Piranha Games hat keine Wing-Commander-Lizenz : Das Studio Piranha Games gerät mit seinem neuen Projekt Transverse immer mehr in die Kritik. Das Studio Piranha Games gerät mit seinem neuen Projekt Transverse immer mehr in die Kritik.

Anders als von den Mechwarrior-Online-Machern von Piranha Games behauptet, ist das Studio scheinbar nicht im Besitz der Wing-Commander-Lizenz. Auf Nachfrage von GameStar teilt uns EA Deutschland mit, die Aussage des Creative Directors Bryan Ekman sei »nicht korrekt« und die Rechte an der Marke Wing Commander lägen weiterhin allein bei Electronic Arts.

Das Studio selbst allerdings beharrt darauf, derzeit in Besitz der Marke zu sein. Firmenchef Russ Bullock teilte uns auf Nachfrage mit, dem Forenposting von Ekman habe er nichts hinzuzufügen. Man wolle kein erklärendes Statement abgeben, oder den Besitz der Marke nachweisen.

In einem Forenposting hatte Ekman am 10. September erklärt, das vor kurzem angekündigte Projekt Transverse von Piranha Games sollte ursprünglich ein neues Wing Commander werden. Bereits im Jahr 2012, vor der Ankündigung von Star Citizen, sei man an EA herangetreten um die Lizenz zu erwerben. Die Verhandlungen zogen sich jedoch hin und erst spät im Jahr 2013 habe man endlich die Rechte an Wing Commander sichern können.

Obwohl das Studio nun tatsächlich ein an Wing Commander und Star Citizen erinnerndes Weltraumspiel durch Community-Spenden finanzieren will, habe man sich aber entschieden, die Wing-Commander-Lizenz nicht zu verwenden. Viele der besten Design-Ideen des Teams hätten zum Wing-Commander-Universum einfach nicht gepasst. Nach GameStar-Informationen haben die Verhandlungen über eine Wing-Commander-Lizenz zwischen Piranha Games und EA zwar stattgefunden, wurden aber anders als vom Entwickler behauptet nie abgeschlossen.

Ekmans Statement über die angebliche Wing-Commander-Lizenz des Studios folgte zahlreichen Vorwürfen gegen das Studio, darunter auch die Anklage die Raumschiffdesigns in Transverse seien stark von Star Citizen "inspiriert". Zudem protestierten zahlreiche MechWarrior-Online-Spieler heftig gegen den geplanten Abzug erfahrener Entwickler von dem mit über fünf Millionen Dollar vorfinanzierten Spiel zum neuen Transverse-Team. Mechwarrior Online, so ihre Beschwerde, sei noch weit von einem technisch stabilen Zustand entfernt. Zudem fehlen nach wie vor versprochene Features.

Die Fangemeinde befürchtet daher, der Abzug von Entwicklern könne die Fertigstellung weiter verzögern. Einzelne Unterstützer des Projekts verlangten zudem eine Garantie, dass ihr Geld nicht in die Finanzierung von Transverse fließe. Die Proteste wurden begleitet durch Berichte über stark moderierte Foren in denen Nutzer angeblich sogar wegen negativen Kommentaren auf anderen Webseiten in den Foren von MechWarrior Online gesperrt wurden.

Der Start des Crowdfundings von Transverse verlief vermutlich auch wegen dieser Begleitumstände bislang katastrophal. Gerade mal 104 Backer fanden sich bisher bereit, Geld in das neue Projekt von Piranha Games zu investieren. Von der mindestens nötigen Anschubfinanzierung von 500.000 Dollar ist das Spiel nach über einer Woche Crowdfunding noch 491.950 Dollar entfernt.