Amazon wird 2025 die Anzahl an Werbungen in Prime Video erhöhen. Diesen Schritt kündigte Kelly Day, die Vizepräsidentin für das internationale Geschäft des Streamingdienstes, in einem Interview mit der Financial Times an.
In welchen Regionen die Maßnahme erfolgt, nannte Day allerdings nicht. Ausgehend von bisherigen Prozessen dieser Art ist aber davon auszugehen, dass früher oder später auch in Deutschland Prime Video mit mehr Werbung bespielt wird.
Deutlich weniger abwandernde Kunden als befürchtet
Wie Day weiterhin erklärt, sei negatives Feedback auf die ursprüngliche Einführung von Werbung vor rund zwei Jahren wesentlich geringer als erwartet ausgefallen. »Die Abwanderung von Abonnenten ist viel, viel kleiner als gedacht gewesen«, äußerte sich die Vizepräsidentin.
Dies sehe man bei Amazon auch darin begründet, dass man eine »sehr sanfte Einführung« von Werbung in Prime Video vorgenommen hat, die die Erwartungen der zahlenden Kundschaft übertroffen habe.
Analysten prognostizierten dem Streamingdienst einen Kundenverlust von rund 20 Prozent. Laut Day soll dies bei Weitem nicht der Fall gewesen sein, ohne konkrete Zahlen zu nennen.
Ein gesonderter Hinweis galt im Gespräch mit der Financial Times den Werbeeinblendungen mitten im laufenden Programm, auf die man im Zuge des werbefinanzierten Abonnements verzichtet hat.
Ob sich dies mit den Plänen der erhöhten Anzahl an Werbung ändert und in welchem Maße diese überhaupt im kommenden Jahr ausfallen soll, ließ die Prime-Video-Vizepräsidentin indes offen.
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Prime Video stellt im offiziellen Trailer die neuen Filme und Serien im Oktober 2024 vor
Vergleich mit linearem Fernsehen und eine neue Form von Werbung
Gegenüber Ars Technica erklärte ein Amazon-Sprecher, dass man noch immer »weniger Werbung als das lineare Fernsehen« zeigen will.
Hier bestehen aber durchaus Unterschiede in der Frequenz zwischen dem US-Heimatmarkt und beispielsweise Deutschland, die eine genaue Einordnung der Aussage schwierig machen.
Im Mai 2024 bestätigte Amazon bereits eine neue Form der Werbung in Prime Video, die wohl ebenfalls im kommenden Jahr anläuft.
So sollen Zuschauer künftig beim Pausieren des laufenden Programms Produktempfehlungen erhalten, die per Fernbedienung angewählt und bei Bedarf gekauft werden können.
Die »interaktive Reklame« erinnert dabei an den Vorstoß der Videoplattform YouTube, die in den vergangenen Monaten ebenfalls mit solchen Werbemaßnahmen auf sich aufmerksam machte:
Im Gegensatz dazu hat Amazon aber den Vorteil, den gigantischen Online-Shop hinter sich zu wissen, was die Werbeplätze bei Prime Video zu einem attraktiven Ziel für Marketingfirmen und weitere Unternehmen gestalten dürfte.
Zumindest Unternehmensangaben zufolge ist diese Einschätzung nachvollziehbar, wirbt Amazon doch mit einer weltweiten Werbereichweite von rund 200 Millionen monatlichen Nutzern, von denen die Hälfte in den USA sitzen soll.
Zum Vergleich: Netflix freute sich jüngst über 40 Millionen monatliche Nutzer, die das werbefinanzierte Abonnement des Dienstes beziehen.
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Werdet ihr Amazon Prime Video den Rücken kehren, wenn noch mehr Werbung vor oder gar inmitten der Filme und Serien platziert wird? Oder werdet ihr euer Abonnement auf die Premium-Version umstellen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
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