Der KI-Boom belastet die Lieferketten und nun steht auch Apple vor einem kritischen Mangel an Chipkomponenten

Laut einem Bericht könnte Apple mit Lieferproblemen zu kämpfen haben. Die Gründe gleichen denen der Speicherkrise.

Der KI-Boom könnte sich auch negativ auf kommende iPhone-Generationen auswirken. (Bildquelle: Apple) Der KI-Boom könnte sich auch negativ auf kommende iPhone-Generationen auswirken. (Bildquelle: Apple)

Der große »KI-Goldrausch« hat eine historische Speicherkrise verursacht, die sich wohl auf das komplette Jahr 2026 und darüber hinaus auswirken wird. Neben der RAM-Knappheit sind aber auch andere Teile der Lieferketten betroffen. Das könnte etwa Apple zu spüren bekommen.

Apple könnte Lieferprobleme bekommen

Im Zentrum eines Berichts von Nikkei Asia steht dabei das sogenannte »Glass Cloth«, also High-End-Glasfasergewebe. Dieses ist ein wesentlicher Bestandteil von Chip-Substraten und Leiterplatten. Apple nutzt das Material, um möglichst dünne, aber trotzdem leistungsfähige Chips zu bauen.

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Das Problem ist, dass die fortschrittlichsten Arten dieses Gewebes fast ausschließlich von einem einzigen japanischen Unternehmen hergestellt werden: Nitto Boseki oder kurz Nittobo. Deren »Glass Cloth« ist sehr hitzebeständig und gut für Hochgeschwindigkeits-Datenübertragungen geeignet.

Der weltweite KI-Boom hat zu einer stark erhöhten Nachfrage nach leistungsstarken Chips geführt. Unternehmen wie Nvidia, Google oder Amazon setzen dabei auch auf High-End-Glasfasergewebe. Da Geld kaum eine Rolle spielt, werden die Bestände teilweise restlos aufgekauft.

Apple soll laut dem Bericht schon Mitarbeiter direkt nach Japan zu Nittobo geschickt haben, um den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen. Erfolgreich war das offenbar nicht, da die Kapazitäten schlicht erschöpft sind.

In China gibt es mit dem Anbieter Grace Fabric Technology eine vielversprechende Alternative, die aber bei der gebotenen Qualität noch nicht auf dem Niveau von Nittobo agiert, von Apple aber schon jetzt mit aufgebaut wird.

Langfristig könnte das Unternehmen dadurch weniger abhängig von Nittobo werden, kurzfristig hilft das aber nur wenig. Die Knappheit soll mindestens bis Ende 2027 andauern und Apple so durchaus Probleme bereiten. Zukünftige Produkte könnten teurer oder im schlimmsten Fall sogar verschoben werden. Auch extrem kleine Kontingente zum Start neuer Modellreihen könnten eine Folge sein.

Der Bericht zeigt einmal mehr, wie sich der KI-Boom auf die gesamte Industrie auswirkt und wie sich die Rollen zuletzt verschoben haben. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit stand Apple selbst an der Spitze der Nahrungskette, jetzt muss man sich zumindest vorübergehend hinter anderen einreihen.

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