Assassin's Creed in der Unreal Engine 5: Aufwendiger Fan-Trailer mit Stärken und Schwächen unter der Lupe

Ein Fan-Trailer für ein fiktives Assassin's Creed im alten Persien sorgt für Aufmerksamkeit. Wir analysieren für euch, was gut gelungen ist - und was weniger.

Es gibt immer mehr Fan-Kreation in der aktuellen Unreal Engine 5. Eines der jüngsten Beispiele ist ein Video zur berühmten Assassin's-Creed-Reihe. Es zeigt einen fiktiven Teil, der in Persien spielen soll. Was daran technisch gut gelungen ist und was nicht, haben wir uns für euch genauer angesehen.

Natürlich werden wir uns hier nicht seitenlang in Kleinigkeiten verlieren oder in tiefsten Fachsprech verfallen. Aber gerade dieser neue Fan-Trailer bietet sich hervorragend dafür an, mal einen etwas detaillierteren Blick auf eines dieser Projekte zu wagen. Denn wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten.

Nichts ist wahr, alles ist erlaubt. Also lasst uns anfangen! Oder wisst ihr was? Schaut euch das Video am besten zunächst selbst an:

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Das steckt hinter dem Fan-Trailer

Zunächst eine ganz wichtige Info: Wer schon mal einen umfangreichen Fan-Trailer in einer Spielengine erstellt hat, sei es Unreal oder Unity, wird wissen, wie viel Mühe meist darin steckt. Deshalb sollte man bei aller Kritik daran auch würdigen, dass sich ein Mensch mit viel Hingabe diesem Thema gewidmet hat.

Hier darf man keine Produktion auf AAA-Niveau erwarten. Wenn wir also Schwächen benennen, meinen wir das überhaupt nicht böse, sondern rein sachlich auf das gezeigte Material bezogen. Ihr werdet merken, was wir meinen.

Worum geht's denn eigentlich? Mit dem fiktiven Titel Assassin's Creed Persia dürfte sofort klar sein, was für ein Szenario wir vor Augen geführt bekommen. Zahlreiche historische Orte werden uns gezeigt: Persepolis, das Grab von Kyros dem Großen oder auch die Stadt Pasargad. Eine nicht näher vorgestellte Figur, vermutlich ein Assassine, reist durch die Gegend und wir begleiten sie dabei.

Wer steckt dahinter? Der Fan-Trailer wurde vom Youtube-Kanal TeaserPlay erstellt, hinter dem laut eigener Aussage ein Team unabhängiger Grafik-Designer steht. Das Ziel sei es, hochwertige Kurzfilme und Konzept-Trailer zu kreieren, so wie nun eben das Assassin's-Creed-Filmchen.

Wie es mit Assassin's Creed ganz offiziell weitergehen könnte, erfahrt ihr hier:

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Die Zukunft von Assassin's Creed

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Diese Punkte überzeugen uns in dem Fan-Trailer

Niemand will direkt etwas Negatives lesen. Deshalb fangen wir mit den Aspekten des Trailers an, die uns schon auf den ersten Blick absolut überzeugt haben:

  • Das Terrain: Die gezeigten Landschaften Persiens wirken natürlich und wurden mit hochauflösenden Texturen versehen. Deshalb stellen die weitläufigen Kameraeinstellungen, die uns einen guten Ausblick auf die Umgebung gewähren, mit den größten Pluspunkt des Trailers dar (siehe Minute 0:24). Den Machern dürfte zugutekommen, dass die Unreal Engine 5 über sehr umfangreiche Tools zur Landschaftsgestaltung verfügt.
  • Die Charaktere: Egal ob Hauptfigur, das Pferd oder herumlaufende NPCs, die Charaktere weisen viele Details auf und passen sehr gut in das historische Szenario. Vor allem der Protagonist könnte glatt aus einem offiziellen Serienteil stammen (siehe Minute 0:28).
  • Beleuchtung und Detailtiefe: Natürlich kommt auch in dieser Demo das große UE5-Feature Lumen zum Einsatz, das für eine realistische Ausleuchtung der Spielwelt sorgt (siehe Minute 1:08). Und auch die zweite große Funktion Nanite gibt sich die Ehre und überzeugt mit sehr detaillierten Objekten wie der Skulptur (siehe Minute 0:39) oder der Steintafel (siehe Minute 1:04).

Bereits der offizielle Trailer zur Unreal Engine 5 demonstrierte, was für ein Detailgrad dank Nanite möglich ist. (Quelle: Epic Games) Bereits der offizielle Trailer zur Unreal Engine 5 demonstrierte, was für ein Detailgrad dank Nanite möglich ist. (Quelle: Epic Games)

Diese Punkte überzeugen uns hingegen weniger

Ganz ohne Schwächen kommt der Trailer für unsere kritischen Augen aber nicht daher. Diese Aspekte haben uns weniger gefallen:

  • Der Himmel: In manchen Szenen wirken die Wolken am Himmel seltsam flach. Offenbar wurde hier auf den Einsatz von volumetrischen Wolken verzichtet. An anderen Stellen sieht der Himmel jedoch auch deutlich besser aus. Unterm Strich also eine schwankende Qualität.
  • Unpassende Objekte: Manche der verwendeten Assets wirken wie Fremdkörper in ihrer Umgebung. Vor allem das Grab bei Minute 0:23 wirkt deplatziert, was an der Texturierung, der Farbgebung und der Art und Weise liegen dürfte, wie das Objekt in der doch recht kargen Umgebung platziert wurde.
  • Die Stadt: Klar, eine große Stadt aus dem Nichts zu bauen, ist eine tolle Leistung. Etwas detaillierter hätte die zu Beginn und gegen Ende gezeigte Stadt für unseren Geschmack aber aussehen dürfen. Hat man die tristen Straßenzüge und Dächer erst einmal bemerkt, kann man den Anblick kaum noch ausblenden.
  • Fehlende und unsaubere Bewegungen: Insbesondere die Vegetation wirkt im Video größtenteils sehr statisch, was untere anderem ab Minute 0:32 gut zu erkennen ist. Aber auch die wenigen Animationen, die es zu sehen gibt, könnten deutlich geschmeidiger sein.

Soweit unsere kompakt gehaltenen Gedanken zu diesem Trailer. Wenn ihr noch weitere Kreationen von TeaserPlay anschauen möchtet, empfehlen wir euch den Nachbau der Spielwelt von GTA 5 und Red Dead Redemption.

Ihr wollt lieber bei uns bleiben? Noch viele weitere Tech-Demos zur Unreal Engine 5 könnt ihr auch hier auf GameStar.de bestaunen:

Genug gefachsimpelt, jetzt interessiert uns ganz besonders eure Meinung! Wie bewertet ihr das Gezeigte? Hat es euch größtenteils gefallen oder kann euch absolut nichts vom Hocker reißen? Gibt es eine Szene, die euch besonders überzeugt hat? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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