Bei Powerstations denkt ihr vermutlich an EcoFlow, Anker oder Jackery. Aferiy dürfte den wenigsten von euch etwas sagen. Das will der Hersteller mit einer simplen Strategie ändern: mehr Leistung fürs Geld.
Die P280 ist das beste Beispiel für diese Strategie. 2 kWh Kapazität und 2.800 Watt Dauerleistung kosten im Aferiy-Shop 1.300 Euro UVP.
Damit bewegt sie sich im umkämpften Marktumfeld in der Mitte. Bei den bekannten Herstellern zahlt ihr für vergleichbare Stationen regulär 1.100 bis 1.500 Euro, wobei die Preise in regelmäßigen Sales stark rutschen und oft sogar bei um die 800-900 Euro landen.
Auffällig jedoch: Die P280 bietet nicht nur mit 2.800 Watt die höchste Dauerleistung, sondern mit 1.200 Watt auch mit Abstand die stärkste Solareinspeisung. Aktuell ist sie für rund 860 Euro zu haben.
Genau das hat mich neugierig gemacht. Also habe ich mir die P280 samt 400-Watt-Faltpanel für einen ausführlichen Alltagstest zusenden lassen und sie drei Wochen lang im Garten und im Haus eingesetzt.
Für wen sich das Gerät lohnt, wo die Unterschiede zur Konkurrenz liegen und ob ich die Powerstation empfehlen kann, erfahrt ihr im kompakten Praxis-Check.
Transparenzhinweis: Das Testprodukt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Wie wir Hardware unabhängig im Alltag testen und wie wir mit Testmustern umgehen, erfahrt ihr im GameStar-Kodex. Mit dem Code P280GAMESTAR spart ihr je nach Ausgangspreis 30-60 Euro.
Was ist die Aferiy P280 für ein Gerät?
Die P280 ist eine klassische Powerstation, also im Grunde ein großer Akku mit Steckdosen. Darin stecken 2.048 Wh in LiFePO4-Zellen, die laut Aferiy über 4.000 Ladezyklen schaffen, bevor sie auf 80 Prozent Kapazität fallen. Selbst bei täglicher Ladung wären das knapp elf Jahre.
Dazu kommen drei Schukodosen mit zusammen 2.800 Watt Dauerleistung, vier USB-C-Ports (zweimal 140 Watt), zwei USB-A-Ports, ein Zigarettenanzünder, zwei DC-Hohlstecker und ein XT60-Ausgang. Laden könnt ihr sie an der Steckdose mit bis zu 1.800 Watt oder über zwei Solareingänge mit zusammen 1.200 Watt.
Reicht euch das nicht, stapelt ihr bis zu vier Zusatzakkus dazu und kommt so auf 10,24 kWh. Die Station selbst misst 39,8 × 28 × 31,5 Zentimeter und wiegt 21,6 Kilo. Damit ist sie kein Leichtgewicht, aber dazu später mehr.
Das Solarpanel aufzustellen ist eine kleine Bastelaktion
Den ersten Aha-Moment hatte ich Ende September. Obwohl die Sonne längst nicht mehr so hoch stand und so viel Kraft hatte, presste das 400-Watt-Panel immerhin noch rund 320 Watt in die Station – ein sehr guter Wert.
Allerdings ist das Aufstellen des Solarmoduls alleine nicht ganz trivial.
Denn das Modul wird per Klettverschluss zusammengehalten. Zum Aufstellen klappt ihr auf der Rückseite kleine Stofffüßchen aus. Mit ihnen könnt ihr zudem den Winkel (wenn auch nur leicht) je nach Sonnenstand leicht anpassen.
Alleine ist das eine ziemliche Fummelei. Das ausgeklappte Panel hat ordentlich Gewicht und Hebelwirkung, es kippt also gern um, bevor es sicher steht. Gleichzeitig dürft ihr das dünne, flexible Modul nicht zu stark biegen. Bei mir knackte es mehrmals bedrohlich.
Steht es einmal, sind die Module zudem nicht immer perfekt gerade. Ein Preis, den man für ihre Flexibilität und das geringe Gewicht in Kauf nehmen muss.
Der Rest des Aufbaus funktioniert dann erfreulich simpel. Stecker rein, und die P280 lädt. Toll auch, dass ihr auf dem Display direkt seht, wie lange es bis zur vollen Ladung dauert.
Bei konstant 320 Watt wäre die P280 rechnerisch in gut sechs Stunden voll. Im Herbst bleibt die Sonne aber selten so lange stabil. Ich musste mehrmals die Module neu ausrichten, um die volle Ausbeute zu bekommen. Im Sommer ist das weniger ein Problem.
Wer es eiliger hat, schließt an den zweiten Solareingang einfach ein weiteres Panel an oder lädt die Powerstation klassisch über die Steckdose.
Die P280-Powerstation im Alltag
An die P280 habe ich alles angeschlossen, was nicht bei drei auf den Bäumen war ... oder zumindest alles, was einen Akku hat: Akku von E-Scooter und E-Bike, Nintendo Switch, iPad, Steam Deck, Werkzeugakkus, MacBook Air und mein Handy.
Die beiden 140-Watt-Ports reichen dabei auch für hungrige Laptops.
Den E-Bike-Akku habe ich in den drei Wochen dreimal geladen. Rechnerisch passen je nach Größe zwei bis drei volle Ladungen eines typischen E-Bike-Akkus in die Station.
An den drei Schukodosen könnt ihr erfinderisch werden. 2.800 Watt Dauerleistung stemmen Wasserkocher, Föhn, Kaffeemaschine oder Fernseher, und zwar ohne Murren. Auch Werkzeuge in der Garage könnt ihr mit dieser Leistung problemlos betreiben.
Apropos Anschlüsse: Sowohl die USB-Ports, als auch die Schukoanschlüsse könnt ihr mittels separater Taste an- und ausschalten. Und anders als die EcoFlow Delta 3 Classic, mit der mein Kollege Patrick zehn Tage durch Schweden gefahren ist, hat die P280 einen klassischen Zigarettenanzünder-Ausgang.
Damit betreibt ihr etwa eine 12-Volt-Kompressor-Kühlbox direkt. Für kräftigere 12-Volt-Verbraucher gibt es zusätzlich einen XT60-Ausgang mit 25 Ampere.
Und mal ehrlich: Es ist schon ein sehr cooles Gefühl, Strom im eigenen Garten oder unterwegs beim Campen zu gewinnen und ihn dann einfach zu verbrauchen.
Am Netz: Laden, durchreichen, umschalten
An der Steckdose zieht die P280 die versprochenen 1.800 Watt. Richtig interessant wird es, wenn ihr gleichzeitig ein Gerät anschließt.
Mein Wasserkocher genehmigte sich beim Aufheizen 1.850 bis 2.000 Watt. Der Input der Station stieg trotzdem auf rund 2.400 Watt. Die P280 reicht den Strom also einfach durch und lädt nebenher mit ein paar Hundert Watt weiter.
Dann habe ich den Netzstecker gezogen, um die Tauglichkeit bei Stromausfällen zu simulieren – der Wasserkocher lief wie erwartet weiter.
Im ersten Bild lädt die Powerstation übers Hausnetz auf und versorgt den Wasserkocher mit Strom. Im zweiten Bild ist die Verbindung zum Hausnetz gekappt – die P280 arbeitet ohne Verzögerung zuverlässig weiter.
Den gleichen Test habe ich mit meiner Govee-Lampe wiederholt. Kein Flackern, kein Aussetzer. Laut Aferiy schaltet die USV-Funktion in unter 10 Millisekunden auf den Akku um. Hängen Router, NAS oder PC an der P280, überbrückt sie also auch einen Stromausfall.
Für Camper hat das Durchreichen aber eine Kehrseite. Alles, was an der P280 hängt, zieht sie zusätzlich zur Ladeleistung aus der Steckdose. Viele Campingplätze sichern ihre Stromsäulen nur mit 6 Ampere ab, das sind rund 1.380 Watt. Mit Wasserkocher und voller Ladeleistung fliegt dort sofort die Sicherung.
Mein Tipp: Stellt die Ladeleistung in der App am Campingplatz auf 600 oder 900 Watt runter und lasst große Verbraucher in dieser Zeit aus. Dann bleibt genug Luft für den Kühlschrank im Wohnwagen.
Die App: hässlich, aber nützlich
Schön ist die Aferiy-App nicht, sie tut aber, was sie soll. Die Startseite zeigt als Schaubild, wie der Strom gerade durch die Station fließt, samt Restlaufzeit. Jeden Ausgang schaltet ihr dort per Fingertipp ein und aus, sogar die LED-Lampe, die auch als SOS-Notfalllicht fungiert. Verbunden ist die App per Bluetooth oder WLAN.
In den Einstellungen könnt ihr festlegen, bis wie viel Prozent die P280 an der Steckdose lädt und ab welchem Akkustand sie die Entladung stoppt. Dazu kommen geplante Ladevorgänge, ein leiser Lademodus und die Wahl zwischen 600, 900, 1.200, 1.500 und 1.800 Watt Ladeleistung.
In drei Wochen lief sie bei mir ohne Aussetzer.
Keine Angst vor kaputten Kabeln
Ebenfalls erfreulich: Die P280 passt auf eure Geräte auf. Als ich ein defektes USB-Ladekabel angeschlossen habe, piepte sie sofort und verweigerte das Laden.
Die Lüfter habe ich im Alltag übrigens kaum gehört. Nur in den ersten Tagen lag beim Hochfahren ein leichter Geruch nach neuer Hardware in der Luft, der aber schnell verflog.
Was mich an der P280 stört
Trotz der starken Ausstattung ist die P280 nicht makellos. Ein paar Punkte solltet ihr vor dem Kauf kennen.
21,6 Kilo sind kein Handgepäck: Die P280 tragt ihr nicht gern häufig umher. Mit den zwei festen Griffen klappt der Weg vom Haus in den Garten oder zum Kofferraum, für spontane Ausflüge ist sie aber recht schwer. Patricks Delta 3 Classic wiegt fast zehn Kilo weniger, bietet dafür aber nur die halbe Kapazität und lässt sich nicht erweitern.
Hängt die P280 dort am Landstrom, fliegt schnell die Sicherung. Fragt also vorher nach, wie stark die Säule abgesichert ist, oder setzt gleich aufs Solarpanel.
Der Wechselrichter zirpt: Sobald die Steckdosen eingeschaltet sind, knistert und fiept die P280 leise vor sich hin. Dazu kommt ein gelegentliches Knacken wie von einer Zikade, auch ganz ohne angeschlossenes Gerät.
Drei Wochen lang ist mir das im Alltag nicht aufgefallen, erst gezielt im stillen Raum. Nutzt ihr die P280 nachts im Zelt oder im Schlafzimmer, schaltet die AC-Ausgänge ab und ladet Handy und Laptop über USB-C. Das ist leise und spart obendrein Umwandlungsverluste.
Alternativen
In der 2-kWh-Klasse tummeln sich die großen Namen der Branche. Auf dem Datenblatt hängt die P280 sie alle ab.
| Eigenschaft | Aferiy P280 | Anker Solix C2000 Gen 2 | EcoFlow Delta 3 Max | Bluetti Elite 200 V2 | Jackery Explorer 2000 v2 |
|---|---|---|---|---|---|
| Kapazität | 2.048 Wh | 2.048 Wh | 2.048 Wh | 2.074 Wh | 2.042 Wh |
| Dauerleistung | 2.800 W | 2.400 W | 2.400 W | 2.600 W | 2.200 W |
| Solar max. | 1.200 W | 800 W | 500 W | 1.000 W | 400 W |
| Erweiterbar bis | 10,24 kWh | 4,09 kWh | 6,14 kWh | nein | nein |
| Gewicht | 21,6 kg | 18,9 kg | 20,3 kg | 24,2 kg | 17,5 kg |
| Preis (UVP) | 1.300 Euro | 1.500 € | 1.300 € | 1.300 € | 1.600 € |
Keine der Alternativen liefert mehr Dauerleistung, nimmt mehr Solarstrom auf oder lässt sich so weit ausbauen. Je nach Angebot ist die P280 mit aktuell rund 850 Euro zudem eine der günstigsten Powerstations.
Lasst euch von diesem Abstand aber nicht blenden. In Rabattaktionen rutschen auch Anker, Bluetti und Jackery regelmäßig unter 950 Euro. Wer warten kann, bekommt dann eine bekannte Marke zum fast gleichen Preis.
Wer leichter tragen will, greift zum Fliegengewicht: Die Jackery Explorer 2000 v2 wiegt weniger als 80 Kilo, die Anker Solix C2000 Gen 2 immerhin knapp 19 Kilogramm. Wer auf maximale Lebensdauer setzt, schaut sich die Bluetti Elite 200 V2 mit über 6.000 Ladezyklen an.
Preis und Rabattcodes
Im Aferiy-Shop kostet die P280 aktuell 859 Euro statt 1.300 Euro UVP. Mit unseren Codes spart ihr jeweils noch mal 30-60 Euro:
- P280 solo oder mit Erweiterungsakku: zum Angebot mit dem Code P280GAMESTAR für 829 Euro
- P280 mit 400- oder 200-Watt-Solarpanel: zum Angebot mit dem Code P280PVGAMESTAR, im Set mit 400-Watt-Panel für 1.258 Euro
Fazit: Für wen lohnt sich die Aferiy P280?
Ich kann die P280 empfehlen. In drei Wochen hat sie bei mir E-Bike, Konsolen und Laptop versorgt, einen Wasserkocher sowie die Kaffeemaschine gestemmt und einen simulierten Stromausfall weggesteckt.
Die P280 ist ein Kraftwerk zum Mitnehmen. Camper bekommen damit eine starke Stromquelle für den Wohnwagen, die sich autark per Solarpanel oder gedrosselt an der Stromsäule laden lässt.
Zu Hause lohnt sie sich, wenn ihr kein Balkonkraftwerk habt und einen Zwischenspeicher für E-Bike- oder E-Scooter-Akkus sucht. Dank USV sichert sie nebenbei euer Homeoffice-Internet ab.
Lest auch: Mein Fazit nach 1 Monat mit der Anker Solix Solarbank 4 Pro
Auf dem Papier schlägt die P280 Anker und EcoFlow, im Alltag hat sie ein paar Haken. Wer mit dem Gewicht, dem wackeligen Panel, der starren Ladeleistung und dem leisen Zirpen leben kann, bekommt hier so viel Powerstation fürs Geld wie bei kaum einem Konkurrenten.
Dass Aferiy hierzulande noch kaum jemand kennt, merkt ihr im Alltag nicht, denn die Hardware liefert. Bei mir hat die P280 in drei Wochen jedenfalls schon gute Dienste geleistet.


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