Die Römische Ziffer 4 kennt jeder: Warum ist sie bei vielen Uhren »falsch« geschrieben?

Die Darstellung der Zahl 4 als Römische Ziffer ist »IV«. Auf vielen Uhren steht allerdings »IIII«. Wieso?

Einer Legende nach hat die Darstellung »IIII« auch etwas mit dem Göttervater Jupiter zu tun. (Bild: Jan - adobe.stock.com) Einer Legende nach hat die Darstellung »IIII« auch etwas mit dem Göttervater Jupiter zu tun. (Bild: Jan - adobe.stock.com)

Analoge Uhren mit Zifferblättern haben etwas Erhabenes an sich. Besonders, wenn sie mit Römischen Ziffern bestückt sind, anstatt Arabischen, die wir heute im Alltag nutzen.

Doch ist euch schon mal aufgefallen, dass auf den Zifferblättern von Uhren die Römische 4 oftmals »falsch« geschrieben ist?

Zählen auf römisch: I, II, III … IIII?

Wir haben es vermutlich in der Schule gelernt oder im Internet gelesen: Römische Zahlen sind eigentlich Buchstaben, die sich manchmal auch durch Subtraktion zusammensetzen – wie die Römische 4 eben, dargestellt als »IV«.

So setzt sich die Römische 4 zusammen: »V« steht für 5 und das »I« vor der 5 gibt an, dass man eins abziehen muss. Also:

5 minus 1 gleich 4. Oder 5-1 = 4

Der Big Ben hat die Römische 4 auf seinem Zifferblatt übrigens »richtig«. (Bild: MariaFernanda - adobe.stock.com) Der Big Ben hat die Römische 4 auf seinem Zifferblatt übrigens »richtig«. (Bild: MariaFernanda - adobe.stock.com)

Warum sieht man auf vielen Uhren dann eine 4 dargestellt durch vier senkrecht Striche?

Tatsächlich ist die »IIII« nicht falsch; sogar die Römer hatten auf ihren Sonnenuhren bereits die vier Striche eingraviert, was an der Zählweise der Römer liegt, so Horando.

In der frühen Zeit des römischen Imperiums haben die Menschen nur mit Strichen gezählt. Die weiteren Buchstaben wie V oder X kamen erst später dazu, um Fünfer- und Zehnerschritte hinzuzufügen. Das sorgte für Übersicht.

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Beim Jupiter! Eine weitere These

Nicht geschichtlich belegt, eine These um den römischen Gott Jupiter. Der von den Römern verehrte Göttervater schrieb sich damals nämlich so: »IVPPITER«. »I« konnte man als J lesen und »V« auch als U.

Um Jupiter nicht zu erzürnen, haben die Römer infolgedessen nicht »IV« als Ziffer verwendet, sondern »IIII«. Den Gott des Himmels, des Donners, der Gerechtigkeit und der Vater aller anderen Göttinnen und Götter in eine Reihe mit anderen profanen Zahlen zu stellen, wäre auch wirklich herablassend gewesen.

Diese und weitere Legenden sind allerdings nicht bestätigt. So kann man online auch nachlesen, dass die »IIII« auf den Sonnenkönig Ludwig XIV zurückgeht, der die vier Striche als ästhetischer empfand und den Uhrmachern seines Königreichs vorschrieb, nur noch diese Schreibweise zu verwenden.

Tatsächlich gibt es keine richtige Schreibweise der Römischen 4. Sowohl »IV« als auch »IIII« sind korrekt, auch wenn ersteres heutzutage verbreiteter ist. Wenn es um Uhrmacher geht, ist es ihnen überlassen, welche Schreibweise sie auf ihren Zifferblättern verwenden. 

Oftmals wird »IV« als symmetrischer wahrgenommen, weil es die gegenüberliegende Seite des Zifferblattes, auf der die Zahl 8 (»VIII«) steht, optisch besser ausgleicht.

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