Archöologen haben in Frankreich drei antike Gefäße ausgegraben, die mit Zehntausenden Münzen gefüllt und 1.700 Jahre alt sind

Die Krüge lagen in einem antiken Viertel mit Fußbodenheizung. Der Fund zeigt, wie gallische Händler ihr Erspartes im Alltag verwalteten.

(Bildquelle: INRAP) (Bildquelle: INRAP)

Archäologen haben 2025 im Nordosten Frankreichs einen Sensationsfund gemacht. Konkret legten sie im Rahmen einer sogenannten Rettungsgrabung in der Gemeinde Senon drei spätantike Münzdepots in großen Keramikgefäßen frei.

Erste Schätzungen ergaben, dass sich darin rund 40.000 römische Münzen befinden könnten.

Ganz sicher ist das aber noch nicht.

Denn die Untersuchung ist noch in Gange. Eines der Gefäße soll etwa 23.000 bis 24.000 Münzen enthalten, ein weiteres bis zu 19.000. Im dritten befinden sich erstaunlicherweise aber nur drei.

Zudem ist die exakte Datierung noch offen. Die Forschenden gehen jedoch davon aus, dass die Münzen etwa zwischen 280 und 310 nach Christus dort vergraben wurden.

Doch trotz ihrer großen Menge handelt es sich wohl nicht um einen sagenhaften Schatz. Wie kann das sein?

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Nicht hastig vergraben

Besonders aufschlussreich ist dabei die Art der Lagerung.

Denn die großen Krüge wurden offenbar nicht in Eile vergraben, sondern in sorgfältig vorbereitete Gruben gesetzt. Ihre Öffnungen lagen sehr wahrscheinlich auf Höhe des damaligen Fußbodens.

Das deutet darauf hin, dass die Bewohner jederzeit Münzen hineinlegen oder herausnehmen konnten.

Es scheint daher plausibel, dass es sich um Haushaltskassen, gewerbliche Rücklagen oder anderweitig verwaltete Geldbestände handelte.

Die Archäologen prüfen außerdem, ob ein Zusammenhang mit einer nur rund 150 Meter entfernten Befestigungsanlage besteht.

Dann könnte das Geld beispielsweise für Soldzahlungen bestimmt gewesen sein. Oder es handelte sich um Steuereinnahmen.

Belegt ist aber beides nicht.

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Ein wohlhabendes Viertel

Feststeht allerdings, dass es sich um ein wohlhabendes Viertel gehandelt haben muss. Denn neben den zahllosen Münzen fanden die Wissenschaftler Keller, Öfen, Werkstattbereiche und sogar Reste einer antiken Fußbodenheizung.

Das legt eine Vermutung nahe: Vor 1.800 Jahren lebten dort gallische Händler oder Handwerker. Zumindest lag das heutige Senon damals im Einflussbereich der Mediomatriker, einem keltisch-gallischen Volksstamm.

Zu Beginn des 4. Jahrhunderts zerstörte ein großer Brand Teile des Viertels. Zwar wurde die Siedlung später noch einmal neu aufgebaut, doch auch sie fiel den Flammen zum Opfer. Das könnte erklären, warum die Münzen zurückgelassen wurden.

Wertvoller als ihr Preis

Wie viel der Fund heute wert ist, lässt sich nicht seriös sagen. Dafür müssen die Münzen zunächst gereinigt und genau bestimmt werden.

Vermutlich handelt es sich aber überwiegend um Stücke aus einer Kupferlegierung mit geringem Silberanteil. In der wirtschaftlich angespannten Spätantike waren sie typisches Umlaufgeld.


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Denn eine schwere Inflation und Währungskrise des Römischen Reichs im dritten nachchristlichen Jahrhundert führte zu enormer Geldentwertung, weshalb es große Mengen brauchte, um Nennenswertes anzusammeln.

Die rund 40.000 Münzen waren daher womöglich weniger sagenhafter Reichtum als Kleingeld in gewaltiger Menge.

Viel wichtiger ist aus wissenschaftlicher Sicht aber etwas anderes.

Die Münzen waren nicht einfach nur verstreut, sondern fein säuberlich gelagert. Das verrät etwas darüber, wie große Münzbestände in der Spätantike aufbewahrt und verwaltet wurden.

Sie erzählen also nicht einfach nur, ob jemand reich gewesen ist oder nicht, sondern vor allem, wie mit Geld im Alltag umgegangen wurde.


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