Seit einem Monat steht die Anker Solix Solarbank 4 Pro bei mir und damit die neue Generation, die ich euch im Mai bereits vorgestellt habe.
Wie schon zuvor die Solarbank 3 Pro hängt sie zusammen mit einem 1,6-kWh-Zusatzakku an meinem Balkonkraftwerk mit vier 500-Watt-Modulen auf meiner Garage – die Solarbank 4 ist nämlich auch mit alten Zusatzspeichern kompatibel.
Die wichtigsten Neuerungen gegenüber der Solarbank 3 Pro auf einen Blick:
- Kapazität: 5,02 statt 2,68 kWh Basiskapazität – fast doppelt so viel
- AC-Ausgang: bis zu 2.500 statt 800 / 1.200 Watt
- PV-Eingang: 5.000 statt 3.600 Watt über 4 MPPT, bis zu 12 statt 8 Module
- Langlebigkeit: laut Anker 10.000 statt 6.000 Ladezyklen, macht 15 statt 10 Jahre Lebensdauer
- Gewicht: satte 50 statt 29,2 Kilogramm
Seit gut einem Monat läuft die Solarbank 4 Pro nun bei mir. Zeit für ein erstes Fazit.
Wie einfach war die Einrichtung, wie gut funktioniert der stromstarke AC-Ausgang und wie viel konnte ich im Juni sparen? Das schauen wir uns genauer an.
Einrichtung & Installation
Die Einrichtung ging überraschend schnell: alte Solarbank abklemmen, neue anschließen, fünf Schritte in der App – nach rund zehn Minuten lief das System wieder.
Etwas mehr Respekt hatte ich vor dem Gewicht. Mit 50 Kilogramm ist die Solarbank 4 Pro fast doppelt so schwer wie die Solarbank 3 Pro (29,2 kg) und auch im Gehäuse spürbar größer. Allein konnte ich sie nicht an ihren Platz hieven, zu zweit ging es besser.
Wenn ihr alle Möglichkeiten der Solarbank 4 Pro auskosten wollt, benötigt ihr jedoch zwingend ein Smart Meter sowie eine Wieland-Steckdose. Dazu später mehr.
2.500 Watt aus der Steckdose: Der Föhn-Test
Eine der größten Neuerungen ist der brachiale Ausgang von 2.500 Watt – mehr als das Dreifache dessen, was bei der Solarbank 3 Pro maximal ging. Erreichbar ist das auf zwei Wegen, und die Unterscheidung ist wichtig.
Weg eins ist die eingebaute Off-Grid-Steckdose, die ganz ohne Elektriker bis zu 2.500 Watt liefert. Anker nennt sie auch Notstromsteckdose. Hier könnt ihr nun selbst stärkere Verbraucher wie Heizgeräte oder Werkzeug wie etwa eine Kreissäge direkt an die Solarbank anschließen.
Weg zwei ist die sogenannte PluginPower™ 2.0
, bei dem die Solarbank über eine Wieland-Dose fest mit einem eigenen Stromkreis verbunden wird und dann bis zu 2.500 Watt ins Hausnetz einspeist – was für Starkverbraucher im Haus natürlich ideal wäre.
Die Variante über die Wieland-Dose konnte ich allerdings nicht testen, hier spielte mein Vermieter nicht mit. Wer ein Eigenheim hat, sollte über die Verlegung nachdenken.
Da die Solarbank 4 Pro bei mir in der Garage steht, konnte ich dort vor allem kleinere Geräte über die Off-Grid-Steckdose ausprobieren, unter anderem einen alten Föhn. Und ja, der funktionierte selbst auf der höchsten Stufe problemlos.
In Kombination mit einem Smart Meter reagiert die Solarbank auf die Lastwechsel nahezu in Echtzeit; und zwar nicht nur beim Föhn, sondern auch, wenn ich im Haus die Kaffeemaschine, den Backofen oder den Herd anschalte.
In der App lässt sich das gut nachvollziehen: Vor dem Test zeigte mein Dashboard 440 Watt Hauslast, 150 Watt Solarertrag und 290 Watt aus dem Akku mit einem Netzbezug von 0 Watt.
Drehte ich den Föhn auf, kletterte die Hauslast auf 1,34 Kilowatt, der Akku übernahm davon 1,19 Kilowatt. Auf voller Stufe waren es 2,01 Kilowatt Hauslast bei 1,86 Kilowatt aus dem Akku. Der Netzbezug blieb in allen drei Screenshots bei 0 Watt.
Klar, das ist lediglich mein Eindruck aus der App-Anzeige, keine Labormessung mit externem Strommesser.
Doch die Kollegen von Computer Bild haben genau solche Lastsprünge mit einem Shelly-Strommesser exakt nachgemessen und dabei bei harten Wechseln wie dem Föhn ein kurzes Nachpendeln der Einspeisung festgestellt, bevor sie sich wieder Richtung Null einpendelt.
Dieselbe Off-Grid-Steckdose dient auch als Notstromversorgung. Bei einem Stromausfall soll die Solarbank laut Anker innerhalb von 10 Millisekunden umschalten.
Und ja: Nachdem ich die Sicherung für die Garage ausgeschaltet habe, lief der Föhn ohne merkliche Unterbrechung weiter.
Es ist auf jeden Fall beeindruckend und durchaus nützlich, im Alltag auch stromhungrige Geräte direkt an die Solarbank 4 Pro anzuschließen. Mit 2.500 Watt ließe sich theoretisch auch ein E-Auto über ein mobiles Ladekabel laden – quälend langsam, aber machbar.
Passenderweise steht bei mir in zwei Wochen der nächste E-Auto-Test an. Dann probiere ich das Laden direkt an der Solarbank aus und berichte euch, wie langsam »langsam« in der Praxis wirklich ist.
Kapazitäts-Boost
Genauso wichtig wie der Ausgang ist die Kapazität. Mit meinem alten 1,6-kWh-Zusatzakku komme ich jetzt auf 6,6 kWh Gesamtkapazität, vorher waren es 4,3 kWh.
Das ist das Tolle an heutigen Speichern: Sie wachsen mit den Bedürfnissen flexibel einfach mit. Man muss sich nicht mehr zwischen Balkonkraftwerk oder PV-Anlage entscheiden.
Im Alltag heißt das: Ich komme praktisch immer durch die Nacht, oft auch durch einen kompletten bewölkten Tag. In den letzten Wochen lag meine Eigenversorgung je nach Wetter zwischen 80 und 98 Prozent.
Das ist ein spürbarer Sprung gegenüber der Solarbank 3 Pro, bei der ich an Schlechtwettertagen deutlich öfter Strom aus dem Netz ziehen musste.
Zahlen aus der App bestätigen das: Im Juni erzeugten meine vier Module 121,72 kWh, mein Haushalt verbrauchte im gleichen Zeitraum 152,47 kWh. Nur rund 13 Prozent davon kamen aus dem Netz, der Rest lief über Sonne und Akku.
Meine Ersparnis im Juni 2026
Und wie viel habe ich nun in den vier Wochen gespart?
Bei meinem Tarif von 33 Cent pro kWh macht das rund 44 Euro Ersparnis allein im Juni. Wobei das natürlich nur eine grobe Rechnung ist. Außerdem gabs vor allem in den ersten Tagen aufgrund noch nicht finaler Anker-Software einige Bugs. Real dürfte meine Ersparnis sogar noch höher liegen.
Außerdem hängt es immer vom Wetter, eurem Stromverbrauch und eurem Strompreis ab. Wer einen dynamischen Stromtarif hat, kann unter Umständen noch mehr sparen.
Hochgerechnet auf ein Jahr wird der happige Preis zum eigentlichen Kritikpunkt. Belastbarer als eine Hochrechnung aus nur einem Monat sind meine echten Jahreszahlen mit der alten Solarbank 3 Pro.
In den letzten zwölf Monaten hatte ich
- 2.627 kWh verbraucht
- 50 Prozent davon kamen aus dem Netz
- macht 1.313,5 kWh Eigenversorgung
- bei 33 Cent pro kWh rund 433 Euro Ersparnis im Jahr
Bei der UVP von 2.000 Euro für die Solarbank 4 Pro macht das gut 4,5 Jahre bis zur Amortisation, beim aktuellen Straßenpreis von rund 1.600 Euro etwa 3,5 bis 4 Jahre. Deutlich länger als die drei Jahre, die Anker in seinem Marketing verspricht – und für mich der größte Kritikpunkt an der Solarbank 4 Pro.
Die App: KI-Prognose & neue 3D-Ansicht
Nicht nur an der Hardware hat sich einiges getan, auch die App bekam ein Update. Anker hat ihr eine neue 3D-Ansicht des Energiesystems spendiert. Die sieht hübsch aus, frisst aber Leistung.
Auf meinem iPhone 13 mini ruckelte die Darstellung deutlich mit dem Hinweis, dass es auf meinem Handy zu Performanceeinbußen kommt. Auf meinem neuen iPhone Air läuft die App deutlich besser, aber nicht immer 100 Prozent geschmeidig – hier darf Anker gern noch nachbessern.
Die 3D-Ansicht ist schick und zeigt das Wetter, frisst aber Leisutng.
Deutlich nützlicher im Alltag: Der KI-Modus zeigt mir den erwarteten Verlauf von Sonnenausbeute, Stromverbrauch und Strompreis auf einen Blick und schlägt vor, wann sich Laden oder Verbrauchen lohnt.
Wie granular das Tracking mittlerweile ist, zeigt ein Blick in mein Dashboard: Für ein einzelnes Zeitfenster zwischen 10 und 11 Uhr meldete mir die App zuletzt »KI-Optimierung hat Ihnen 5,16 Euro gespart«. Auch der Sprachassistent Anka hat sich als praktisch erwiesen – Fragen zur Optimierung oder zu meinen Verbrauchsdaten beantwortet er zuverlässig.
Die Power Plugs aus dem Anker-Ökosystem nutze ich weiterhin gern, aktuell vor allem, um E-Bikes und E-Scooter zu laden, die ich gerade teste, bei Überschuss oder zu festen Zeiten.
Das solltet ihr beachten
Smart Meter Gen 2 bleibt vorerst außen vor. Ich nutze weiterhin mein Smart Meter der ersten Generation, das funktioniert zuverlässig.
Neu und exklusiv für die Solarbank 4 Pro ist mit Gen 2 aber ein aktiver Überlastschutz, der Stromkreise in Echtzeit überwacht und die Leistung bei Bedarf automatisch drosselt. Für alle, die auf Nummer sicher gehen wollen, ist das ein sinnvolles Upgrade.
Die App-Struktur bleibt verschachtelt. Die App ist überwiegend übersichtlich und gut strukturiert, einige Funktionen wie die Einstellung für die 3D-Ansicht oder die Smart Plugs sind dann aber doch versteckt. Auch die Anka-KI-Funktion hatte ich lange übersehen.
Drittanbieter und dynamische Tarife habe ich nicht getestet. Ich habe weder eine Anbindung an Home Assistant noch einen dynamischen Stromtarif ausprobiert, kann zu diesen beiden großen Sparhebeln also ehrlicherweise nichts aus eigener Erfahrung sagen.
- Fast doppelte Kapazität (5,02 statt 2,68 kWh)
- Kompatibel mit alten Zusatzakkus
- Bis zu 2.500 Watt Ausgangsleistung über Off-Grid-Steckdose
- KI-Modus mit Spar-Tracking
- Display zeigt nun wichtigste Infos
- Hohes Gewicht (50 Kg)
- Aktiver Überlastschutz nur mit zusätzlichem Smart Meter Gen 2
- Für kleine Zwei-Modul-Anlagen überdimensioniert
- Hoher Preis
Für wen lohnt sich das Upgrade?
Die Solarbank 4 Pro kostet regulär 1.999 Euro, aktuell taucht sie im Preisvergleich aber schon für rund 1.600 Euro auf. Das ist alles andere als ein Impulskauf.
Wer wie ich schon eine Solarbank 2 oder 3 Pro samt Zusatzakku besitzt und einfach mehr Kapazität und mehr Ausgangsleistung will, bekommt mit der 4 Pro ein sinnvolles Upgrade – der alte Zusatzakku bleibt ja an Bord.
Wer dagegen ein kleines Zwei-Modul-Balkonkraftwerk betreibt, für den ist dieser Speicher schlicht überdimensioniert. Die 5.000 Watt PV-Eingang und die 2.500 Watt AC-Ausgang wollen erst mal mit genug Solarfläche und Verbrauch gefüttert werden.
Mehr zum Thema: 2026 ist das Jahr, in dem ihr euch ein Balkonkraftwerk zulegen solltet
Wer sich noch nicht festgelegt hat, sollte auch auf die Konkurrenz schauen. Wer eine besonders ausgereifte App und native Home-Assistant-Anbindung will, für den lohnt sich mitunter ein Blick auf den Zendure SolarFlow 2400 Pro.
Und wer einfach günstig einsteigen möchte, findet mit der Marstek Venus E die Budget-Alternative im Vergleich – wenn auch mit weniger Kapazität und Ökosystem.


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