World of Warcraft - PC

Online-Rollenspiel  |  Release: 11. Februar 2005  |   Publisher: Blizzard Entertainment
Seite 1 2 3 4

Special: World of Warcraft erst »ab 18«

Berechtigte Forderung oder totaler Unsinn?

Neben gewalthaltigen Spielen ist die Suchtgefahr von Computerspielen das meistdiskutierte Thema in der Öffentlichkeit. Nach der Vorstellung der jüngsten KFN-Jugendstudie forderten Experten und Politiker, Online-Rollenspiele wie World of Warcraft dürfen erst an Erwachsene verkauft werden. Eine berechtigte Forderung oder totaler Unsinn?

Von Rene Heuser |

Datum: 30.03.2009


Der Direktor des Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), Prof. Christian Pfeiffer, hat zusammen mit der Vorstellung einer neuen Jugendstudie gefordert, dass Spiele wie World of Warcraft künftig nur noch an Erwachsene verkauft werden dürfen. Die derzeitige Alterseinstufung von »ab 12 Jahren« sei nicht ausreichend. Dem Bericht zufolge sind 8,5 Prozent der Spieler von World of Warcraft spielsüchtig: hochgerechnet auf ganz Deutschland würden mehr als 14.000 Jugendliche suchtartiges Verhalten mit Kontrollverlust und Entzugserscheinungen zeigen. 23.000 weitere werden als akut gefährdet eingestuft. Die WoW-Nutzer unter den befragten 15-jährigen Jungen würden im Schnitt 3,9 Stunden am Tag spielen.

Aber wie realistisch ist eine Alterskennzeichnung »Ab 18« für World of Warcraft & Co. und welche tatsächlichen Auswirkungen hätte dies?

Bestimmung des Suchtpotenzials

World of Warcraft erst »ab 18« : Stoned vor dem Schirm-Artikel (Spiegel-Ausgabe: 12/2009) Stoned vor dem Schirm-Artikel (Spiegel-Ausgabe: 12/2009) Laut Pfeiffer und Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann soll die in Deutschland für die Alterskennzeichnung zuständige Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) Spiele nicht nur auf ihren Gewaltgrad und sexuelle Inhalte überprüfen, sondern auch auf die Suchtgefahr. Bisher ist dies kein Kritierium für die Beurteilung von Computer- und Videospielen. Im Magazin Der Spiegel sagte Pfeiffer: »Dass bei der Einstufung eines Spiels die Suchtgefahr kein Kriterium ist, ist ein unhaltbarer Zustand. Das darf nicht so bleiben«.

Die USK tut sich bisher schwer, Sucht als Kritierum zu berücksichtigen: »Wir wissen nicht, ob Spielen abhängig macht. Uns fehlt noch die empirische Datenlage«, sagte Jürgen Schattmann, Referatsleiter im NRW-Jugendministerium, der die USK für die Länder kontrolliert, im gleichen Spiegel-Artikel. Aber zumindest gäbe es bereits erste Überlegungen in diese Richtung.

Wie das in der Realtität aussehen kann, ist bislang völlig unklar. Bei Online-Titeln wie World of Warcraft (WoW) oder Warhammer Online entwickelt sich erst im Zusammenwirken mit anderen Menschen das tatsächliche Spielerlebnis. Da die USK die Spiele aber vor der Veröffentlichung einstufen muss, wird eine abschließende Beurteilung erschwert. »Man sieht Spielen nicht an, ob sie exzessives Spielverhalten fördern«, sagte der USK-Geschäftsführer, Olaf Wolters, der Nachrichtenagentur dpa.

World of Warcraft erst »ab 18« : KFN-Studie: Wie lange spielen Jugendliche pro Woche? (Quelle: Spiegel.de) KFN-Studie: Wie lange spielen Jugendliche pro Woche? (Quelle: Spiegel.de) Erschwerend kommt hinzu, dass das mögliche Suchtpotenzial eines Spiels auch stark mit dessen Qualität zu tun hat. WoW hat auch deshalb so viele Suchtspieler, weil es so beliebt und erfolgreich ist. Dies würde im Umkehrschluss bedeuten, schlechte Spiele, die weniger Spaß machen, würden ein geringeres Suchtpotenzial aufweisen. Einziges objektives Kriterium wäre der Zeitaufwand: Suchtkritiker beklagen an WoW vor allem, dass die Belohnungsstruktur ein großes Zeitinvestment nötig macht. Andere Online-Rollenspiele wie etwa Eve Online oder Guild Wars haben ein anderes Belohnungs- oder Levelsystem und sind mit weniger Zeitaufwand zu spielen. Fraglich bleibt aber, wie Änderungen am Spiel, zum Beispiel durch Patches oder Addons, sich dann auf die Einstufungen auswirken. Die jüngste Erweiterung von World of Warcraft, Wrath of the Lich King, vereinfachte beispielsweise das Spiel deutlich und verringerte somit auch den Zeitaufwand, um wertvolle Belohnungen zu erhalten.

Einschätzung

Die USK wird in der Praxis vor dem Release kaum eine zutreffende Prognose über das Suchtpotenzial eines Spiels abgeben. Zudem müssten erst verbindliche und allgemeingültige Kriterien und Methoden festgelegt werden, die das Suchtpotenzial eines Spiels bestimmt werden kann. Sehr wahrscheinlich müsste das Gutachter-Personal bei der USK deutlich vergrößert werden.

Um die Ungleichbehandlung zu verhindern und spätere Entwicklungen vorherzusehen, könnten alternativ alle Online-Spiele oder Titel mit hohem Mehrspieler-Anteil eine pauschale Einstufung »ab 18 Jahren« erhalten. Dies würde aber unweigerlich die Frage nach der Verhätlnismäßigkeit aufwerfen und sehr wahrscheinlich zu Klagen vor Gericht führen.

INHALTSVERZEICHNIS

Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Diesen Artikel:   Kommentieren (99) | Drucken | E-Mail
FACEBOOK:
TWITTER:
 
WEITERE NETZE: Weitersagen
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
1 2 3 ... 10 weiter »
Avatar bastille
bastille
#1 | 30. Mrz 2009, 17:52
interessante frage......
auf die verschiedenen meinungen bin ich mal gespannt.
wow ab 12 mit diesem suchtfaktor-hintergrund war schon immer etwas heikel.
rate (80)  |  rate (25)
Avatar Chef-Koch
Chef-Koch
#2 | 30. Mrz 2009, 17:54
mhh sehe keine News :/
aber ich erschließe mir jetzt einfach mal aus der Überschirft den Text und gebe meine Meinung dazu:

Ich finde WoW sollte unter mehr Aspekten als der Grafik oder Aktionen beurteilt werden. Das heißt, wenn man in dem Spiel einen zu hohen Suchtfaktor sieht, sollte man es erst einer Bevölkerungsgruppe zugänglich machen, die damit umgehen kann (für mich 16+). Ansonsten ist es immernoch der Prüfstelle überlassen ab wie viel Jahren sie es zulässt.

(wenn ich irgendwas geschrieben hab was schon in der news steht, oder evt. auch gatr nicht zum Thema passt: sorry, ich sehe keine News ^^)
rate (46)  |  rate (16)
Avatar Sempai02
Sempai02
#3 | 30. Mrz 2009, 17:57
Rein vom Suchthintergrund sollte man schon nachdenken, ob MMOGs - bei denen diese Prinzip ja auch vom Entwickler gefördert wird durch Itemwah und Downtimes - nicht erst ab 18 freigegeben werden sollten. Ob man dafür nun eine reißerische "WoW ab 18!!!!!!!!!"-Überschrift braucht, sei dahingestellt. Wenn man aber sieht, wie sehr MMOGs die Menschen reinziehen, muss im Bereich Jugendschutz was gemacht werden, mal abgesehen davon, dass es mir schon jetzt davor graut, wenn ich sehe, dass viele der heutigen MMOGler (gerade die bei WoW, wo das Niveau im Erdkern steckt) Verhaltensformen aufweisen, die jeden Personalsachbearbeiter nur zu einem "Ablage P mit der Bewerbung" führen lassen.

PS: Notfalls würde es vielleicht helfen, wenn bei der Anmeldung die Personnummer verlangt werden würde. Das hilft zwar nicht gegen "coole, große Brüder" oder dumme Eltern, aber es wäre ein Anfang. Hätte ich ein Kind, würde ich es nicht z.B. WoW zocken lassen.
rate (62)  |  rate (14)
Avatar Trojan_installer.exe
Trojan_installer.exe
#4 | 30. Mrz 2009, 17:58
Für den Fall dass die in der Überschrift enthaltene Frage ernst gemeint ist: DEFINITIV JA! WoW ==> Sucht ==> Sozialer Abstieg ==> Leiden ==> Flucht in virtuelle Welten ==> ... (ein Teufelskreislauf!).

Einige Jugendliche sind nicht in der Lage zu sehen, was wirklich wichtig ist und versinken einfach in den virtuellen Welten von WoW, GW etc. Stellt sich die Frage, ob man auf diese Minderheit tatsächlich Rücksicht nehmen sollte und das Spiel generell für alle Personen erst ab 18 Jahren zugänglich machen sollte - vorallem vor dem Hintergrund, dass die Leute, deren LEBENSAUFGABE TATSÄCHLICH NUR DARIN BESTEHT, IN EINEM MMORPG ERFOLG ZU HABEN, über diverse Umwege doch an diese Spiele kommen werden.
Die Leute allerdings, die potentiell gefährdet sind, bisher aber noch nicht in Kontakt zu solchen Games gekommen sind, könnten durch eine Anhebung der USK-Einstufung tatsächlich davor bewahrt werden.

rate (78)  |  rate (11)
Avatar IPreferQuake3
IPreferQuake3
#5 | 30. Mrz 2009, 17:58
Ich bin sowieso dafür dass jeder auf der stelle Standrechtlich erschossen wird der dieses lahme Mistspiel spielt. Damit die Leute mal andere Spiele kaufen und durch ihre Einkäufe pushen.
:P

:ugly: :ugly:
rate (46)  |  rate (111)
Avatar Chef-Koch
Chef-Koch
#6 | 30. Mrz 2009, 18:01
ahh so jetzt sehe ich die News xD

also erstmals: 140min pro Tag? na und? das is doch in meinen Augen ein klacks -.- In meiner schulzeit habe ich am Tag, in der stressigsten Zeit ,also Abi, am Tag 3 Stunden gelernt und den ganzen Rest vorm Bildschirm verbracht, entweder allein oder mit Kumpels mit meiner ps3. Am Wochenende bin ich dann immer noch schön saufen gegangen und habe trotzdem mein Abi sauber mit 1,8 schnitt geschafft Oo. Als Ich neuntklässler war, war ich wesentlich länger als 140 minuten pro Tag am Bildschirm, was soll man denn auch anderes machen, wenn grad kein Kumpel zur Hand ist, weil sie (wer hätte es gedacht) alle zocken...

(Meine zeit vor dem Bildschirm habe ich zwar größtenteils nicht mit zocken verbracht, aber ich denke in dem Artikel macht das kein Unterschied...)

rate (39)  |  rate (27)
Avatar S*C*N*R
S*C*N*R
#7 | 30. Mrz 2009, 18:02
für den suchtfaktor sind die eltern verantwortlich, im normalfall würden sie es ja auch nicht zulassen wenn der sohnemann sich sein heroin im kinderzimmer auf dem löffel warm macht und es sich in die venen spritzt.

vor dem hintergrund der monatlichen kosten würde ich mich aber für eine "ab18" einstufung aussprechen.

die tägliche spielzeit als argument für ein u18-verbot zu benutzen finde ich sehr interessant, schliesslich wird dieses argument nicht für eine "ab18" einstufung für fernseher schauen verwendet. aber mit TV kann man die kids ja auch schön zum konsum auffordern, während die wow-opfer höchstens mal ihr geld für etwas virtuelles gold bei ebay liegen lassen... oder? ^^
rate (45)  |  rate (9)
Avatar markw
markw
#8 | 30. Mrz 2009, 18:06
@IPreferQuake3

have fun dying, immer der gleiche Unfug, du bist sicher einer von denen die bei solchen Regelungen das Spiel net spielen dürfen....

Man kann alle Tätigkeiten von Jugendlichen so auslegen, dass es Suchtfaktoren gibt....Jugendlicher mit Freundeskreis -> rauchen, saufen, randalieren....los allesamt die Freunde verbieten und sofort eine Ausgangsperre verhängen!

Erwähnt wird ja nie, wieviele Leute WoW eigentlich verbindet, dass tausende in 40er Raids zusammen Spaß haben, dass dieses Spiel vielleicht auch teilweise richtige Freundschaften bildet, mein Gott, sobald ein völlig aus der Welt gefallener Jugendlicher wild um sich schießt, gibt es 25400 Spiele die sofort verboten werden müssen, am Besten Haftstrafen für alle "Killerspiele Spieler"!
rate (24)  |  rate (37)
Avatar Zele
Zele
#9 | 30. Mrz 2009, 18:06
Also de Facto ist World of Warcraft in Deutschland so gut wie erst ab 18, insofern müssten nur gewisse Gesetze und Vorschriften konsequent umgesetzt werden....wenn aber nicht geprüft wird, ob derjednige, der das Abo abschließt, volljährig ist, ändert sich halt nichts. Alternativ kann man die Eltern anprangern, die die Abos für ihre minderjährigen Kinder abschließen.

PrePaid-Cards sind da natürlich aussen vor, aber der Großteil der Kunden zahlt eben anders....
rate (4)  |  rate (8)
Avatar TheRight
TheRight
#10 | 30. Mrz 2009, 18:08
Die deuten indirekt auf Seite 2 an Bier wäre ungesund....

FREVEL !!!
:ugly:

Mal im Ernst: Ich finde WoW sollte nicht ab 12 sein, weil man in dem Alter einfach nicht in der Lage ist Prioritäten gut genug zuzuordnen. Darum versumpfen manche sehr früh in PC Spielen, weil sie es als zu wichtig, bzw andere Dinge für nicht wichtig genug erachten
rate (52)  |  rate (8)

DiRT 3 (PC), Codemasters
14,99 €
zzgl. 0,00 € Versand
bei MMOGA
Anno 2070 (PC), Ubisoft
19,99 €
zzgl. 0,00 € Versand
bei MMOGA
ANGEBOTE
PROMOTION
AKTUELLE RELEASES
» zum Release-Kalender
Partnerseite
SpeedyDragon.de ist offizielle Partnerseite von Gamestar.de
» zur Partnerseite

Details zu World of Warcraft

Plattform: PC
Genre Rollenspiel
Untergenre: Online-Rollenspiel
Release D: 11. Februar 2005
Publisher: Blizzard Entertainment
Entwickler: Blizzard Entertainment
Webseite: http://www.wow-europe.com
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 25 von 4485 in: PC-Spiele
Platz 5 von 183 in: PC-Spiele | Rollenspiel | Online-Rollenspiel
 
Lesertests: 5 Einträge
Spielesammlung: 1520 User   hinzufügen
Wunschliste: 6 User   hinzufügen
Spiel empfehlen:
World of Warcraft im Preisvergleich: 12 Angebote ab    9,90 €  World of Warcraft im Preisvergleich: 12 Angebote ab 9,90 €
 
top Top
Werde Fan von GameStar auf FacebookFacebook Aboniere den YouTube-Kanal von GamestarYouTube Besuche Gamestar auf Google+Google+ GameStar auf Twitter folgenTwitter Alle RSS-Feeds von GameStar.deRSS-Feeds Jetzt GameStar-Newsletter bestellenNewsletter
© IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten