Schluss mit Ultra: Warum ihr euch teure Grafikkarten-Upgrades oft sparen könnt

Manchmal reicht es, ein wenig die Grafik runterzuschrauben.

Video starten 57:01 Der Sargnagel für AAA-Gaming

In einem unserer Tech-Talks zur IFA 2026 ging es vor allem um das wohl leidigste Thema in der Gaming- und Hardware-Branche: Die Preise für steigen unvermindert weiter und treiben die Kosten für neue Komponenten in schwindelerregende Höhen.

Um mehr FPS zu bekommen, müsst ihr deshalb aber nicht automatisch neue Hardware kaufen. Oft reicht ein Blick in die Grafikmenüs eurer Spiele – oder der Verzicht auf einen 4K-Bildschirm, wie GameStar-Legende Michael Graf selbst erfahren musste.

Ultra vs. Hoch: Der optische Unterschied ist minimal

In vielen modernen Titeln stellt sich die Frage, ob die höchsten Grafikeinstellungen überhaupt noch einen nennenswerten sichtbaren Mehrwert bieten. Direkte Bildvergleiche in Spielen wie Assassin’s Creed: Shadows oder dem Gothic Remake zeigen, dass die Unterschiede zwischen den höchsten und den darunterliegenden Presets oft erstaunlich klein ausfallen.

Feine Details bei Schatten, Gras oder der Umgebungsbeleuchtung sind zwar vorhanden. Beim normalen Spielen dürften sie vielen von euch aber kaum auffallen – insbesondere dann, wenn sich die Kamera bewegt und gleichzeitig jede Menge auf dem Bildschirm passiert.

Zwischen Einstellungen wie »Extrem« beziehungsweise »Ultra« und »Hoch« liegen häufig noch weitere Qualitätsstufen. Trotzdem lohnt es sich, zunächst genau diese beiden Presets miteinander zu vergleichen.

»... weil einfach dieser letzte Funke an Grafik so viel mehr Rechenleistung kostet, dass es sich für viele Spieler wahrscheinlich gar nicht lohnt und dass es viele Spieler auch gar nicht brauchen.«

  • Jan Stahnke, Tech Team
AC Shadows – Höchste Grafikeinstellungen AC Shadows – Hohe Grafikeinstellungen (Zwei Presets niedriger) AC Shadows – Höchste Grafikeinstellungen AC Shadows – Hohe Grafikeinstellungen (Zwei Presets niedriger)

Bis zu 30 Prozent mehr FPS ohne spürbaren Grafikverlust

Während die zusätzlichen Details oft kaum auffallen, kann die höchste Grafikstufe ordentlich Leistung kosten. Wer die Einstellungen um ein oder zwei Presets reduziert, entlastet seine Grafikkarte und kann dadurch zusätzliche FPS gewinnen.

Im Talk wird ein möglicher Performance-Gewinn von bis zu rund 30 Prozent genannt. Das ist allerdings kein allgemeingültiger Messwert: Wie viel Leistung ihr tatsächlich zurückbekommt, hängt unter anderem vom Spiel, den gewählten Grafikoptionen und eurem System ab.

»Meine Empfehlung: Vielleicht einfach mal auf »Hoch« runter, mal ein, zwei Presets. Der Unterschied wird euch nicht großartig auffallen.«

Jan Stahnke, Tech Team

Gerade wenn ihr mit einer älteren Grafikkarte spielt oder in einem anspruchsvollen Titel nur knapp an euer gewünschtes FPS-Ziel herankommt, ist das einen Versuch wert. Ihr müsst dafür weder neue Hardware kaufen noch das komplette Spiel auf niedrigste Details stellen.

Gothik Remake – Höchste Grafikeinstellungen Gothik Remake – Hohe Grafikeinstellungen (Zwei Presets niedriger) Gothik Remake – Höchste Grafikeinstellungen Gothik Remake – Hohe Grafikeinstellungen (Zwei Presets niedriger)

Die Monitor-Falle: Erst der Rechner, dann das Display

Auch beim Monitor kann die Wahl der Auflösung einen großen Unterschied machen. Eine höhere Auflösung bedeutet, dass die Grafikkarte deutlich mehr Pixel berechnen muss. Wer von WQHD auf 4K wechselt, erhöht damit den Leistungsbedarf und macht bestehende GPU-Limits oft noch deutlicher sichtbar.

Prüft deshalb vor dem Kauf eines neuen Displays, welche Auflösung und Bildrate euer Rechner tatsächlich liefern kann. Ein teurer 4K-Monitor bringt wenig, wenn die vorhandene Hardware die gewünschte Bildqualität nur mit stark reduzierten Einstellungen oder niedrigen FPS erreicht.

»Bloß nicht jetzt einen 4K-Bildschirm kaufen, Leute – ihr werdet euch nicht mögen.«

Michael Graf, Video Team

Nutzwert-Check: So holt ihr mehr Leistung aus eurem PC

  • Presets gezielt absenken: Testet zunächst »Hoch« statt »Ultra« oder »Extrem«. Der optische Unterschied fällt oft geringer aus als der Performance-Verlust der höchsten Stufe.
  • Einzelne Grafikregler prüfen: Senkt weitere Einstellungen schrittweise ab, wenn ihr noch mehr FPS benötigt. So findet ihr heraus, welche Optionen bei euch besonders viel Leistung kosten.
  • Nicht blind auf 4K wechseln: Eine höhere Auflösung belastet die Grafikkarte deutlich stärker. Prüft deshalb vor dem Monitorkauf, was euer PC tatsächlich schafft.
  • Vor dem Aufrüsten testen: Bevor ihr Geld für neue Hardware ausgebt, probiert niedrigere Grafikpresets aus. Möglicherweise reicht die vorhandene Leistung bereits für ein flüssiges und trotzdem schönes Spielerlebnis.

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Fazit: Mehr FPS müssen nicht teuer sein

Bevor ihr Geld für eine neue Grafikkarte ausgebt, lohnt sich ein Blick in die Grafikmenüs. Der Wechsel von »Ultra« auf »Hoch« kostet euch in vielen Spielen kaum sichtbare Qualität, kann aber zusätzliche FPS bringen.

Gerade in Zeiten teurer Hardware ist das einer der einfachsten und günstigsten Wege, mehr Leistung aus eurem bestehenden PC herauszuholen.


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