XCOM: Enemy Unknown - PC

Rundenstrategie  |  Release: 12. Oktober 2012  |   Publisher: 2K Games / Sports
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XCOM: Enemy Unknown im Test

Ein Remake zum Verlieben

XCOM: Enemy Unkown im PC-Test: Ein Rundenstrategie-Klassiker feiert sein Comeback. Bloß: Wie feiert er eigentlich? Wir meinen: Er rockt und rollt bis zum Morgengrauen!

Von Jochen Gebauer |

Datum: 09.10.2012


Zum Thema » Test-Video zu XCOM Kommentierte Spielszenen & Fazit » XCOM: Die Serie Themen-Galerie mit allen Spielen » Report: Das Tal der Verzweiflung Wenn Spiele keinen Spaß machen Mit Remakes ist es wie mit dem ersten Tanzkurs: Nach zwei Schritten ist man auf mindestens sechs Füße getreten. Im Fall von XCOM: Enemy Unknown gehören diese Füße bloß nicht zu halbwüchsigen Debütantinnen - sondern zu hartgesottenen Rundenstrategie-Veteranen, die das Original (in Deutschland besser unter dem Titel UFO bekannt) längst zum Kultspiel erklärt haben, zum Schwarm durchzockter Kindheitsnächte und zum Sinnbild für eine Jugend, in der Spiele zwar nicht hochauflösend waren, aber originell und komplex und liebevoll.

Es gehört Mumm dazu, ein solches Spiel neu aufzulegen, denn die Fallhöhe ist enorm - die Entwickler von Jagged Alliance: Back in Action könnten ein Liedchen davon singen. Wer für XCOM eine ähnliche Bauchlandung - solides Spiel, aber einfach kein XCOM - befürchtet, den können wir an dieser Stelle beruhigen: Es ist ein XCOM. Was nicht bedeutet, dass Ihre Füße unbeschadet davon kämen; aber nach der ersten durchgetanzten Nacht war zumindest uns das ganz egal.

Steam-Pflicht
XCOM: Enemy Unknown muss über die Onlineplattform Steam aktiviert werden. Dazu ist eine Internetverbindung notwendig. Anschließend lässt sich das Spiel auch offline starten, kann aber nicht mehr weiterverkauft werden.

XCOM: Enemy Unknown : Special Edition

Die PC-Version von XCOM: Enemy Unknown gibt es auch als Special Edition mit zusätzlichen Inhalten. Die Fassung kostet zum Release rund 60 Euro und liefert neben der Vollversion des Spiels auch ein Poster, ein Artbook, XCOM-Abzeichen und digitale Bonus-Items, darunter Desktophintergründe, der Soundtrack und mehr mit.

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Bringen wir die Blessuren also hinter uns: Das neue XCOM erleichtert die Rundenkämpfe um etliche spielerische Feinheiten des Originals - und ja, auch um eine gewisse Komplexität. Unsere Soldaten können sich nicht mehr auf Befehl hinlegen oder in die Hocke gehen, die Zeiteinheiten sind Geschichte, das Inventar-Management wurde radikal vereinfacht und Werte sowie PSI-Kräfte der Truppen spielen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

XCOM: Enemy Unknown : In die Hocke gehen unsere Soldaten nun automatisch, wenn wir sie hinter eine Deckung bewegen. In die Hocke gehen unsere Soldaten nun automatisch, wenn wir sie hinter eine Deckung bewegen.

Das muss man als eingefleischter Fan der Vorlage freilich nicht mögen; aber anspruchslos geht’s beim Remake trotzdem nicht zu. Und wie XCOM - oder besser gesagt: wie UFO - spielt es sich auch.

Köpfchen statt Kawumm

Wer beim letzten Absatz leise »Häh?« dachte, weil er das Original nicht kennt, dem sei kurz das grundlegende Spielprinzip erklärt: Aliens greifen die Erde an. »Tun die doch dauernd«, mag dieser jemand nun murmeln - stimmt. Im Gegensatz zu anderen Spielen (oder Filmen) gibt’s dabei aber weder US-Pathos noch reichlich Bumm und ganz viel Kawumm; stattdessen ziehen wir den ETs das außerirdische Fell mit Köpfchen über die Ohren. Während wir in taktischen Rundengefechten Entführungen vereiteln, UFO-Landezonen überprüfen oder Zivilisten retten, organisieren wir parallel im globalen Strategiemodus die Verteidigung der Menschheit.

XCOM: Enemy Unknown : In Terror-Einsätzen müssen wir nicht nur Aliens umlegen, sondern auch Zivilisten retten - idealerweise, bevor die von den Aliens umgelegt werden.

Terror-Einsatz
In Terror-Einsätzen müssen wir nicht nur Aliens umlegen, sondern auch Zivilisten retten - idealerweise, bevor die von den Aliens umgelegt werden.

Dieser Strategiemodus wiederum findet in unserer Heimatbasis statt. Hier bauen wir neue Einrichtungen wie Labore (erhöhen die Forschungsleistung) oder eine Gießerei (gewährt Zugriff auf Ausrüstungsupgrades), verstärken mit neuen Satelliten-Kontrollzentren die weltweite Luftüberwachung, heuern Soldaten an und stellen Abfangjäger auf. Der Ausbau unserer Basis in mehreren Untergrundebenen motiviert; muss er aber auch, schließlich dürfen wir im Gegensatz zum Original nur noch diesen einen Stützpunkt kommandieren - anstatt gleich mehrere über den ganzen Globus zu verteilen.

Mit dem nötigen Kleingeld versorgt uns wie gewohnt der XCOM-Rat am Monatsende. Je mehr Mitgliedsstaaten wir mit Satelliten überwachen, umso höher fällt unser monatliches Budget aus. Können wir zu Beginn lediglich reagieren, haben also alle Hände voll damit zu tun, die drohende Invasion irgendwie abzuwenden, holen wir im weiteren Spielverlauf zum Gegenschlag aus. Das fühlt sich sehr befriedigend an, aber leider verschenkt Firaxis beim Finale viel Potenzial. Inwiefern? Das lässt sich ohne fiese Spoiler leider kaum erklären.

Erst laufen, dann schießen

XCOM: Enemy Unknown : Das Schießen will gut überlegt sein, denn anschließend ist die Runde für diesen Soldaten beendet. Das Schießen will gut überlegt sein, denn anschließend ist die Runde für diesen Soldaten beendet. Die wirklich gravierenden Änderungen des Remakes finden sich also - wie bereits erwähnt - in den rundenbasierten Kampfeinsätzen. Hatte im Original noch jeder Soldat ein festgelegtes Kontingent an so genannten Zeiteinheiten, die bei jeder Aktion (wie beispielsweise Drehen, Hinlegen oder Nachladen) allmählich verbraucht wurden, stellt XCOM auf ein »Laufen plus Aktion«-Modell um. Sprich: Jeder Soldat darf pro Runde zunächst laufen und dann genau eine Aktion ausführen, also etwa schießen oder eine Tür öffnen.

Führen wir die Aktion vor dem Laufen aus, ist die Runde für diesen Soldaten beendet. Alternativ dürfen wir auch sprinten, was die Reichweite erhöht, aber keine anschließende Aktion mehr zulässt. Taktisch also lautet die grundlegende Frage: Laufen wir überhaupt - und wenn ja, wie weit? »In die nächste Deckung auf jeden Fall«, wäre eine gute Antwort, denn wenn die Mitglieder unseres maximal sechsköpfigen Trupps ungeschützt in der Pampa rumstehen, dann sind sie schneller hin als wir »UFO« sagen können.

XCOM: Enemy Unknown
Die Dünnen Männer haben nicht nur einen Sonnenbrillen-Fimmel, sondern können auch Giftwolken spucken.

Das Prinzip bleibt bei nahezu jedem Einsatz gleich: Die Aliens finden, die Aliens umlegen. Gelegentliche Terror-Einsätze, bei denen wir parallel so viele Zivilisten wie möglich retten müssen, oder spezielle Missionen des XCOM-Rates lockern diesen Trott allerdings auf.

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#1 | 09. Okt 2012, 16:16
Ich muss gestehen, dass ich das Original nicht gespielt habe. Da ich aber im Laufe der Zeit viel Gutes darüber gelesen habe, bin ich froh, dass die Neuauflage anscheinend geglückt ist.
Dass die deutsche Synchro/Übersetzung so mies ist, ist natürlich schade. Wie ist denn das original voice acting?

Was Menüführung und -optik angeht muss man wohl auf Patches hoffen, sollte doch nicht so schwer sein, da noch ein bisschen dran zu feilen.
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Avatar god_of_war
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#2 | 09. Okt 2012, 16:21
Das Spiel werde ich mir auf jeden Fall holen.
Die demo sah schon richtig gut aus und ne Wertung von 85, super !
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Avatar Kaimanic
Kaimanic
#3 | 09. Okt 2012, 16:27
Endlich ist es da. Eure Wertung, kann mir egal sein. Von mir bekommt es 111%. Und das miese Wetter kann mir jetzt auch egal sein. Naja, ab Freitag. Wer es damals nicht gezockt hat, wird meine Begeisterung wohl nicht ganz nach vollziehen können.
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Avatar s8c
s8c
#4 | 09. Okt 2012, 16:36
Eines der wenigen Spiele, die ich mehr oder weniger Blind vorbestellt habe. 85% von GS stimmt mich zuversichtlich das dies kein Fehler war, wenn man bedenkt dass mir sogar das deutlich schlechter bewertete "Jagged Alliance - Back in Action" durchaus Spaß gemacht hat.

Als Fan der ersten Stunde kann man wohl sowieso noch einen Fan-Bonus drauf packen und so freue ich mich jedenfalls riesig auf X-Com, hoffe dass es auch finanziell ein Erfolg wird so dass in absehbarer Zeit Terror from the Deep ein Remake erhält.
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Einkaufswagen
#5 | 09. Okt 2012, 16:40
Zitat von s8c:
Eines der wenigen Spiele, die ich mehr oder weniger Blind vorbestellt habe. 85% von GS stimmt mich zuversichtlich, wenn man bedenkt dass mir sogar das deutlich schlechter bewertete Jagged Alliance Back in Action durchaus Spaß gemacht hat.

Ich freue mich jedenfalls riesig auf X-Com, hoffe dass es auch finanziell ein Erfolg wird so dass in absehbarer Zeit Terror from the Deep ein Remake erhält.


Exakt meine Meinung (sogar im Bezug auf JA ^^) - und TftD hat mir damals auch noch ein Itzchen besser gefallen als "UFO" :D
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Avatar madfreak
madfreak
#6 | 09. Okt 2012, 16:43
Wenn ich das richtig sehe gibts bei einer Vorbestellung innerhalb der nächsten 2,5 Tage bei Steam Civilization 5 gratis dazu..?!
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Avatar Husky666
Husky666
#7 | 09. Okt 2012, 16:47
Die Gamestar Wertung ist die gleiche wie das Original damals von der PCGames bekam :ugly:
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itistoolate
#8 | 09. Okt 2012, 16:48
Ich hab ja befürchtet das die Komplexität runtergeschraubt wird. Warum nur, trauen die den Spielern heutzutage nichts mehr zu oder sind die Gamer etwa wirklich so hohl?

Ich hoffe ja das es gut zu modden ist und die Community das noch etwas besser macht.

PS: Ich werds mir auch zulegen. Vllt gibt es dann ja auch ein neues Terror from the Deep.
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#9 | 09. Okt 2012, 16:48
Tut mir Leid, das war ne Art Doppelpost. Da ist was beim editieren schiefgelaufen :D
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Avatar GeneralGonzales
GeneralGonzales
#10 | 09. Okt 2012, 16:50
Da isses endlich ! Seit Ankündigung warte ich darauf, meine CE kommt Freitag und es rockt !!!
Ich bin wieder 22 und spiele XCOM ! Die Welt kann so schön sein - bitte nicht untergehen am 21.12., bis dahin bin ich noch nicht satt von dem Spiel :-)))
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Details zu XCOM: Enemy Unknown

Plattform: PC (PS3, Xbox 360, iOS)
Genre Strategie
Untergenre: Rundenstrategie
Release D: 12. Oktober 2012
Publisher: 2K Games / Sports
Entwickler: Firaxis Games
Webseite: http://www.xcom.com/enemyunkno...
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
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