Alan Dye beendet nach zehn Jahren seine Tätigkeit als einer der hauptverantwortlichen Apple-Interface-Designer im Unternehmen und wechselt zum Konkurrenten Meta.
Die Nachricht des Stellenwechsels wurde diese Woche via Bloomberg bekannt und löst innerhalb der Branche einige Debatten über den iPhone-Hersteller aus.
- Dye wird Meta zum Jahresende als Chief Design Officer beitreten und ein neu geschaffenes Kreativstudio innerhalb der Reality-Labs-Abteilung leiten.
- In dieser Position soll er die Gestaltung von Hardware, Software und die Integration von KI-Funktionen in Metas Consumer-Produkten wie Headsets und intelligenten Brillen verantworten.
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Zehn prägende Jahre bei Apple
Dye kam 2006 zu Apple und arbeitete zunächst im Marketing- und Kommunikations-Team als Creative Director. Sein Wechsel zur User-Interface-Abteilung 2012 markierte den Wendepunkt seiner Karriere.
Unter der Anleitung des legendären Designers Jony Ive – der 2019 Apple verließ – wurde Dye ab 2015 zum »Vice President of Human Interface Design« ernannt. Diese Position machte ihn zu einem der mächtigsten Designer im Unternehmen.
- In dieser Verantwortung prägte Dye maßgeblich die digitale Identität von Apple. Er trug wesentlich zu iOS 7 bei, dem Redesign, das vor über einem Jahrzehnt Apple auf den Weg ins Zeitalter des Flat Design führte.
- Besondere Aufmerksamkeit erhielt Dyes Arbeit bei der Einführung des Home-Button-losen iPhone X 2017. Mit dieser Entscheidung definierte Dye das Bedienkonzept für eine ganze Geräteklasse neu, denn hiermit wurde erstmals in der iPhone-Geschichte die physische Schaltfläche ersetzt, die seit dem ersten iPhone 2007 essenzieller Bestandteil des Designs war.
Zuletzt präsentierte Dye im Juni 2024 die umfassende Design-Überarbeitung »Liquid Glass« für iOS, macOS und watchOS. Allerdings fielen die Reaktionen auf diese Überarbeitung bestenfalls gemischt aus:
Stephen Lemay als Nachfolger und Hoffnungsträger
Der Wechsel zu Meta rief innerhalb der Branche teils heftige Reaktionen hervor – insbesondere vom einflussreichen Apple-Kommentator John Gruber. Auf seinem Blog Daring Fireball äußerte Gruber ungewöhnlich scharfe Kritik an Dyes zehnjähriger Amtszeit.
- Er beschrieb die Interface-Design-Entwicklung unter Dyes Führung als »Desaster« und verurteilte diese als Abkehr von fundamentalen Apple-Design-Prinzipien.
- Gruber berichtete außerdem, dass Personen aus Apples innerem und äußerem Kreis »glücklich, ja überschwänglich« auf die Nachricht des Wechsels reagiert hätten.
Apples CEO Tim Cook kündigte die Ernennung von Stephen Lemay als Dyes Nachfolger an. Lemay ist seit 1999 im Design-Team bei Apple und gilt Bloomberg zufolge als erfahrener Interface-Designer mit besonderem Fokus auf handwerkliche Qualität und Design-Details.
In der Stellungnahme gegenüber Bloomberg beschrieb Cook Lemay als jemanden, der »bei der Gestaltung aller großen Apple-Interfaces seit 1999 eine Schlüsselrolle gespielt« habe und »außerordentlich hohe Maßstäbe für Exzellenz« setze.
Gruber äußerte in diesem Zusammenhang die These, dass Lemays Ernennung »das Beste sein könnte, was Apples Interface Design seit dem Tod von Steve Jobs und dem Rauswurf von Scott Forstall passiert ist«.
Der Wechsel könnte laut Gruber sowohl in Bezug auf die Arbeitsqualität als auch auf die Mitarbeiterbindung »die Blutung stopfen«.
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