AMDs bisher schnellstem Prozessor könnte seine wichtigste Komponente fehlen

AMDs Ryzen 7 5800X3D soll der neue Platzhirsch unter den CPUs für Spiele werden - wenn ihm nicht Lieferengpässe einen Strich durch die Rechnung machen.

von Kay Nordenbrock,
14.01.2022 14:18 Uhr

Auf der CES 2022 hat AMD den Ryzen 7 5800X3D als schnellsten Gaming-Prozessor präsentiert. Das Unternehmen möchte mit dem effizienten 3D-Cache vor allem an seinem größten Konkurrenten und momentanen Platzhirsch, dem Intel Core i9 12900K, vorbeiziehen.

Dabei handelt es sich um eine verbesserte Version des bereits auf dem Markt erhältlichen Ryzen 7 5800X. Der neue Cache soll sogar trotz etwas niedrigerer Taktraten insgesamt zu einem ordentlich Leistungsplus führen, was auch unseren Autor Alexander Köpf sehr überzeugt hat:

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Umso enttäuschender wäre es, wenn der Prozessor nur in limitierter Stückzahl oder gar zu spät erscheint. Das könnte allerdings der Fall sein, wenn man dem taiwanesischen Magazin Digitizers (Paywall) Glauben schenkt. Demnach nutzt AMD nämlich die 3D-SoIC-Technologie für seinen 3D-Cache, welcher bei TSMC in Taiwan hergestellt wird. 

Das Problem ist, dass die Technologie dort noch nicht in Serie produziert wird und AMDs Prozessor nicht die einzige Hardware ist, die diese 3D-Technologie verwenden möchte. Die Produktion, die momentan vorhanden ist, soll für Unternehmens-Hardware reserviert sein. 

Allerdings baut TSMC laut PC Gamer momentan eine Produktionsstätte in Chunan, in der die Hardware für den AMD-3D-Prozessor hergestellt werden soll. Wann diese fertiggestellt wird und wann dann die Massenproduktion beginnen soll, ist allerdings unklar.

Klar ist aber, dass das Zeitfenster sehr eng ist, da der Ryzen 7 5800X3D bereits im Frühling 2022 erscheinen soll. Außerdem stehen Ende des Jahres bereits die neuen Ryzen-7000-Prozessoren mit der gleichen Technologie in den Startlöchern.

Was bedeutet das für die Produktion des 3D-Ryzen-Prozessors? 

Zum einen kann es zu einer Verspätung des Release kommen, da uns das Timing doch sehr knapp erscheint. Zum anderen ist die Frage, wie viele 3D-SoICs in der neuen Produktionsstätte produziert werden können und wie viele davon AMD bekommt. Im schlimmsten Fall könnte eine ähnliche Situation wie bei den Grafikkarten entstehen: Die Verfügbarkeit ist knapp und die Preise steigen. 

Solche Prognosen sind immer schwierig, trotzdem haben wir einen Blick in die Glaskugel gewagt und versucht einzuschätzen, was uns in diesem Jahr an Hardware erwartet: 

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Aber auch wenn der Ryzen 7 5800X3D nur in limitierter Stückzahl erscheinen sollte, ist die Situation bei CPUs weitaus entspannter als bei den Grafikkarten. Bei den Prozessoren habt ihr schließlich immer noch eine große Auswahl an Modellen mit ähnlicher Leistung. Nur auf den 3D-Cache müsstet ihr wohl noch etwas länger warten.

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