Erst vor wenigen Tagen hatte ich das Asus Zephyrus G14 im Test, das mich wirklich begeistert hatte. Heute werfe ich einen intensiven Blick auf ein weiteres Gaming-Notebook mit 14-Zoll-Display, dem Acer Helios Neo 14.
14 Zoll trifft es bei der Displaygröße dabei nicht ganz, tatsächlich sind es 14,5 Zoll. Der Hersteller hat mir das Spitzenmodell der Baureihe mit Intel Core Ultra 9 185H Prozessor und RTX 4070m-GPU geschickt. Das Potential für ein leistungsstarkes Gaming-Notebook ist also vorhanden, bleibt nur die Frage, ob auch die Kühlung mitspielt.
Transparenzhinweis: Acer hat mir das Helio Neo 14 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht. Das Testgerät wurde nach dem Test wieder zurückgeschickt.
Ausstattung
Das von Acer zur Verfügung gestellte Muster besitzt die folgende Ausstattung:
- CPU: Intel Core Ultra 9 185H mit 16 Kernen und max. 5,1 GHz Taktfrequenz
- Grafik: NVIDIA GeForce RTX 4070m mit einer TGP von 125 Watt
- RAM: 32 GB LPDDR5X (verlötet)
- Display: 14,5 Zoll IPS mit einer Auflösung von 3072 x 1920 Pixeln und 165 Hz
- SSD: 1x 1 TB PCIe 4.0 NVMe
- Konnektivität: WiFi 6E, Bluetooth 5.3
- Audio: 2 Lautsprecher
- Akku: 76 Wh
- Abmessungen: 32,41 x 25,54 x 2,09 Zentimeter
- Gewicht: 1,95 kg (Notebook), 0,68 kg (Netzteil)
Design
Die Optik des Neo 14 ist erfrischend schlicht, aber dennoch nicht langweilig. Das Gerät bekommt den Spagat zwischen Business und Gaming gut hin. Das Chassis des Neo 14 besteht abgesehen vom Deckel aus Kunststoff. Im Vergleich zum Asus Zephyrus G14 kann das Acer Notebook seine Gaming-Gene weniger gut verbergen, was kein Nachteil sein muss.
Am Heck befinden sich für ein Notebook dieser Größe üppig dimensionierte Luftauslässe, die bereits andeuten, dass hier ordentlich Abwärme abgeführt werden muss. Ich hätte ebenfalls große Lüftungsgitter am Boden erwartet, tatsächlich befinden sich nur zwei relativ kleine Öffnungen an der Unterseite, die sich natürlich genau über den Lüftern befinden. Beim Thema Beleuchtung hat Acer sich wohltuend zurückgehalten. Das Logo auf dem Deckel ist beleuchtet – das war's.
Das Kunststoff-Chassis lässt sich mit etwas Krafteinsatz verwinden. Die Handballenauflage gibt auf stärkeren Druck ebenfalls nach. Besonders sensibel ist die Stelle in der Mitte zwischen Touchpad und Keyboard. Bei der Tastatur ist bei stärkerem Druck ebenfalls ein leichtes Nachgeben zu beobachten.
Das klingt allerdings dramatischer als es wirklich ist, das Tippgefühl wird davon nicht negativ beeinflusst. Die Unterseite ist stabil, hier müsste man schon übertrieben stark das Material belasten, um ein Nachgeben zu provozieren.
Das schlanke Gehäuse des Acer Helios Neo 14 bietet die folgenden Anschlüsse:
- 2x USB 3.2 Gen 2 Typ-C
- 2x USB 3.2 Gen 2 Typ-A
- 1x HDMI
- 1x 3.5mm Kombo-Audio-Anschluss
- 1x Kartenleser (microSD)
Eingabegeräte
Das Rubberdome-Keyboard des Neo 14 besitzt einen verhältnismäßig kurzen Tastenhub. Es lässt sich angenehm und auch schnell damit schreiben. Die Vielschreiber unter euch werden sich über die Enter-Taste in voller Größe freuen.
Dagegen kommen die Gamer mit den Pfeiltasten in normaler Größe auf ihre Kosten. Rechts neben den Enter-Keys befinden sich noch Tasten zur Steuerung von Media-Playern sowie für Acers Predator Sense
Systemttool.
Oberhalb der Escape-Taste liegt noch eine weitere Zusatztaste, mit der zwischen verschiedenen herstellereigenen Leistungsprofilen gewählt werden kann. Die Oberfläche des 12 x 7 Zentimeter großen Touchpads besteht aus Kunststoff und besitzt keine dedizierten Tasten. Die Gleiteigenschaften sind in Ordnung, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Display
Beim Helios Neo 14 verbaut Acer ein 14,5-Zoll-IPS-Display im 16:10 Format. Es stammt vom Hersteller BOE (NE145F8M-NY1) und besitzt eine matte Oberfläche. Die Auflösung beträgt 3072 x 1920 Pixel, während die Bildwiederholfrequenz bei schnellen 165 Hz liegt.
Zur Abdeckung der verschiedenen Farbräume macht Acer keine Angaben. Laut Panel-Hersteller BOE soll das Display aber 94 Prozent des sRGB-Farbraumes abdecken. Damit eignet sich der Bildschirm eher weniger für professionelle Anwendungen, bei denen es auf eine hohe Farbtreue ankommt.
Subjektiv kann das Display mit satten Farben und einer hohen Helligkeit punkten. Dank der matten Oberfläche gibt es nur minimale Reflexionen. Damit scheint das Panel eine gute Wahl für einen kompaktes und portables Notebook zu sein.
Ein Blick unter die Haube
Um an das Innere des Neo 14 zu gelangen, müssen erst einmal 9 Schrauben gelöst werden. Anschließend sind eine Reihe von Clips vorsichtig aufzuhebeln. Viel zum Aufrüsten gibt es hier allerdings nicht. Der RAM ist verlötet, gesteckt sind die M.2 SSD und die WLAN-Karte.
Neben dem Akku nimmt das Kühlsystem einen großen Teil des zur Verfügung stehenden Raumes ein. CPU und GPU werden jeweils von einem größeren Heatspreader bedeckt, die die Abwärme an zwei breite Heatpipes abgeben. Auf eine Vapor Chamber verzichtet Acer beim Helios Neo 14.
Performance
Bei den Benchmarks bietet sich ein Vergleich mit dem kürzlich getesteten Asus Zephyrus G14 an. Beide sind Gaming-Notebooks der 14-Zoll-Klasse mit RTX 4070m Grafikkarte. Die für die Leistung relevanten Unterschiede liegen bei der CPU. Während im Acer ein Intel Ultra 9 185H werkelt, verbaut Asus einen AMD Ryzen 9 8945HS Prozessor.
Spannend wird der Vergleich der Grafikkarten, obwohl beide Notebooks den gleichen Grafikchip verwenden, darf sich der Pixelbeschleuniger im Neo 14 125 Watt genehmigen, während es im Asus nur 90 Watt sind.
Auf dem Papier sieht es zumindest bei grafiklastigen Anwendungen nach einem Heimspiel für das Acer Helios Neo 14 aus. Schauen wir mal, was die Tests sagen.
Beim CPU-Score agieren beide CPUs etwa auf einem Niveau. Der Intel Prozessor ist im Bereich Multi Core etwas schneller, dagegen liegt im Single Core das AMD Modell leicht vorne
Im GPU-Benchmark arbeitet das Modell mit der geringeren TGP etwas flotter. Die zum Vergleich hinzugefügte RTX 4060m wird von beiden RTX 4070m Modellen deutlich abgehängt.
Beim 3DMark Time Spy kann das Acer Neo 14 dann erstmals die Muskeln spielen lassen. Die höhere TGP schlägt sich in einem besseren Ergebnis beim GPU-Teil des Benchmarks nieder. Den höheren Gesamtscore fährt das Acer Notebook am Ende, ebenfalls aufgrund der besseren GPU-Leistung, ein. Im CPU-Benchmark gewinnt dagegen das Modell von Asus mit AMD-CPU.
Ein interessantes Bild zeigt sich beim PC Mark 10. Alle CPU lastigen Teile gewinnt das Asus Notebook mit AMD CPU mehr oder weniger knapp. Den grafiklastigen Gaming-Test dominiert dagegen das Neo 14 deutlich.
Spiele Benchmarks
Die höhere TGP verhilft dem Acer Neo 14 bei Cyberpunk 2077 in allen Auflösungen zu einem teils deutlichen Vorsprung. Bei 4K geht aber dann auch der 125-Watt-GPU die Puste aus.
Bei AC Valhalla sind die Abstände deutlich geringer, trotzdem liegt das Acer Notebook fast durch die Bank minimal vorne. Die RTX 4070m mit 125-Watt-TGP bietet euch genug Leistung um das Spiel ohne Abstriche in 4K genießen zu können.
Temperaturen und Lautstärke
Bei der Leistung kann das Acer Helios Neo 14 überzeugen, doch wie sieht es mit den Temperaturen und der Lautstärke aus? Um es kurz zu sagen, das Neo 14 wird zum Teil ziemlich warm. Im Idle gibt es erwartungsgemäß wenig Unterschiede. Lediglich die SSD wird im Acer Notebook bereits ohne Last 4°C wärmer als beim Asus G14.
Unter Volllast schnellt die CPU Temperatur schnell auf 103 °C, während des Tests konnte ich Spitzen bis 105 °C beobachten. Das wären dann nur noch 5 °C bis zur zulässigen maximalen CPU-Temperatur von 110 °C.
Da die Werte bei einer Raumtemperatur von lediglich 20 °C gemessen wurden, dürfte es im Hochsommer keine großen Reserven mehr geben.
Die Temperatur der GPU bleibt dagegen mit 87 °C in einem normalen Rahmen. Speziell im Sommer muss man sich Sorgen um die SSD machen, die unter Last bis zu 56 °C warm wird.
Zum Teil richtig unangenehm wird es bei den Oberflächentemperaturen. Während die Handballenauflage unter Last mit 31.4 °C noch kühl bleibt, erhitzt sich die Tastatur im mittleren Bereich auf über 56 °C, das ist deutlich zu warm.
Oberhalb des Keyboards konnte ich ebenfalls Temperaturen von mehr als 56 °C messen. Auch der Boden wird mit 51,4 °C sehr warm, ein Abstellen auf den Oberschenkeln solltet ihr besser vermeiden.
Und die Lautstärke? Nun ja, es wird laut, sehr laut. In der Spitze habe ich 56,8 Dezibel messen können. Das sieht im Vergleich zu den 49,3 Dezibel des Asus G14 nicht nach sonderlich viel aus, allerdings wird eine um 3 Dezibel höhere Lautstärke als doppelt so laut wahrgenommen! Dazu kommt, dass das Lüftergeräusch unter Volllast recht hochfrequent ist. Während meines Tests konnte ich das Neo 14 problemlos in der kompletten Wohnung hören.
Akkulaufzeit
Bei der Akkulaufzeit zeigt sich im Vergleich mit dem Asus G14 ein gemischtes Bild. In den PC Mark 10 Tests liegt das Neo vorne und hält beim Gaming-Benchmark gute 30 Minuten länger durch als sein Konkurrent. Das Blatt dreht sich dann recht deutlich beim Battery Eater Test. Hier Läuft das Asus Notebook trotz kleinerem Akku fast 5 Stunden länger.
Ich würde vermuten, dass ein Grund im Display des Acer Neo 14 liegt. Zum einen benötigt ein IPS-Display konstruktionsbedingt schon mehr Strom als ein OLED. Hinzu kommt, dass der Bildschirm des Acer-Notebooks selbst bei geringstmöglicher Helligkeit noch viel zu hell leuchtet und das zieht Strom.
Dazu kommt dann noch, dass der Intel Core Ultra 9 185H weniger energieeffizient arbeitet als der Ryzen 9 8945HS von AMD.
Solltet ihr euch das Acer Helios Neo 14 kaufen?
Das Acer Helios Neo 14 ist das richtige Notebook für euch, wenn…
- … ihr viel Leistung in einem kleinen Notebook haben wollt.
- … ihr ein leistungsstarkes Notebook im 14-Zoll-Segment für unter 2.000 Euro sucht.
- … euch ein Display mit matter Oberfläche wichtig ist.
Mögliche Alternativen
- An erster Stelle steht hier das Asus Zephyrus G14. Das kompakte Notebook kommt mit schickem Alu-Gehäuse und einem OLED-Panel, kostet allerdings auch etwas mehr als das Ace Neo 14.
- Mit fast 3.000 Euro eine ganze Ecke teurer wäre das Razer Blade 14. Das Gerät hat ein nahezu perfekt verarbeitetes Alugehäuse und besitzt eine RTX 4070m die eine TGP von 140 Watt aufweist.
- Dann wäre da noch das HP Omen Transcend 14. Das Gerät kommt mit OLED-Display und ebenfalls mit einer RTX 4070. Die TGP der Grafik beträgt allerdings nur 65 Watt. Erhältlich ist es ab 1.850 Euro.
Was für das Acer Helios Neo 14 spricht und was dagegen
Ich bin zwiegespalten was das Acer Neo 14 betrifft. Auf der einen Seite ist die Leistung für ein so kompaktes und dünnes Notebook wirklich beeindruckend. Das verbaute IPS-Panel macht zwar professionelle Anwender wegen der geringen Farbraumabdeckung eher weniger glücklich, Otto-Normal-Anwender kann aber gut mit der nicht spiegelnden Anzeige leben.
Auch die Eingabegeräte wissen zu gefallen, die Tastatur ist wirklich gut, das Touchpad ist zwar nicht Spitzenklasse aber in Ordnung. Was mir allerdings überhaupt nicht gefällt, sind die Temperaturen.
Während die Werte bei der Hardware noch irgendwie vertretbar sind, wird es bei den Oberflächen unter Last doch etwas sehr warm. Die Tastatur erreicht punktuell Werte von über 50 °C, das ist deutlich zu viel.
Aber auch die anderen Oberflächen werden für meinen Geschmack zu heiß. Das Kühlsystem des Notebooks hat zudem alle Hände voll zu tun, um die Abwärme irgendwie zu bändigen, daraus resultiert dann unter Volllast eine Lautstärke von über 56 dbA.
Hier muss man dann schon die Frage stellen, ob eine 125 Watt GPU mit diesem Kühler wirklich die richtige Wahl war. Das Asus Zephyrus G14 ist mit seiner 90 Watt RTX 4070m zwar etwas langsamer unterwegs, dafür bleibt es relativ kühl und deutlich leiser.
Schade eigentlich, das Acer Helios ist wirklich kein schlechtes Notebook. Sollte es irgendwann eine neue Version geben, würde ich mir entweder einen besseren Kühler oder eine GPU mit niedriger TGP wünschen.


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