffen, dass hier ein Release Patch noch kräftig nachbessert. Denn das Potenzial für ein richtig gutes Oldschool-Rollenspiel ist definitiv vorhanden, und es wäre eine Schande, wenn Swordcoast Legends nur wegen technischer Probleme am Hit vorbeischrammt.