Die jahrelange Sonderstellung von Apple beim weltgrößten Chip-Auftragsfertiger TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) gehört angeblich der Vergangenheit an.
Nach mehr als zehn Jahren, in denen die Prozessoren des iPhone-Konzerns im Mittelpunkt standen, muss Apple nun direkt mit anderen Großkunden um Produktionskapazitäten konkurrieren, wie der Branchenanalyst Tim Culpan berichtet.
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Eine schlechte Nachricht kommt selten allein
Als TSMC-CEO CC Wei im August 2025 Apple-Chef Tim Cook und dessen Team in Cupertino besuchte, hatte er (für Apple) schlechte Nachrichten im Gepäck. Wei kündigte laut Culpan die »größte Preiserhöhung seit Jahren« an – Cook und sein Team nahmen die Nachricht dem Bericht zufolge widerstandslos hin.
- Wei hatte die Preiserhöhungen in vorhergehenden Quartalen bereits in Investorengesprächen angekündigt, und TSMCs kontinuierlich steigende Bruttomargen waren ein weiteres klares Signal für die wachsende Preismacht des Halbleiterherstellers.
- Doch die Preiserhöhung war nicht die einzige Hiobsbotschaft. Noch gravierender: Apple kann sich scheinbar nicht mehr darauf verlassen, dass die eigenen Chip-Designs quasi automatisch Platz in TSMCs fast zwei Dutzend Fabriken finden.
KI-Chips beanspruchen überproportional viel Kapazität
Die Ursachen für den Machtwechsel bei TSMC sind laut Culpan eindeutig: Künstliche Intelligenz treibt die Nachfrage nach Hochleistungschips in astronomische Höhen, während das Smartphone-Geschäft stagniert.
- TSMCs Umsatz im High-Performance-Computing-Segment (HPC), zu dem KI-Beschleuniger gehören, kletterte 2025 um 48 Prozent – nach bereits 58 Prozent Wachstum im Vorjahr.
- Das Smartphone-Segment legte dagegen nur um 11 Prozent zu, deutlich schwächer als die 23 Prozent des Vorjahres.
Technologie-Roadmap spielt Nvidia optimal in die Karten
Die TSMC-Roadmap, in der das Unternehmen künftige Prozessentwicklungen plant, verschärft Apples Probleme zusätzlich. Der Chipfertiger produziert Chips mit zwei Nanomentern Strukturbreite bereits in Serie; Apple ist hierbei ein wichtiger Abnehmer.
In der zweiten Jahreshälfte 2026 folgen jedoch die Variante N2P sowie der neue A16-Prozess.
- A16 mit »Super Power Rail«-Technologie ist laut TSMC-Chef Wei »am besten für High-Performance-Computing mit komplexen Signal-Routen geeignet«.
- Diese Technologie trennt die Signalübertragung von der Stromversorgung und bietet gegenüber N2P 8 bis 10 Prozent mehr Performance bei gleicher Spannung oder 15 bis 20 Prozent weniger Stromverbrauch bei gleicher Leistung.
Dies begünstigt vor allem Nvidia, AMD und andere HPC-Kunden – womit wir wieder beim aktuell profitablen KI-Geschäft wären. Laut dem chinesischen Leaker »Fixed-focus digital cameras« (via wccftech) soll Nvidia mit 13 Prozent Umsatzanteil inzwischen der größte TSMC-Kunde sein; dieser Anteil dürfte weiter steigen und Apple folglich weiter ins Hintertreffen geraten.
Zumindest gibt es für Apple in diesem Kontext ein Licht am Ende des Tunnels: Mit der für 2028 erwarteten A14-Generation, die »von Anfang an für Mobile und HPC konzipiert« sein soll, könnte sich das Gleichgewicht wieder zugunsten Apples verschieben.
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