Forscher entdecken neue Echse, jetzt trägt sie den Namen eines Drachen aus House of the Dragon

Ein Forschungsteam findet in Thailand eine neue Echsenart – und benennt sie aufgrund einiger auffälliger Ähnlichkeiten prompt nach einem Drachen aus House of the Dragon.

Die neu entdeckte Echsenart Acanthosaura syrax aus Thailand trägt den Namen von Rhaenyra Targaryens Drachen – die Gründe dafür stecken im Detail. (Bildquelle: HBO, Poramad Trivalairat et al.) Die neu entdeckte Echsenart Acanthosaura syrax aus Thailand trägt den Namen von Rhaenyra Targaryens Drachen – die Gründe dafür stecken im Detail. (Bildquelle: HBO, Poramad Trivalairat et al.)

Die Bergwälder des Mae-Wong-Nationalparks im Westen Thailands liegen wegen ihrer zerklüfteten Lage gut abseits bereits erschlossener Wanderrouten. Ein Team rund um den Forscher Poramad Trivalairat von der Chulabhorn Royal Academy und Kasetsart University konnte hier (vielleicht auch gerade deshalb) eine neue Echsenart entdecken.

In der Studie beschreiben die Forscher diese als eine, die der Gattung Acanthosaura zugehört. Hierzulande sind diese auch als Nackenstachler bekannt – und ja, das liegt an den Stacheln am Nacken- und Rückenbereich.

Neuentdeckungen werden hingegen nicht immer wörtlich, sondern gerne mal nach Referenzen in der aktuellen Popkultur getauft. Frei nach dem Drachen von Königin Rhaenyra Targaryen aus der HBO-Serie House of the Dragon heißt die neue Art deshalb jetzt »Syrax« – mit ihrem fiktiven Namensgeber teilt sich die Echse nämlich einige Eigenschaften.

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Ein Bergdrache mit auffälliger Färbung

Syrax gilt im Universum von George R. R. Martin als Drache mit ungewöhnlich großen Gelegen, einer eher bescheidenen Statur unter den Targaryen-Drachen und einer auffällig gelben Färbung.

Genau das trifft auch auf die neue entdeckte Echse in der echten Welt zu, die alle drei Punkte trifft.

  • Auch der Acanthosaura syrax hat innerhalb der Nackenstachler ein für seine Körpergröße großes Gelege und eine gelb-grünliche Tönung. Neben dem kleinen Körperbau sind auch die Nacken- und Rückenschuppen »die kleinsten, die je in der Gattung dokumentiert wurden«.
  • Zudem zeichnet die Art zusätzlich eine dunkle »Halsbinde« aus, während ihr der schwarze Augenring fehlt, den mehrere Artverwandte tragen.

Hinzu kommt: Der Acanthosaura syrax ist genetisch ziemlich eigenständig. Eine Analyse der Gene ND2 und COI grenzt sie der Studie nach klar von der nächstverwandten Acanthosaura lepidogaster (Schwarzkopf-Nackenstachler) sowie den übrigen Arten der Gattung ab.

Die genetischen Distanzen werden auf bis zu 15,9 Prozent im ND2 und 28,1 Prozent im COI-Gen beziffert, wie die Forscher in der Studie erläutern.

ND2 und COI sind zwei Gene aus der Erbinformation der Mitochondrien – diese DNA verändert sich schneller als die im Zellkern und eignet sich deshalb besonders gut, um Arten voneinander zu unterscheiden. COI ist dabei so etwas wie der Standard-Fingerabdruck-Test für Tierarten; ND2 dient als zweite, unabhängige Bestätigung.

Die genetische Distanz zeigt, wie stark sich die DNA zweier Proben unterscheidet. 15,9 Prozent im ND2-Gen heißt entsprechend: Etwa jede sechste bis siebte Erbgut-Position weicht zwischen Acanthosaura syrax und den anderen Arten der Nackenstachler-Gattung ab. Innerhalb der eigenen Art – also zwischen einzelnen Exemplaren von Acanthosaura syrax – liegt er dagegen deutlich unter einem Prozent.

Diese große Lücke zwischen den beiden Werten ist das eigentliche Beweisstück: Sie zeigt, dass sich die neue Echse genetisch deutlich stärker von ihren Verwandten unterscheidet, als einzelne Tiere derselben Art normalerweise voneinander abweichen – und bestätigt damit, dass es sich wirklich um eine eigenständige Art handelt.

Für die zerklüftete Region schlägt das Team aufgrund der Beschaffenheit den Acanthosaura syrax als Flaggschiff-Art vor – gemeinsam mit bereits etablierten Arten wie der Braunen Landschildkröte (Manouria emys) und dem Indochinesischen Tiger (Panthera tigris corbetti), wie Popular Science erläutert.


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Die eigentliche Forderung dahinter ist schnell erklärt und lässt sich mit »mehr Schutz für die Höhenwälder des Mae-Wong-Parks« zusammenfassen, solange die verstreuten Populationen noch intakt sind.

Ob sich in den Höhenwäldern von Mae Wong noch weitere, bislang unentdeckte Verwandte verbergen, dürfte erst künftige Feldarbeit zeigen – vorerst bleibt Acanthosaura syrax die einzige Echsenart mit einem Stammbaum-Eintrag in Westeros.


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