Darf man Programme schreiben, die zum Betrügen in Online-Rollenspielen dienen? Als Anwender solcher Programme hat man schlechte Karten: Per Geschäftsbedingungen schließen Onlinerollenspielbetreiber die Benutzung aus und sanktionieren das entsprechend. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Betrügereien existieren. Blizzard möchte jetzt gerichtlich Klärung schaffen. Die Firma hat den US-Amerikaner Michael Donnelly, den Schöpfer des World-of-Warcraft-Automatisierungsprogramms Glider, in Arizona verklagt. Als Begründung führt Blizzard vor Gericht an: "Blizzards Designerwartungen werden vereitelt und die [Spiel-]Ressourcen werden uneinheitlich benutzt, wenn Bots in das WoW-Universum eingeführt werden, da Bots viel mehr Zeit im Spiel verbringen als gewöhnliche Spieler und dabei die ganze Zeit Ressourcen verbrauchen."

World of Warcraft : Blizzard argumentiert auch in diesem Fall mit den allgemeinen Geschäftsbedingungen, die jeder Spieler abnicken muss, da wie in Deutschland in den USA Firmen der Vertragsfreiheit unterliegen. Nach diesem Vertrag dürfen die Programme nicht eingesetzt werden. Außerdem sieht der Spieleentwickler seine Copyright-Rechte verletzt, da Glider ein Abbild des Spiels im Hauptspeicher des PCs erstelle.

World of Warcraft : Donnelly hingegen argumentiert, dass keine Copyright-Verletzung vorliege, da er den eigentlichen Spielclient nicht kopiere. Außerdem habe er die erste Versions seines Programmes schon zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, als die Spielbedingungen noch keine Reglung zu Bots enthielten.

Beide Parteien warten nun auf den Ausgang des Gerichtsverfahrens.