Zum Thema » Duell über den Wolken War Thunder vs. World of Warplanes » War Thunder - Test Was kann das Hauptspiel? War Thunder ab 70,19 € bei Amazon.de Im Luftkampf hat das Action-MMO War Thunder die Konkurrenz von Wargaming bereits abgeschossen - zumindest was die Qualität des Spiels angeht. Doch der Luftsieg reicht nicht, denn die Entwickler bei Gaijin Entertainment blasen nun mit War Thunder: Ground Forces zum Angriff auf Wargamings Panzer-Hochburg World of Tanks.

Dabei setzten die Moskauer Entwickler auf die bewährten Stärken von War Thunder - phänomenale Grafik, fantastische Soundeffekte, detailliert nachgestellte Fahrzeugmodelle, historische Szenarien, dynamisches Schadensmodell sowie ein einstellbarer Realismusgrad.

Doch das eigentliche Highlight von Ground Forces liegt in der direkten Verzahnung zum Luftkampf. Piloten und Panzerkommandanten dürfen sich nämlich auf derselben Map austoben und gegenseitig bekämpfen. Damit das reibungslos klappt, bekommen die Panzer ihre eigene, räumlich begrenzte Spielwiese innerhalb der ungleich größeren Flieger-Map. Dank dieses genialen Kunstgriffs der Entwickler haben die Flugzeuge kilometerweite Areale, in denen sie nach Herzenslust herumfliegen und Dogfights oder Flächen-Bombardements ausführen können.

Gleichzeitig bleiben die Panzerfahrer in ihrem Tank-Biotop und sind so nicht gezwungen, erstmal 50 Kilometer zu fahren, bis sie auf den ersten Gegner treffen. Es gibt aber auch Maps, in denen ausschließlich Panzer herumfahren und keine Flugzeuge erlaubt sind.

War Thunder: Ground Forces : In Karten, in denen kombinierte Luft-Boden-Kämpfe stattfinden, ist das Panzergebiet ein kleines Biotop in der riesigen Luftkampfkarte.

Kombinierte Luft-Boden-Kämpfe
In Karten, in denen kombinierte Luft-Boden-Kämpfe stattfinden, ist das Panzergebiet ein kleines Biotop in der riesigen Luftkampfkarte.

Flieger können jederzeit in die Panzerschlachten eingreifen - oder es sein lassen und woanders Bodenziele erledigen oder Flugzeuge abschießen. Da aber die Panzer sich sehr über Luftunterstützung freuen, sollten Piloten durchaus auch mal ihren bodengebunden Kameraden beistehen. Nur Flugzeuge mit Bomben oder Raketenbewaffnung können Tanks ausschalten. Leicht bewaffnete Flieger bieten dafür wertvolle Aufklärung und decken vorher unsichtbare Feindpanzer auf.

Doch die Fahrzeuge sind nicht wehrlos. Zum einen haben die meisten Panzer MGs dabei, mit denen sie zwar keinen Panzer zu Leibe rücken können, dafür aber nur zu gerne allzu freche Flieger vom Himmel fegen. In der von uns gespielten Beta-Version war dieses Feature zwar noch nicht integriert, aber im Steuerungsmenü waren bereits Tasten dafür vorgesehen.

Effektiver sind jedoch spezielle FLAK-Panzer. Diese haben meist 20- oder 30mm Maschinenkanonen, mit denen sie in schneller Folge ballern können. Das Kaliber reicht aus, um auch gut gepanzerte Flugzeuge wie die IL-2 Sturmovik mit etwas Geschick vom Himmel zu holen. Dafür sind FLAK-Panzer normalerweise kaum gepanzert und können nur gegen leichte Tanks etwas ausrichten.

Panzerspaß im kleinen Kreis

War Thunder: Ground Forces : Durch diese hohle Gasse müssen wir kommen. Leider versperren uns ein verbündeter Tiger und ein IS-1 den Durchgang. Durch diese hohle Gasse müssen wir kommen. Leider versperren uns ein verbündeter Tiger und ein IS-1 den Durchgang. Trotz der gelungenen Verzahnung von Boden- und Luftkampf haben die Panzer in War Thunder: Ground Forces primär ein Ziel, nämlich gegnerische Fahrzeuge zu bekämpfen und Missionsziele einzunehmen. Im Kampf setzen die Tanks auf Primärgeschütze, mit denen sie Panzergranaten verschießen. Je nachdem, wie schnell und in welchem Winkel ein solches Geschoss auftrifft, durchdringt es die Panzerung, prallt wirkungslos ab, oder richtet nur oberflächlichen Schaden an.

Wie schon bei den Luftkämpfen wissen wir nicht, wie viel unser Tank noch aushält. Allerdings ist jede Beschädigung sichtbar. Laufketten reißen ab, Panzerplatten werden verformt oder weggesprengt und Volltreffer reißen weite Löcher in unseren Stahlkoloss. Besonders gut gezielte Schüsse können das Munitionslager oder den Treibstofftank treffen und das Fahrzeug sofort vernichten. Ebenfalls sehr lästig sind Treffer, die unsere Turmsteuerung zerstören, so dass sich das Geschützrohr sich nicht mehr bewegen lässt und wir nur noch starr in eine Richtung zielen können.

Damit wir unsere Geschütze optimal einsetzen können, spendiert uns War Thunder: Ground Forces im Arcade-Modus eine äußerst praktische Zielhilfe. Anstatt - wie bei World of Tanks - auswendig zu lernen, wo das jeweilige Fahrzeug Schwachstellen hat, sehen wir in War Thunder: Ground Forces jederzeit, ob wir aus dieser Schussposition und diesem Winkel die Panzerung des Feindes durchdringen können. Ist die Zielmarkierung rot, sollten wir nicht schießen, ist sie hingegen gelb oder gar grün, so heißt es: »Feuer frei!«

War Thunder: Ground Forces : Ein wunderschöner Panzer IV in voller Pracht. Es handelt sich um die Version mit verstärktem Turm, seitlichen Panzerschürzen und 75mm-Langrohr-Kanone. Ein wunderschöner Panzer IV in voller Pracht. Es handelt sich um die Version mit verstärktem Turm, seitlichen Panzerschürzen und 75mm-Langrohr-Kanone.

Doch nur das Abschießen von Feinden bringt in War Thunder: Ground Forces nicht den Sieg, denn um im actionreichen Arcade-Modus zu gewinnen, sollen wir strategische Ziele einnehmen. Wenn unsere Tanks lange genug einen solchen Punkt besetzen, haben wir ihn erobert und wir bekommen Punkte gutgeschrieben. Wenn wir eine bestimmte Anzahl davon errungen haben, gehört der Sieg uns. Wen unser Panzer zerstört wird, können wir in einen anderen aus unserem Vorrat steigen und weiterkämpfen. Erst wenn alle unsere Fahrzeuge verbraucht sind, sind wir draußen. Im realistischen Modus hingen haben wir nur ein Fahrzeug und müssen damit auskommen.

War Thunder
Screenshots aus der Erweiterung »Ground Forces«