Gaming-Leistung
Die Asus ROG Xbox Ally X hat sich in meinen fünf üblichen Benchmark-Spielen als schnellster Handheld entpuppt, den ich bisher getestet habe.
Beachtet jedoch, dass sich die Gaming-Leistung im Vergleich zu anderen Handhelds von Spiel zu Spiel unterscheidet und meine Benchmarks euch nur einen Anhaltspunkt liefern sollen.
Wichtig zur Einordnung: Ich teste Handhelds immer in ihrer realistischen, nativen Auflösung – also so, wie sie im Alltag tatsächlich verwendet werden. Die MSI Claw 8 AI+ habe ich daher in 1200p getestet, während die Asus ROG Xbox Ally X auf 1080p läuft. Das ist kein klassischer Laborvergleich, sondern eine praxisnahe Gegenüberstellung der tatsächlichen Spielerfahrung.
Meine Werte sollen also nicht zeigen, welcher Chip »objektiv« stärker ist, sondern wie sich beide Geräte mit ihren nativen Displays im Alltag schlagen.
Returnal
- 30 W 1200/1080p
- 30W 800/720p
- 17/15 W 800/720p
- 0
- 12
- 24
- 36
- 48
- 60
Der Leistungssprung gegenüber der ersten Generation (Handhelds mit AMD Ryzen Z1 Extreme-Chip) ist nicht gewaltig. Der AMD Ryzen Z2 Extreme erreicht schon bei 17 Watt die Leistung des Z1 Extreme bei 30 Watt. Das wirkt sich vor allem positiv auf die Akkulaufzeit und Lüfterlautstärke aus, weil der Prozessor weniger Energie aufnimmt und Abwärme erzeugt.
Beispiel aus meinem Alltag: Ob ich in Monster Hunter Wilds 37 FPS mit der Asus ROG Ally X habe oder 41 mit der neuen Xbox Ally X, macht in der Praxis eben kaum einen Unterschied. In beiden Fällen begrenze ich die Bildwiederholrate auf 30 FPS für eine möglichst konstante Spielerfahrung. Die Asus ROG Xbox Ally X punktet dann vor allem durch eine etwas bessere Stabilität bei der FPS-Rate.
Solltet ihr ein Steam Deck besitzen, ist das Leistungsplus deutlich signifikanter. Dann eröffnet euch dieser Handheld ganz neue Möglichkeiten. Nicht nur durch die gesteigerte Gaming-Leistung, sondern auch durch die breitere Verfügbarkeit von Spielen durch das Windows-Betriebssystem.
Es ist noch ein bisschen mehr drin: Für meine Vergleiche habe ich die TDP-Leistung auf 30 Watt begrenzt, aber die Asus ROG Xbox Ally X verfügt noch zusätzlich über einen Turbo-Modus mit 35 Watt. Mit diesem war die Leistung marginal besser.
| Spiel (1080p) | FPS (35 Watt) | FPS (30 Watt) |
|---|---|---|
| Monster Hunter Wilds (minimal) | 44 | 43 |
| Returnal (Niedrig) | 51 | 50 |
| Tiny Tinas Wonderland (Sehr niedrig) | 104 | 102 |
| Civilization 6 (Niedrig) | 164 | 154 |
| Assassins Creed Origins | 65 | 52 |
Gaming-Leistung ist euch besonders wichtig? Dann werdet ihr mit diesem Handheld nicht unglücklich werden.
ABER: Ein Handheld der vorherigen Generation ist nicht sehr viel langsamer und kostet meistens deutlich weniger.
Lüfter-Lautstärke: Die Asus ROG Xbox Ally X verfügt wie ihre Vorgängerin über zwei Lüfter. Einige Handhelds verwenden nur einen einzigen, weshalb sie meistens mit höheren Drehzahlen kühlen müssen, um genügend Luft zu bewegen. Die Xbox Ally X bleibt beim Spielen meistens angenehm leise, weil beide Lüfter nicht ganz so schnell aufdrehen müssen. Dafür heizt sich die CPU beim Spielen auf etwa 80 Grad auf.
Achtet also darauf, dass die Lüfterschlitze auf der Rückseite niemals verdeckt werden. Das passiert etwa, wenn man auf dem Sofa mit einem Kissen auf dem Schoß spielt und den Handheld darauf ablegt – ja, das habe ich schon öfter gesehen.
Xbox-Vollbilderfahrung: Sehen wir hier die Zukunft von Xbox?
Dieser Handheld fühlt sich an, wie das Erste von mehreren Hardware-Produkten der This-is-an-Xbox-Kampagne. Die Asus ROG Xbox Ally X ist nämlich keine Xbox in dem Sinne, wie wir es bisher kennen. Hier läuft nicht das Betriebssystem der Konsolen, sondern Windows 11.
Warum sagt Microsoft also, dass dies dennoch eine Xbox ist? Die Xbox Ally X ist der erste Windows-PC mit einer sogenannten »Xbox-Vollbilderfahrung«. Dabei handelt es sich um für Controller-Steuerung und Gaming optimierte Oberfläche für PC-Spiele – ähnlich wie SteamOS.
Welche Spiele sind mit der Asus ROG Xbox Ally X spielbar?
- Alle PC-Spiele, die über Windows 11 spielbar sind. Dazu gehören etwa Spiele von Steam, Microsoft Store, Epic Games, GOG und mehr.
- Nicht spielbar sind die nativen Xbox-Spiele der Konsolen. Solche sind nur über die Cloud spielbar. Ausnahme sind die Titel mit dem Play Anywhere-Label. Bei solchen habt ihr die PC-Version des Spiels beim Kauf der Xbox-Version mit erworben.
Beim Hochfahren des Handhelds landet ihr direkt in der neuen Xbox-App; der übliche Windows-Desktop wird gar nicht erst geladen, was ein paar Systemressourcen, vor allem Arbeitsspeicher, einspart.
Fühlt sich die Asus ROG Xbox Ally X an wie eine Konsole? Die Xbox-Vollbilderfahrung lässt sich zwar vollständig mit dem Controller navigieren, aber es fühlt sich noch etwas umständlicher und weniger intuitiv an als auf einer Konsole:
- Hauptmenüleiste links: Hier wechselt ihr mit dem D-Pad oder dem Analog-Stick zwischen den Hauptmenü-Kategorien. Ihr müsst allerdings mit dem Cursor auf das Symbol gehen und dann mit A bestätigen, um die Kategorie aufzurufen. Der Mausklick wurde also nur mit der A-Taste ersetzt. Geschmeidiger wäre es, wenn die Kategorien direkt mit dem D-Pad gewechselt werden.
- Die Benutzeroberfläche müsste noch überarbeitet werden: Die UI-Elemente der Xbox-App sind offensichtlich für die Bedienung mit einem Maus-Cursor gedacht.
- Auf der Xbox Ally X könnt ihr zwischen den kleinen Buttons per D-Pad oder Analog-Stick wechseln, aber dabei müsst ihr mal runter, mal hoch, mal nach rechts und mal nach links navigieren.
- Geht ihr etwa zu weit nach oben, landet ihr in der Suchleiste. Dann müsst ihr nach links drücken, um aus dieser rauszukommen – nach rechts geht nicht. Es sind solche Kleinigkeiten, die noch unnötig für Reibung sorgen.
Trotzdem halte ich die Xbox-Vollbilderfahrung für einen sehr guten ersten Schritt für ein Gaming-freundlicheres Windows.
Besonders gut hat mir die neue Multitasking-Funktion gefallen: Haltet ihr die Xbox-Taste kurz gedrückt, erscheint eine Multitasking-Oberfläche, die an die von Smartphones erinnert. Mit dem D-Pad oder den Schultertasten lässt sich dann schnell zwischen verschiedenen Apps und Spielen wechseln.
- Diese Funktion habe ich gern genutzt, um zwischen dem Steam Big Picture-Modus und der Xbox-App zu wechseln.
- Über diesen Bildschirm lässt sich auch schnell der klassische Windows-Desktop starten.
Die neue Game Bar lässt sich mit einem kurzen Tippen auf die Xbox-Taste aufrufen. Hier stehen euch folgende Funktionen schnell zur Verfügung:
- Armoury Crate-Schnelleinstellungen: Ändert das TDP-Profil, Steuerungsprofile, blendet Hardware-Metriken ein und mehr.
- Home: Startet einer der drei zuletzt gespielten Spiele oder einen Launcher; ruft die Startseite oder eure Bibliothek auf.
- Einstellungen: Ändert Lautstärke, Bildschirmhelligkeit, WLAN-Einstellungen oder beendet die Vollbildschirm-Erfahrung.
- Xbox Social: Zeigt eure Xbox-Freundesliste und Chats an.
- Audiomixer: Ändert die Lautstärke von einzelnen Apps und Spielen; wechselt zwischen verschiedenen Ausgabegeräten (wie etwa Lautsprecher oder Headset).
- Aufzeichnen: Erstellt Screenshots und Bildschirmaufnahmen.
- Leistung: Zeigt System-Metriken an.
- Widgets: Fügt weitere Menüpunkte zu eurer Game Bar für schnellen Zugriff hinzu. Es ist etwa möglich, so Spotify schnell aufzurufen.
Bibliothek-Taste: Auf der rechten Seite befindet sich eine neue Taste, mit der man per Knopfdruck die Spielbibliothek aufruft. Eigentlich ist diese Funktion auch über die Game Bar erreichbar, aber mit der dedizierten Taste geht es etwas schneller.
- In der Bibliothek habt ihr die Möglichkeit, eure Spiele nach Plattformen, Installationsstatus, Cloud-Fähigkeit und mehr zu filtern.
- Spiele anderer Plattformen, wie etwa Steam, lassen sich direkt aus der Xbox-Bibliothek starten.
Spiele von anderen Drittanbieter-Plattformen spielen: Bisher habe ich keine Möglichkeit gefunden, Spiele anderer Bibliotheken oder aus Drittanbieterquellen (wie etwa HoYoPlay) zur Xbox-Bibliothek hinzuzufügen. Auch das Hinzufügen von Steam-fremden Spielen zu Steam hat keinen Erfolg erzielt. Um solche Spiele zu starten, musste ich umständlich zum Desktop wechseln. Ich hoffe, dass so eine Funktion per Update nachgereicht wird.
Armoury Crate-Taste: Auf der linken Seite, direkt neben der Xbox-Taste, befindet sich die Armoury Crate-Taste für Schnelleinstellungen. Auch diese Funktion ist eigentlich über die Game Bar verfügbar, aber mit der dedizierten Taste geht es etwas schneller.
Handheld oder Windows-PC? Die neue Vollbild-Erfahrung macht den Handheld flexibler: Der schnelle Wechsel zwischen einer Controller-optimierten Oberfläche und dem klassischen Desktop macht die Asus ROG Xbox Ally X besonders flexibel:
- Als Handheld in der Xbox-Vollbilderfahrung
- Am Schreibtisch als stationärer PC (mit Docking-Station, Maus und Tastatur)
- Im Wohnzimmer als stationäre Konsole (mit Docking-Station und Gamepad)
Stand-by-Modus: Einer der größten Vorteile von SteamOS ist der sehr zuverlässige Stand-by-Modus. In nahezu jedem Spiel kann ich auf die Power-Taste drücken, um das Steam Deck in den Schlafmodus zu versetzen, um später genau an dieser Stelle weiterzuspielen.
Auf der Asus ROG Xbox Ally X hat der Stand-by-Modus bisher sehr zuverlässig funktioniert. Ich konnte alle Spiele mit der Power-Taste »pausieren«. Über Nacht (etwa 10 Stunden) mit pausierten Spiel hat der Handheld laut Batterieanzeige keine Energie verloren, obwohl ich den Energiesparmodus genutzt habe. Es wird sich jedoch erst in einem Langzeittest zeigen, ob der Stand-by-Modus in jedem Spiel so gut funktioniert. Bisher bin ich positiv überrascht.
Verbesserte Leistung gegenüber Windows 11 mit Desktopoberfläche? Weil in der Xbox-Vollbilderfahrung weniger Systemressourcen für das Betriebssystem notwendig sind, ist die Gaming-Leistung geringfügig besser.
| Spiel (1080p, 35 Watt) | FPS (Xbox-Vollbild) | FPS (Windows 11-Desktop) |
|---|---|---|
| Monster Hunter Wilds (minimal) | 44 | 43 |
| Returnal (Niedrig) | 51 | 38 |
| Assassins Creed Origins | 65 | 65 |
In den meisten Spielen ist der Unterschied eher gering oder nicht vorhanden, weshalb mich das Ergebnis bei Returnal überrascht. Bei diesem Titel macht der Xbox-Vollbildmodus einen großen Unterschied.
Multimedia, Anschlüsse und weitere Features: Eine solide Ausstattung
USB-4-Anschluss: An der Oberseite der Asus ROG Xbox Ally X befinden sich zwei USB-C-Anschlüsse. Einer mit USB 3.2 Gen2 und einer mit USB 4. Mit Letztem habt ihr die Möglichkeit, schnelle externe SSDs oder sogar externe Grafikkarten anzuschließen. Das macht den Handheld etwas zukunftssicherer.
MicroSD-Slot: Wie bei den meisten Handhelds lässt sich der Speicher mit einer microSD-Karte erweitern. Es ist allerdings schade, dass die Xbox Ally X nicht mit den viel schnelleren microSD-Express-Karten kompatibel ist. Die Nintendo Switch 2 bleibt der einzige Handheld, der die neuen Karten unterstützt.
Fingerabdrucksensor: In der Power-Taste ist ein Fingerabdrucksensor integriert, mit dem ihr euch schnell in Windows anmelden könnt. In meinem Test hat dieser sehr zuverlässig funktioniert.
Audio: Beide Lautsprecher sind nach vorn gerichtet, was bei Handhelds nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist. Sie klingen satt und bieten eine angemessene Lautstärke. Ich habe sie gern voll aufgedreht; dabei spürt man den Sound sogar durch das Gehäuse des Handhelds. Der Klang bleibt selbst bei 100 Prozent schön klar. Bei Bedarf könnt ihr ein Gaming-Headset über den 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss verbinden.
Reparierbarkeit: Die Asus ROG Xbox Ally X wird von acht Schrauben zusammengehalten. Davon befinden sich fünf auf der Rückseite und drei an der Unterseite. Beim Abnehmen der Rückseite müsst ihr wie bei der Vorgängerin etwas aufpassen, da die Makrotasten mit einem dünnen Flachbandkabel verbunden sind.
- Die meisten Teile lassen sich ganz ohne Löterfahrung entfernen. Es ist unter anderem unkompliziert, den Akku oder die Analog-Sticks zu tauschen.
- Die meisten Flachbandkabel haben eine kleine Lasche, wodurch sie leichter zu greifen sind.
- Die M.2 NVMe-SSD befindet sich in der Mitte und ist leicht zugänglich.
Die Lüfterschlitze sind sogar mit Staubfiltern ausgestattet. Das ist etwas, das ich beim Lenovo Legion Go selbst nachrüsten musste. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Akkulaufzeit: Die Xbox Ally X überzeugt auch unterwegs!
Wie bei der Vorgängerin ist bei der Asus ROG Xbox Ally X ein großer 80-Wattstunden-Akku verbaut. Durch die verbesserte Effizienz des AMD Ryzen Z2 Extreme-Chips konnte ich selbst ein Triple-A-Spiel wie Control 150 Minuten lang spielen (mit 80 Prozent Bildschirmhelligkeit und 60 Prozent Lautstärke):
- 17-Watt-TDP in Control: 150 Minuten
- 35-Watt-TDP in Control: 76 Minuten
Geht der Akku langsam zur Neige, ladet ihr ihn mit einem 65-Watt-Netzteil wieder auf – das ihr euch selbst kaufen müsst.
Ich kann euch die Asus ROG Xbox Ally X empfehlen, wenn ihr viel unterwegs spielen wollt. Der große Akku gepaart mit der effizienten Hardware verspricht euch lange Spiele-Sessions abseits der Steckdose.
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