Zum Thema » Video: Multiplayer-Test Was taugt der Online-Modus? » PC-Demo zu Space Marine Test-Version über Steam laden » Video: Die ersten 10 Minuten So beginnt Space Marine » Sprachvergleichs-Video Deutsche gegen englische Synchro » Boxenstopp-Video Wir stellen die Collector's Edition vor Warhammer 40k: Space Marine ab 3,50 € bei Amazon.de Mit Warhammer und Computerspielen verbinden viele vor allem Strategietitel wie Mark of Chaos und Dawn of War -- dabei war eine der ersten Versoftungen des martialischen Tabletop-Systems der taktische Shooter Space Hulk von Electronic Arts aus dem Jahr 1993. Neben dessen Nachfolger Vengeance of the Blood Angles (1995) und dem Ego-Shooter Warhammer 40.000: Fire Warrior von 2003, der bereits über THQ erschien, besteht die Riege der Warhammer-Spiele jedoch bis heute in erster Linie aus Strategie- und Rollenspielen. Die Betonung liegt dabei auf »bis heute«, denn mit Warhammer 40.000: Space Marine schickt Dawn of War-Entwickler Relic Entertainment die namensgebenden Elitesoldaten nun in den knallharten Kampf Mann gegen Ork – Blutrausch inbegriffen.

Details zum Kopierschutz:
Warhammer 40.000: Space Marine ist an Valves Online-Plattform Steam gebunden. Auch im Einzelhandel erworbene Versionen müssen online bei Steam aktiviert und an ein Konto geknüpft werden. Ein Weiterverkauf wird dadurch unmöglich.

Über Steam lassen sich immerhin andere Sprachpakete herunterladen. So ist es auch mit einer deutschen Version jederzeit möglich, Space Marine etwa mit englischer Sprachausgabe zu spielen. Ob das lohnt, zeigen wir im Sprachvergleichs-Video.

Orks plus Superwaffe = schlecht

Wer Warhammer 40.000 nicht kennt: Im 41. Jahrtausend hat die Menschheit den Weltraum erobert, zahlreiche neue Planeten bieten Lebensraum für ehemalige Erdenbürger. Doch das Leben ist auch in der Zukunft kein Kaffeekränzchen – ganz im Gegenteil. Überall im Universum lauern Gefahren, die das Menschenimperium bedrohen: Zerstörungswütige Orks und dem Wahnsinn verfallene Krieger des Chaos heizen den Eroberern ordentlich ein und treiben die Menschheit bis an den Rand der Vernichtung.

Warhammer 40k: Space Marine
Die Zwischensequenzen in Spielgrafik sind meist stimmungsvoll inszeniert.

Doch noch ist nicht alles verloren: Die Space Marines, genetisch manipulierte Superkämpfer, treten den außerirdischen Bedrohungen immer wieder erfolgreich entgegen. So schlüpfen wir in die extradick gepanzerte Haut von Captain Titus, Mitglied des Ordens der Ultramarines (die Elite der Elite), um auf der Industriewelt Graia mal ordentlich aufzuräumen. Dort sind Heerscharen von Orks (also echt echt viele) eingefallen, die es auf eine neu entwickelte Waffe mit Planetenzerstörungspotenzial abgesehen haben. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn die Grünhäute diese Waffe in ihre Pranken bekommen würden.

Schlachtplatte in grün

Bereits das Intro, in dem Captain Titus per Sprungmodul (einer Art Jetpack) von einem Raumschiff abspringt und praktisch im Alleingang einen feindlichen Transporter zerlegt, macht Lust darauf, mit der Ein-Mann-Armee loszuziehen und Orks zu jagen. Derartig spektakuläre Szenen werden wir jedoch auch im weiteren Verlauf vor allem in Zwischensequenzen zu Gesicht bekommen. Der Ultramarine und seine Kameraden kämpfen sich in erster Linie auf festem Boden durch wahre Fluten grüner Leiber. Ein Deckungssystem oder dergleichen gibt es dabei nicht, das entspricht dem namensgebenden Szenario – Space Marines stürzen sich nun mal gerne frontal in die Schlacht und vertrauen auf ihre Panzerung sowie ihr Kampfgeschick, Deckung suchen ist unehrenhaft.

Warhammer 40.000: Space Marine : Captain Titus (Mitte) uns seine Kameraden sollen auf dem Planeten Graia eine Superwaffe sicherstellen

Captain Titus
Captain Titus (Mitte) uns seine Kameraden sollen auf dem Planeten Graia eine Superwaffe sicherstellen

Da neben dem Betätigen der Angriffstasten (innerhalb eines rudimentären Combosystems) andere Spezialmanöver fehlen, gestaltet sich der Spielablauf recht simpel. Freunden von Actionspielen mit Denk- oder Tüfteleinlagen wird es nach einiger Zeit gar zu monoton werden. Die gesamten etwa acht Stunden der Einzelspielerkampagne hetzten wir von einem vor Feinden geradezu berstenden Ort zum nächsten. Dort nehmen wir die Alienhorden erst unter Dauerfeuer, um den wütenden und grölenden Mob anschließend vor allem per Kettenschwert zunächst in mundgerechte Häppchen und dann zu einem rot-grünen Brei zu zerschreddern. Die Kampfhandlungen sind so richtig schön wuchtig, allerdings meist auch sehr gradlinig und einfach gestrickt.

Brachiale Dauer-Action kann durchaus Spaß machen, was bereits diverse andere simpel gestrickte Ballerorgien wie Bulletstorm und Schnetzelspiele wie Darksiders bewiesen haben. Diese runden das Paket jedoch oftmals mit abwechslungsreichen Gegnern, unterschiedlichen Schauplätzen und einer breiten Palette an Angriffsmöglichkeiten ab. In Warhammer 40000: Space Marine wird das Geschnetzel bald zur Routine. Das liegt nicht zuletzt an den extrem linearen, sich stark ähnelnden und teils künstlich gestreckt wirkenden Schauplätze, in denen wir immer wieder mit derselben Flut an immer gleichen Gegnern konfrontiert werden. Zu lange stampfen wir durch die immer wiederkehrenden Stadtruinen oder Lagerhallen um die immer gleichen Orktrupps zu bekämpfen. Erinnerungswürdige Momente und »Aha!«-Effekte sind rar gesät. Hier hätte das Vorbild mit seinen Dschungel-, Wald- und Sumpfplaneten mehr zu bieten gehabt.

Nur gelegentlich wird der Spielverlauf etwas aufgelockert, etwa durch moorhuhnartige Ballereinlagen an Geschützen oder Abschnitten, in denen wir uns ein Sprungmodul umschnallen. Dann wird die Spielumgebung plötzlich offener und mehrstöckig. Das Ganze ist echt spaßig, steckt in dem Apparat doch jede Menge Saft, mit dem wir uns schon mal mit Wucht vom Himmel mitten in die Orkmassen stürzen und so mit großem Kawumm-Faktor ordentlich Chaos anrichten. Die Steuerung per Maus und Tastatur funktioniert bei diesen schnellen Aktionen flüssig und einwandfrei, ist jedoch ein klein wenig überladen.