Im Rennen um die nächste Handheld-Generation hat Sony die PC-Konkurrenz womöglich schon ausgestochen, bevor das erste Gerät überhaupt offiziell angekündigt wurde.
Laut aktuellen Informationen von Digital Foundry (via Notebook Check) könnte Sonys PlayStation-6-Handheld das wohl einzige Gerät sein, das von AMD einen speziell angefertigten Next-Gen-Prozessor mit RDNA-5-Grafik spendiert bekommt.
Dahinter soll eine neue Strategie des Chipherstellers stehen. Weil sich maßgeschneiderte Entwicklungen erst ab Stückzahlen im Millionenbereich rechnen, soll AMD kleineren Handheld-Herstellern den Zugriff auf angepasste Chips verweigern.
Für die anderen Hersteller würde dies bedeuten, dass sie nur Zugriff auf ältere Architekturen oder Standard-Chips von AMD erhalten würden.
Hinweis: Bislang handelt es sich hierbei um unbestätigte Berichte – AMD hat sich zu der angeblichen Chip-Strategie noch nicht offiziell geäußert. Wir haben beim Hersteller eine Stellungnahme angefragt und reichen die Antwort nach, sobald sie uns vorliegt.
Update 26.10.2026 11:01 Uhr: AMD hat uns geantwortet und möchte zu dieser Thematik derzeit keinen Kommentar abgeben.
Warum Sony ein »Exklusivrecht« ohne Exklusiv-Deal bekommen könnte
Konkret gehen die Informationen auf Technik-Experte Richard Leadbetter zurück, der das Thema in einer aktuellen Patreon-Folge von Digital Foundry Direct aufgerollt hat. Nach seinen Aussagen sollen Hintergrundgespräche aus der Branche darauf hindeuten, dass Sony für den, immer noch nicht offiziell bestätigten, PlayStation-Handheld (Codename: »Canis«) eine Art Exklusivrecht auf speziell angepasste Chips der nächsten Generation besitzen.
Allerdings soll Sony keinen Exklusivvertrag mit AMD abgeschlossen haben. Stattdessen soll AMD bei der Entwicklung maßgeschneiderter Handheld-Chips (Custom-SoCs) inzwischen selektiv vorgehen. Durch steigende Kosten in der Entwicklung und Produktion soll AMD die eigene Chip-Entwicklung an garantierte Abnahmemengen in vielfacher Millionenhöhe knüpfen.
6:25
Mit so einem Riesenpaket hätte ich nicht gerechnet – der neue Asus-Handheld im Unboxing
Während Sony die geforderten Stückzahlen mit einem PlayStation-Handheld wohl zusichern kann, dürfte die Hürde für den Rest der Firmen im Handheld-Markt wohl zu hoch sein.
Im Raum steht die Summe von 10 Millionen Chips, die unter anderem vom Insider Kepler_L2 in dem Raum gestellt worden sind. Selbst Microsoft soll laut Kepler bei dem geplanten Xbox-Handheld abgewunken haben, auch wenn dieser Aussage später vom Windows-Central-Journalisten Jez Corden widersprochen wurde.
Auch Valve dürfte wohl an die geforderte Zahl nicht herankommen. Der unangefochtene Marktführer bei PC-Handhelds soll bis Februar 2025 laut dem Marktforschungsinstitut IDC (via PC Games) rund 3,7 bis 4 Millionen Steam Decks verkauft haben. Schätzungen gehen von bis zu 6 Millionen verkauften Einheiten bis Ende 2026 aus.
Was das für kommende Gaming-Handhelds bedeuten würde
Für Valve und andere PC-Handheld-Hersteller wie Asus oder Lenovo bedeutet diese strategische Kehrtwende von AMD einen spürbaren Nachteil. Für einen echten Sprung auf die nächste Generation von Chips würden in diesem Fall nur andere Hersteller oder AMD-Chips von der Stange infrage kommen.
Mehr zu Sony: Sony schraubt am nächsten PlayStation-Handheld – laut Gerüchten soll er die Nintendo Switch 2 klar schlagen
Für das Steam Deck 2 könnte der Schritt geringere Leistungssteigerungen oder noch längere Wartezeiten bedeuten.
Sony würde sich dagegen mit dem gehandelten PlayStation-Handheld in einer günstigen Position befinden. Im Gegensatz zu einem reinem Streaming-Gerät, wie dem PlayStation Portal, soll der kommende Handheld Spiele nativ berechnen und würde daher von angepassten Chips der neusten Generation wohl stark profitieren.
Zudem könnte sich der PlayStation-Handheld von der Leistung her von der besten Seite zeigen.

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