Im Jahr 2008 füllte Spanien eine 300 Meter tiefe Kohlemine mit Wasser – vier Jahre später wurde daraus der größte künstliche See des Landes

Oder wie ein ehemaliger Bergbaubetrieb in Galicien zu einem der meistgenannten Beispiele für die Sanierung von Bergbaustandorten in Europa wurde

So kann auch die Kohlemine in eurer Nachbarschaft aussehen. (Bildquelle: Xataka | Nasa) So kann auch die Kohlemine in eurer Nachbarschaft aussehen. (Bildquelle: Xataka | Nasa)

Die Geschichte begann in den 1940er-Jahren, als der Abbau von Lignit (Braunkohle) in As Pontes, Spanien anlief. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Mine zum größten Kohletagebau des Landes und versorgte das Kraftwerk von Endesa, das zeitweise rund fünf Prozent des gesamten spanischen Strombedarfs deckte.

Nachdem etwa 260 Millionen Tonnen Kohle gefördert wurden, blieb eine gigantische Grube mit einer Tiefe von über 300 Metern zurück.

Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite Xataka und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.

Wie aus einer Mine ein See wird

Als der Tagebau 2007 geschlossen wurde, stand man vor der Frage, was mit diesem riesigen Hohlraum geschehen soll. Im Jahr 2008 startete ein ebenso ehrgeiziges wie ungewöhnliches Renaturierungsprojekt: die kontrollierte Flutung des ehemaligen Tagebaus.

Über einen Zeitraum von etwas mehr als vier Jahren wurden rund 547 Milliarden Liter Wasser eingeleitet – unter anderem gespeist aus Regenfällen und dem Fluss Eume. Bis zum April 2012 verwandelte sich der Krater so in einen der größten künstlichen Seen Spaniens.

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Viel komplizierter als nur den Wasserhahn aufzudrehen

Ein Loch dieser Größenordnung zu füllen, war nur ein kleiner Teil der Arbeit. Die Ingenieurteams mussten das Flutungstempo genau steuern, die Stabilität der Hänge überwachen und die chemische Entwicklung des Wassers permanent analysieren.

Spätere Untersuchungen zeigten, dass der See zwei klar voneinander abgegrenzte Schichten bildete, die durch eine unsichtbare Barriere getrennt sind: eine obere, sauerstoffreiche Schicht und eine tiefe, weitaus saurere und praktisch sauerstofffreie Schicht – das Ergebnis einer komplexen Mischung aus Wasser und Mineralien.

Das Ufer des heutigen Badesees. (Bildquelle: Xataka) Das Ufer des heutigen Badesees. (Bildquelle: Xataka)

Vom Industriestandort zum Naturparadies

Wo jahrzehntelang Bagger und Abraumhalden das Bild dominierten, entstand nach und nach ein völlig neues Ökosystem.

Es wurden Hunderttausende Bäume gepflanzt und mehr als tausend Hektar Land rekultiviert. Den Rest übernahm die Natur. Heute beheimatet das Gebiet Hunderte von Pflanzen- und Tierarten. Vögel, Fische und Säugetiere haben sich einen Raum zurückerobert, der noch vor wenigen Jahrzehnten ein gigantischer Industriekomplex war.


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Ein Badestrand, wo früher Bagger standen

Besonders deutlich wird die Verwandlung, wenn ihr euch dem Ufer nähert. Der See erstreckt sich über rund 865 Hektar, ist über fünf Kilometer lang und verfügt über einen künstlich angelegten Sandstrand, der seit 2021 wegen seiner hervorragenden Wasserqualität und Infrastruktur mit der Blauen Flagge (internationales Umweltsiegel für nachhaltige Badestellen und Sportboothäfen) ausgezeichnet ist.

Wo einst tonnenschwere Abbaumaschinen dröhnten, entspannen heute Familien beim Baden, während andere Kajak fahren, Stand-up-Paddling betreiben oder den 18 Kilometer langen Rundweg für Wanderungen nutzen.

Ein Vorbild für zukünftige Renaturierungen

Die Verwandlung von As Pontes hat das ehemalige galicische Bergbaugebiet zu einem der besten Beispiele für gelungene Minen-Renaturierung in Europa gemacht.


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Während andere Tagebauten in Deutschland, Polen, Australien oder den USA weiterhin mit Umweltbelastungen oder extrem sauren Seen kämpfen, zeigt das spanische Projekt: Mit kluger Planung, Geduld und Ingenieurskunst kann eine der größten industriellen Wunden eines Landes in ein beliebtes Ausflugsziel und ein neues Naturparadies verwandelt werden.


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