Amazon-Gesichtserkennung - Test produziert hohe Fehlerquote, Hersteller zweifelt Aussagekraft an

Verbraucherschützer haben Amazons Gesichtserkennungssoftware getestet und dabei eine hohe Fehlerquote festgestellt. Amazon selbst bezweifelt allerdings die Aussagekraft des Tests.

von Sara Petzold,
27.07.2018 15:47 Uhr

Amazons Gesichtserkennungssoftware Rekognition steht derzeit im Fokus der Kritik US-amerikanischer Bürgerrechtler.Amazons Gesichtserkennungssoftware Rekognition steht derzeit im Fokus der Kritik US-amerikanischer Bürgerrechtler.

Was taugt Amazons Gesichtserkennungssoftware? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Test der US-amerikanischen Bürgerrechtsorganisation ACLU - und kam zu einem auf den ersten Blick nicht sehr überzeugenden Ergebnis: Die Software identifizierte 28 Kongressabgeordnete fälschlicherweise als gesuchte Kriminelle.

Als besonders bedenklich empfand die ACLU, dass 39 Prozent der falschen Identifkation Personen mit dunkler Hautfarbe betrafen, obwohl nur 20 Prozent der Kongressabgeordneten entsprechenden Ethnien angehören. Die Organisation kritisiert in diesem Kontext explizit den Einsatz der Software durch die US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden.

Core i7 2600 vs i7 8700K - wie schlägt sich der Klassiker im Vergleich?

Die ACLU befürchtet, dass Amazon Rekognition mit falschen Identifikationen von Unschuldigen dafür sorgen könnte, dass Polizisten bereits vor der Konfrontation eines potentiellen Verdächtigen »vorurteilsbehaftet« seien.

Darüber hinaus bedrohe der Einsatz von Gesichtserkennungssoftware im Allgemeinen Aktivitäten, die vom ersten Verfassungszusatz geschützt seien, etwa das friedliche Protestieren oder das Ausüben der eigenen Religion.

Amazon: Test taugt nur für »Hot Dogs und Stühle«

Gegenüber TheVerge äußerte ein Sprecher von Amazon allerdings Zweifel an der Aussagekraft des Tests: ACLU habe die eigenen Versuche mit der Standard-Wahrscheinlichkeitsschwelle von 80 Prozent durchgeführt - für Strafverfolgungsbehörden empfehle Amazon jedoch mindestens eine Schwelle von 95 Prozent.

»Während 80 Prozent Wahrscheinlichkeit eine akzeptable Schwelle für Fotos von Hot Dogs, Stühlen, Tieren oder anderen Anwendungen im Social-Media-Bereich darstellt, wäre sie für die Identifizierung von Individuen mit einem vernünftigen Grad an Sicherheit nicht angemessen«, erklärte Amazon.

GameStar Plus: Datenschutz in Spielen - Ein Datenschatz zum Zugreifen

Amazons Gesichtserkennungssoftware kommt bereits bei einzelnen Sheriff's Departments in den USA, unter anderem in Orlando und Oregon zum Einsatz. Die Kosten für den Gebrauch der Software belaufen sich dabei derzeit auf weniger als 12 US-Dollar pro Monat.

Hardware-Tipps - Mit System-Tools mehr über die eigene Hardware erfahren 6:00 Hardware-Tipps - Mit System-Tools mehr über die eigene Hardware erfahren


Kommentare(13)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen