Vergangene Woche warnte Valve Kunden in Europa vor einem Datendiebstahl beim Versanddienstleister CEVA. Das Leck weitet sich nun aus: Der Konzern bestätigt, dass es nun auch das Pokémon Center erwischt hat. Auch unter deutschen Kunden soll es Betroffene geben.
Wir meinen damit natürlich nicht das virtuelle Krankenhaus aus Spiel und Anime, sondern den offiziellen Pokémon-Shop – der deshalb wohl auch einige Bestellungen storniert hat.
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Das zweite prominente Opfer
Wie Bleeping Computer berichtet, nutzt das Pokémon Center ebenso wie Valve den CEVA-Konzern für den Versand nach Großbritannien und Deutschland. Ebenso identisch ist auch der Angriffszeitraum zwischen dem 29. Juli und 1. August, in dem sich die weiterhin unbekannten Hacker den Zugriff auf die Lieferdaten verschaffen kontnen.
Und weil (in diesem Fall aller schlechten) Dinge drei sind, ist auch die erbeutete Datensammlung identisch. Konkret betrifft das Klarnamen, Adressen, hinterlegte Telefonnummern und Mail-Adressen sowie die Bestelldetails.
Stornierte Bestellungen und Jubiläumsedition im Fokus
Laut TechCrunch ist der operative CEVA-Schaden auf acht Warenlager in Europa einzugrenzen – diese Entdeckung führte auch dazu, dass weitere prominente Opfer wie die ING-Bank oder der Fußballverein Ajax Amsterdam zur Liste an Betroffenen aufgenommen wurden.
Für Kunden des Pokémon-Centers bedeutet der Hack übrigens nicht nur potenziellen Datendiebstahl, sondern auch eine Flut an stornierten Bestellungen. Im Pokeplush-Subreddit wird der genaue Wortlaut der Informationsmail bereitgestellt, in dem das Pokémon Center über das Geschehene berichtet.
Link zum Reddit-Inhalt
Sicherheitsfirma ruft zur erhöhten Wachsamkeit auf
Im Rahmen dieser Ereignisse meldet sich auch die Sicherheitsfirma Nordpass zu Wort. Head of Product Karolis Arbačiauskas erklärt das Datenleck zu »einem echten Wachsamkeitstest für Gamer«.
Zahlungsdaten und Passwörter blieben zwar außen vor, weil CEVA sie nie besessen habe – für überzeugende Betrugsversuche reichten Namen, Adressen und Bestelldetails aber ohnehin aus.
Da in diesem Fall reale Bestellungen storniert wurden, haben die Betrüger jetzt eine besonders tückische, weil glaubwürdige Ausrede zur Hand. Entsprechend sollten laut Arbačiauskas bei unerwarteten Nachrichten in diesem Kontext besonders die Sinne geschärft werden:
- NordPass warnt vor gefälschten SMS, Anrufen oder Mail, die angebliche Nachlieferungsgebühren fordern, Rückerstattungen versprechen oder eine stornierte Lieferung vortäuschen.
- Können die Betrüger über eine solche Phishing-Mail an die kompletten Zugangsdaten zum Pokémon Center gelangen, drohen drastische Folgeschäden bis zu gesperrten Bankkarten.
Reddit-Nutzer zeigt: Euer Passwort ist immer schneller weg – aber nicht wegen KI
Wie immer gilt, dass ihr eure Bestellungen am zuverlässigsten über die offizielle Shop-Webseite prüft – in diesem Fall also das Pokémon Center. Zudem wird euch kein seriöses Unternehmen direkt nach Passwort und/oder Zahlungsdaten fragen. Als dringlich gekennzeichnete Anfragen sollten hier ganz besonders die Alarmglocken schrillen lassen.
Ob weitere CEVA-Kunden Stellung beziehen (müssen), ist indes noch unklar. Nach Valve und dem Pokémon Center dürfte die Liste an Betroffenen aber noch nicht zu Ende sein.

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