Käufe außerhalb des App Stores: Apple will weiterhin abkassieren – mit bis zu 15 Prozent Gebühr

Neue Apple-Steuer? Im Streit mit Epic Games schlägt Apple vor, künftig bis zu 15 Prozent Gebühr für Käufe über externe App-Links zu verlangen.

Der Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games läuft bereits seit mehreren Jahren. (Bildquellen: Epic Games und Apple) Der Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games läuft bereits seit mehreren Jahren. (Bildquellen: Epic Games und Apple)

Auch auf Umwegen entkommen App-Entwickler der sogenannten »Apple-Steuer« so schnell wohl nicht – zumindest, wenn es nach den aktuellen Vorstellungen des iPhone-Konzerns geht.

Wie das Magazin Mac Life berichtet, hat Apple im andauernden Rechtsstreit mit Epic Games einem US-Gericht ein neues Gebührenmodell vorgeschlagen, über das jedoch noch nicht endgültig entschieden ist.

Sollte das Gericht diesem Entwurf zustimmen, könnte der Konzern künftig eine Provision von bis zu 15 Prozent für Käufe verlangen, die Nutzer über externe Links außerhalb der eigentlichen iOS-App auf der Website des jeweiligen Entwicklers abschließen.

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Gestaffeltes Gebührenmodell: Fünf bis 15 Prozent

Der aktuelle Vorschlag sieht eine gestaffelte Kostenstruktur vor. Verlinkt eine reguläre App auf eine externe Webseite, um dort einen Kauf oder den Abschluss eines Abonnements abzuschließen, soll Apple 15 Prozent des Umsatzes erhalten

Für Verlängerungen von Abonnements sowie für Apps aus speziellen Partnerprogrammen sind zehn Prozent vorgesehen. Günstiger kämen Entwickler weg, die weniger als eine Million US-Dollar Jahresumsatz generieren und am »Small Business Program« teilnehmen: Für sie schlägt Apple eine Abgabe von fünf Prozent vor.

Diese Sätze lägen zwar unter den sonst üblichen App-Store-Provisionen von bis zu 30 Prozent, stellen für die Entwickler aber weiterhin einen erheblichen wirtschaftlichen Faktor dar.

Apples Argumentation: Der Wert der Plattform

Apple räumt in dem Gerichtsantrag zwar ein, dass die unmittelbar notwendigen Kosten für die reine Abwicklung und Koordination solcher externen Links bei strenger Auslegung quasi bei null liegen, rechtfertigt die geforderte Beteiligung von bis zu 15 Prozent aber mit dem allgemeinen Wert der App-Store-Plattform sowie den Werkzeugen und Diensten, die es Entwicklern bereitstellt.

Ein Ansatz, der sich allein auf die direkten technischen Kosten für den Link beschränke, würde diesen umfassenden Mehrwert ignorieren, argumentiert der iPhone-Hersteller und stützt sich dabei auf Analysen von Experten.

App-Store-Nutzer zahlen für bestimmte Dienste oder Apps bereits einen Aufpreis, da einige Entwickler die Apple-Gebühr an den Kunden weiterreichen.

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Jahrelanger Rechtsstreit mit Epic Games

Im Zentrum dieses juristischen Tauziehens steht der seit Jahren schwelende Rechtsstreit zwischen Apple und dem Fortnite-Entwickler Epic Games. Bereits im Jahr 2021 hatte ein US-Gericht Apple dazu verpflichtet, Links zu alternativen und günstigeren Kaufmöglichkeiten in Apps zuzulassen. Apple lenkte zwar ein, versuchte in der Folge jedoch, für genau diese externen Transaktionen eine Provision von bis zu 27 Prozent durchzusetzen.

Ein Gericht bewertete die Umsetzung im Jahr 2025 als klaren Verstoß gegen die gerichtliche Anordnung und untersagte Apple, Provisionen auf solche Link-Out-Transaktionen zu erheben.

Ein Berufungsgericht hob dieses strikte Provisionsverbot später allerdings in Teilen auf. Die Richter urteilten, dass Apple grundsätzlich eine angemessene Vergütung verlangen dürfe – nannten als möglichen Maßstab dafür aber just jene tatsächlichen Kosten, die nun Gegenstand der Diskussion sind.

Mehr zum Thema: Epic vs. Google: Nach Einigung im Rechtsstreit sollt ihr alternative App-Stores viel einfacher aufrufen können

Das letzte Urteil ist noch nicht gesprochen

Da Epic Games die jetzt vorgeschlagenen Sätze für unvereinbar mit den Vorgaben des Berufungsgerichts hält, will das Studio dem Vorstoß widersprechen. Das zuständige Bezirksgericht muss jetzt prüfen und festlegen, welche Gebühr Apple künftig tatsächlich verlangen darf.

Für Entwickler und Firmen bleibt es also nach wie vor eine Hängepartie mit noch völlig offenem Ausgang.


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