Seit ich als Kind das Computerspiel Die Sims gespielt habe, ist für mich kaum etwas so futuristisch, wie humanoide Roboter für Zuhause. Im Spiel aus den frühen 2000ern war der Roboter-Butler »Servo« das absolute Premium-Produkt: Um sich den leisten zu können, musste man seine Sims schon sehr lange arbeiten schicken.
Einmal gekauft, erledigte der mechanische Helfer dann aber flink und stoisch alle im Haus anfallenden Aufgaben:
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25 Jahre später habe ich zum ersten Mal auf der IFA 2025 so einen humanoiden Haushaltsroboter gesehen und ich war erstaunt – aber nicht unbedingt von seinen Haushaltsfähigkeiten.
Neuras 4NE-1 soll noch dieses Jahr im Haushalt mithelfen
Insbesondere die alltäglichen Haushaltsaufgaben automatisieren Tech-Hersteller gerne. Staubsauger- und Rasenmäher-Roboter haben mittlerweile viele Menschen in ihrem Haushalt.
Und sie werden immer besser: Auf der IFA 2025 präsentiert Mova einen Mähroboter mit Greifarm, der uns natürlich sofort an Roborocks Saugroboter Saros Z70 von der CES erinnert: Der soll bei der Arbeit eure Wäsche am Boden zur Seite räumen.
Aber all die robotischen Helferlein bleiben in ihrer Funktion beschränkt. Denn wer räumt die Wäsche dann vom Boden auf, wäscht sie, bügelt sie, faltet sie und so weiter und so weiter?
Hier kommt der Roboter 4NE-1 (gesprochen: For Anyone
) von der deutschen Firma Neura ins Spiel. Er soll euch nämlich bei all diesen Aufgaben helfen – und muss dafür dem Menschen etwas ähnlicher sehen, als ein gewöhnlicher Saugroboter.
Der humanoide Roboter soll als vielseitiger Haushaltshelfer noch 2025 auf den Markt kommen. Auf der IFA 2025 sehe ich ihn zum ersten Mal live beim Wäschesortieren.
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Der 4NE-1 von Neura auf der IFA 2025 beim Wäsche-Sortieren
Der 4NE-1 könnte, so wie er aussieht, locker eine Todesmaschine aus einem Science-Fiction-Streifen sein, aber die Selbstverständlichkeit, mit der der metallische Hüne Socken und SpongeBob-Babykleidung sortiert, ist faszinierend.
Allerdings: Auf mich wirkt der mechanische Butler dafür, dass noch dieses Jahr erste Modelle ausgeliefert werden sollen, ziemlich langsam. Was wäre, wenn ich mir fürs Wäsche-Sortieren so viel Zeit lassen würde?
Meine Zimmerpflanzen würden vertrocknen, Freundschaften zerbrechen, ich würde meinen Job verlieren und ohnehin vorher verhungern.
Andererseits: Der 4NE-1 hat all diese Bedürfnisse und Verpflichtungen ja nicht, dann kann er sich fürs Wäsche-Sortieren getrost mehr Zeit lassen.
Am Stand frage ich den Neura-Mitarbeiter, ob wir den humanoiden Roboter denn die Wäsche auch falten sehen könnten. Grundsätzlich, so versichert er mir, könne der Bot das, nur würden sie das auf der IFA nicht demonstrieren.
Und in dem Moment, als wollte der mechanischen Helfer seinem Fürsprecher in den Rücken fallen, geschieht es: Der 4NE-1 lässt auch noch beiläufig eine weiße Tennissocke in den Buntwäschekorb fallen.
Computerspiel und Realität verschwimmen
Der 4NE-1 von Neura ist, wie sein Name sagt, für Jedermanns Haushalt. Für mich ist das in Anbetracht seiner Arbeitsgeschwindigkeit immer noch eine seltsame Vorstellung. Und bei einem Preis von rund 50 bis 60.000 Euro (laut Wirtschaftswoche) muss zumindest ich ohnehin bis auf Weiteres meine Wäsche selbst falten.
Während ich dem 4NE-1 so zuschaue, fasziniert mich aber etwas anderes viel mehr: Wie viel Geld und Ingenieurskunst vonnöten sind, um Bewegungen zu simulieren, die den meisten von uns in die Wiege gelegt sind:
Einen Fuß vor den anderen setzen, Buntwäsche von weißer unterscheiden, mit den Fingern etwas greifen, all das sind hochkomplexe Vorgänge, derer wir uns oft kaum bewusst sind.
Dass ich so ein Wesen das erste Mal mit beiden Händen in einem Wäschekorb sehe, ich kann es immer noch kaum fassen. Das und dass die Realität so nah dran ist am Computerspiel meiner Kindheit vor 25 Jahren: High-End-Technologie macht uns den Haushalt.
Was meint ihr dazu? Könntet ihr euch einen 4NE-1 bei euch Zuhause vorstellen? Und musstet auch ihr beim Anblick von 4NE-1 an Servo aus Die Sims denken? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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