Die Meerestemperaturen steigen weiter an, und Experten sind sich einig: »Dies ist teilweise auf den Beginn eines neuen El Niño-Phänomens zurückzuführen.«

Forscher haben im Juni 2026 neue Höchstwerte der globalen Meeresoberflächentemperaturen gemessen.

Bis zu 21 Grad Celsius haben Wissenschaflter an der Meeresoberfläche gemessen und damit einen neuen Rekord verzeichnet. (Bildquelle: Robert Boston Unsplash) Bis zu 21 Grad Celsius haben Wissenschaflter an der Meeresoberfläche gemessen und damit einen neuen Rekord verzeichnet. (Bildquelle: Robert Boston / Unsplash)

Die globalen Meeresoberflächentemperaturen erreichten am 21. Juni 2026 im Copernicus-Datensatz den höchsten Wert für diesen Kalendertag seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1979.

Zwei Copernicus-Dienste, die unterschiedliche Datensätze und Auswertungsverfahren verwenden, meldeten übereinstimmend neue Rekordwerte von etwa 20,86 °C (C3S) beziehungsweise 21,0 °C (CMEMS).

Wissenschaftler führen die außergewöhnliche Wärme vor allem auf den langfristigen Erwärmungstrend zurück; frühe El-Niño-Bedingungen könnten die hohen Oberflächentemperaturen zusätzlich begünstigen.

Video starten 5:15 NASA-Video aus dem Jahr 2009: Wie der Klimawandel die Ozeane beeinflusst

Die Ursachenanalyse: Das Zusammenspiel der Kräfte

Während eines El-Niño-Klimaphänomens schwächen sich die Passatwinde im Pazifik deutlich ab. Dadurch verlagert sich das warme Oberflächenwasser nach Osten und der Auftrieb des kalten Tiefenwassers vor der Westküste Südamerikas wird unterdrückt.

Beides führt zu einer messbaren Erwärmung der Meeresoberfläche im östlichen Pazifik. Da die Ozeane infolge des Klimawandels bereits außergewöhnlich viel Wärme gespeichert haben, kann ein El Niño die Oberflächentemperatur des Wassers zusätzlich anheben, was neue Rekordwerte begünstigt.

Die beiden Klimadienste notierten Temperaturen von 20,86 Grad Celsius und 21 Grad Celsius.

Zum Vergleich: Die bisherigen Höchstwerte wurden in den Jahren 2023 und 2024 notiert und lagen zwischen 20,83 und 20,90 Grad Celsius.

Laut den Wetterexperten von Copernicus ist die Temperatur der Wasseroberfläche der Ozeane zwischen 0,35 und 0,73 Grad Celsius wärmer als der langfristige Durchschnittswert.

Die Übereinstimmung mehrerer Datensätze spricht gegen einen offensichtlichen Messfehler; verbleibende Unsicherheiten der jeweiligen Datensätze bleiben jedoch bestehen.

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Die Konsequenzen für Mensch und Natur

Die Überhitzung der Meere hat gravierende ökologische und meteorologische Folgen. Bereits geringe Temperaturabweichungen belasten marine Ökosysteme stark und führen zu großflächigem Korallensterben. Zudem gibt der warme Ozean mehr Energie an die Atmosphäre ab. Dies intensiviert die Verdunstung und kann regional Starkniederschläge, tropische Wirbelstürme und Überschwemmungen begünstigen.

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Neben dem beschleunigten Abschmelzen des Eises und dem daraus resultierenden Meeresspiegelanstieg drohen immer häufigere marine Hitzewellen. Diese destabilisieren nicht nur die marinen Lebensräume, sondern beeinträchtigen auch die weltweite Fischerei und führen zu spürbaren wirtschaftlichen Schäden.

Wie lange die derzeit außergewöhnlich hohen Meeresoberflächentemperaturen anhalten werden, lässt sich derzeit noch nicht verlässlich vorhersagen. Nach Einschätzung der Experten hängt dies unter anderem von der weiteren Entwicklung des El Niño und den allgemeinen klimatischen Bedingungen ab.


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