Abo-Falle im App Store? Apple erlaubt jetzt Preiserhöhung ohne eure Zustimmung

Apple will die Richtlinien für Abo-Verlängerungen nach Preiserhöhungen im App-Store ändern. Damit müsst ihr den Erhöhungen oft nicht mehr aktiv zustimmen.

von Kay Nordenbrock,
17.05.2022 15:50 Uhr

iPhone-Nutzer müssen sich auf Änderungen bezüglich der Verlängerungen von Abos im App-Store einstellen. Quelle: Unsplash iPhone-Nutzer müssen sich auf Änderungen bezüglich der Verlängerungen von Abos im App-Store einstellen. Quelle: Unsplash

Apple hat gestern eine Änderung zu den Abos für Apps aus dem eigenen Store angekündigt. Künftig können Entwickler die Abo-Preise für ihre Apps unter bestimmten Bedingungen erhöhen, ohne dass ihr dem aktiv zustimmen müsst. 

Die Änderungen gehen aus einem Eintrag in Apples Entwickler-Blog hervor. Bisher ist es so: Wenn eine App den Preis für ein Abo erhöht, bekommt ihr eine Nachricht über diese Erhöhung und müsst das Abo aktiv verlängern, wenn ihr es mit dem neuen Preis behalten möchtet. Mit dem neuesten Update soll sich das ändern. 

Dann müsst ihr das Abo nicht mehr aktiv verlängern. Wenn ihr nach einer Preiserhöhung nichts macht, läuft das Abo für die App einfach mit dem erhöhten Preis weiter. Das geht aber nicht klammheimlich, ihr werdet trotzdem über die Preisänderung benachrichtigt. Laut Blog-Eintrag werdet ihr via E-Mail, Push-Benachrichtigung und in der App selbst informiert. 

Das trifft auch auf Spiele aus dem App-Store zu. In dieser Kategorie will Apple wohl viel investieren und wir können sogar Spiele-Hardware von Apple erwarten:

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Ohne Zustimmung nur unter drei Bedingungen

Apple setzt auch einen Deckel auf die Summe für eine Preiserhöhung. Entwickler können die Preise also nicht nach Belieben ohne eure Einwilligung erhöhen. Die Anhebung ohne Zustimmung ist an drei Voraussetzungen gebunden: 

  1. Preis wird nicht mehr als 50 Prozent erhöht
  2. Summe ist nicht höher als fünf US-Dollar bei monatlichen und 50 US-Dollar bei jährlichen Abos
  3. Nur einmal pro Jahr möglich

Wenn eine dieser Bedingungen nicht erfüllt ist, müsst ihr, wie gewohnt, die entsprechende App mit dem neuen Preis neu abonnieren. Wie sich das auf Euro-Preise umrechnet, ist momentan noch nicht bekannt. 

Beispiel: Wenn ein Entwickler nun den Preis seiner App von 15 US-Dollar auf 21 US-Dollar im Monat erhöhen möchte, ist die zweite Bedingung nicht erfüllt und somit müsst ihr der Erhöhung aktiv zustimmen. Erhöht er aber von 15 US-Dollar auf 20 US-Dollar und wir gehen davon aus, dass es die erste Preiserhöhung in diesem Jahr ist, erfüllt das alle drei Kriterien und ihr müsst dem nicht aktiv zustimmen. 

Darum kommen die Änderungen

Apple begründet die Abos mit automatischer Verlängerung damit, dass es in der Vergangenheit wohl öfter der Fall war, dass Nutzer das Abo aus Versehen gekündigt hatten. Sie haben die Nachricht zur Erhöhung übersehen und das Abo deshalb nicht verlängert. Dadurch kam es dazu, dass einige Dienste unbeabsichtigt unterbrochen wurden

Ob das neue System eine Verbesserung darstellt, bleibt abzuwarten. iPhone-Besitzer können sich aber derweil auf iOS 16 freuen, dass wohl einige neue Features mitbringt. Gerüchten zufolge könnten hier die Widgets überarbeitet werden: 

iOS 16: Apple könnte mit dem neuen Betriebssystem endlich ein heiß ersehntes Feature liefern

Was haltet ihr von dem neuen System? Macht das eure App-Verwaltung einfacher oder findet ihr das bisherige System besser? Eure Meinung ist gefragt. 

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