Nach einem fünf Jahre andauernden Rechtsstreit einigen sich Google und Epic Games nun auf einen Kompromiss: Künftig sollen alternative App-Stores über einen neutralen Installationsbildschirm deutlich einfacher auf Android-Geräten installiert werden als bisher.
Wie Android Authority berichtet, könnte es schon mit dem nächsten großen OS-Update für Android so weit sein. Mit Android 17 sollt ihr die »registrierten App Stores« nutzen können.
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Ein fünfjähriges Rechtsdrama geht zu Ende
Im Jahr 2020 nahm der Konflikt zwischen den beiden Branchenriesen Epic Games und Google seinen Anfang, als Epic die Kampagne »Project Liberty« startete. Das Unternehmen hinter dem populären Spiel Fortnite integrierte absichtlich ein eigenes Zahlungssystem in das Spiel, um Googles übliche Provision von 30 Prozent auf digitale Käufe zu umgehen.
Als Reaktion darauf sperrte Google Fortnite aus dem Play Store aus – eine Entfernung, die sowohl das Unternehmen als auch die Nutzer dieser Plattform zunächst lähmte. Epic klagte daraufhin gegen Google und warf dem Konzern vor, ein illegales Monopol auf dem Android-Markt zu unterhalten und wettbewerbswidriges Verhalten an den Tag zu legen.
- Nach einer Jury-Abstimmung im Dezember 2023 entschied das Gericht zu Gunsten von Epic und befand die Google-Play-Store-Praktiken als kartellrechtswidrig.
- Das US-Berufungsgericht bestätigte diese Entscheidung im Juli 2025 – auch der Oberste Gerichtshof der USA weigerte sich im Oktober 2025, Google in dieser Angelegenheit zu schützen.
Die Einigung: »Registrierte App Stores«
Am 5. November 2025 kam es schließlich zu einer überraschenden Mitteilung von Epic-Chef Tim Sweeney: Google habe einen »großartigen Vorschlag« unterbreitet, den man – einem finalen Okay seitens des Gerichts vorausgesetzt – annehmen möchte. Laut Fortune soll sich dieser Vorschlag aus den »Registrierten App Stores« zusammensetzen:
- Dabei handelt es sich um von Google zertifizierte Dritthersteller-Märkte, die einer Reihe von neutralen Sicherheitsstandards genügen.
- Die größte Neuerung liegt in der Installation selbst: Künftig werden Nutzer einen einzigen, neutrale formulierten Bildschirm sehen, der sie darüber informiert, dass ein App-Store »mit Android registriert« ist und welche Berechtigungen dieser benötigt.
- Dieser neue »Single Store Install Screen« ersetzt die bisherigen Warnmeldungen und potenziell verwirrenden Sicherheitshinweise, die Nutzer bislang abhielten, alternative Märkte zu installieren.
- Das neue System gewährt zudem dem frisch installierten App Store des Drittanbieters automatisch die Berechtigung zur Installation anderer Anwendungen.
Aus den zugehörigen Gerichtsdokumenten (via Android Authority) geht nun ein erster Entwurf hervor, wie sich Google und Epic Games diesen Vorgang vorstellen:
Parallel zur vereinfachten Installation einigten sich die Unternehmen übrigens auch auf eine geringere Service-Gebühren, die Google Entwicklern in Rechnung stellt – also genau dem Punkt, der den Rechtsstreit erst losgetreten hatte:
- Während Google bislang bis zu 30 Prozent auf In-App-Käufe erhoben hatte, werden diese künftig auf 9 bis 20 Prozent begrenzt – je nach Art der Transaktion und des verwendeten Zahlungssystems.
- Kosmetische In-App-Käufe oder Premium-App-Verkäufe fallen unter die 9-Prozent-Gebühr, während sonstige digitale Transaktionen mit 20 Prozent gerechnet werden. Diese Regelung gilt weltweit und bleibt bis Juni 2032 in Kraft.
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