Die Asus ROG Xbox Ally X fühlt sich wie ein Blick in Microsofts Zukunft an: eine »Xbox« mit Windows-Betriebssystem. Die Software ist noch nicht perfekt, aber schon jetzt der wichtigste Grund, warum sich dieser Handheld vom Rest absetzt.
Was bleibt, ist die entscheidende Frage: Braucht ihr dieses Upgrade oder reicht euer aktueller Handheld weiterhin aus?
Transparenzhinweis: Asus hat mir die ROG Xbox Ally X für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Asus hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Unboxing: Moment mal, da fehlt was!
8:40
Asus ROG Xbox Ally X im Unboxing: Moment mal, da fehlt doch was?
Kein Ladegerät, kein Kabel und kein Case: Wie ihr in meinem Unboxing sehen könnt, war ich ziemlich überrascht darüber, dass bei der Asus ROG Xbox Ally X kein Ladegerät dabei ist. Ich kann das bei den meisten Smartphones zwar nachvollziehen, aber bei einem Handheld ist das sehr ungewöhnlich.
Die Asus ROG Xbox Ally X benötigt ein 65-Watt-Netzteil, das viele noch nicht besitzen dürften. Selbst ein USB-C-Kabel fehlt.
Andere Handhelds bieten euch nicht nur ein Ladegerät, sondern auch Tragetaschen – wie beispielsweise das Lenovo Legion Go oder das Steam Deck OLED. Im Lieferumfang des Xbox Ally X ist neben einem Ständer aus Pappe und dem üblichen Papierkram (Garantie und Schnellstartanleitung) nichts enthalten.
Das ist bei einem so teuren Gerät und angesichts der Konkurrenz enttäuschend.
Komfort und Verarbeitung: Wie ein Xbox-Controller
Ergonomie
Die Asus ROG Xbox Ally X sieht etwas anders aus als die meisten PC-Handhelds, die bisher auf dem Markt erschienen sind. Es sind nämlich richtige Haltehörner integriert, wie man sie von Gamepads kennt.
Das Ergebnis ist einer der komfortabelsten Handhelds, den ich bisher in den Händen gehalten habe. Die Xbox Ally X fühlt sich fast so an, als würde ich mit einem echten Xbox-Controller spielen. Der größte Unterschied findet sich beim Winkel der Haltehörner. Sie sind beim Xbox Ally X weniger abgeschrägt.
Ich bin kein Fan des Aussehens, aber bei der Ergonomie hat mich der neue Handheld voll überzeugt!
Das Gewicht von 715 Gramm ist bequem verteilt, aber nach mehreren Stunden macht es sich dennoch in den Oberarmen bemerkbar.
Controller-Features
Die Tasten und Analog-Sticks werden euch bekannt vorkommen, wenn ihr schon einmal mit dem Xbox-Wireless-Controller gespielt habt.
Es sind zwei Analog-Sticks verbaut, die genauso groß sind wie die des Xbox Wireless-Controllers und sich so anfühlen.
Ich habe mit den Analog-Sticks keine Probleme in Shootern und 3D-Adventures (Doom Eternal, Control, Horizon Forbidden West und Assassins Creed Origins), aber es gibt zwei Dinge, die in einem Langzeittest unter Umständen kritisch sein könnten:
- Keine Hall-Effekt-Sticks: Solche sind weniger anfällig für Stick-Drift. In meiner Testperiode hatte ich mit den Analog-Sticks der Xbox Ally X natürlich keine Probleme, aber Hall-Effekt-Sticks würden mir mehr Sicherheit bieten. (Immerhin lassen sich die Analog-Sticks ganz ohne Lötkenntnisse austauschen)
- Keine Glättungsringe: Schon beim ersten ROG Ally haben sich die Hälse der Analog-Sticks nach einer Weile abgenutzt, wodurch sie deutlich »kratziger« wurden. Das scheint beim Xbox Ally X nicht anders zu sein. Bisher fühlen sie sich noch geschmeidig an, aber ich bin skeptisch, was die Langzeiterfahrung angeht.
Die Trigger sind richtig schön groß und verfügen wie der Xbox Wireless Controller über Rumble-Motoren. Das erleichtert die Bedienung und trägt zur Immersion bei. Im Gegensatz zu den Analog-Sticks kommen hier magnetische Hall-Effekt-Sensoren zum Einsatz, was die mechanische Abnutzung mindert und die Präzision erhöht.
Was mir aber fehlt, sind physische Trigger-Stops, wie etwa beim Lenovo Legion Go S oder der Zotac Zone. Gerade beim Spielen von Shootern seid ihr mit solchen etwas schneller, weil sie den Aktivierungsweg der Trigger verkürzen.
Die zwei Makro-Tasten auf der Rückseite sind sehr einfach mit dem Mittelfinger erreichbar und dennoch weit weg genug, um versehentlichen Eingaben vorzubeugen.
Das D-Pad ist nicht wie ein klassisches Steuerkreuz kreuzförmig, sondern wie beim Xbox-Wireless-Controller tellerförmig. Ich bin kein Fan von solchen, da sie oft unpräziser sind, weil nicht jede Richtung klar definiert ist.
Zu meiner Überraschung war das D-Pad dennoch präzise und es war für mich kein Problem, die komplexesten Combos in Tekken 8 auszuführen oder Madeline durch Celeste flitzen zu lassen.
Die ABXY-Tasten fühlen sich genauso an, wie ich es vom Xbox-Wireless-Controller gewohnt bin. Ich finde es nur schade, dass sie nicht eingefärbt sind. Das würde die Bedienung für einige noch ein kleines Stück erleichtern.
Solltet ihr genauso wie ich gern Spiele spielen, die mit dem D-Pad gesteuert werden, wie etwa Fighting Games und 2D-Plattformer, dann werdet ihr mit der Asus ROG Xbox Ally X keinesfalls unglücklich werden.
Mein Favorit für solche Spiele bleibt aber die Zotac Zone mit ihrem D-Pad mit integrierten Mikroschaltern.
Leider besitzt die Asus ROG Xbox Ally X keine Trackpads wie etwa das Steam Deck oder die Zotac Zone. Das heißt, mausgesteuerte Spiele, wie etwa die Civilization-Reihe oder Point-and-Click-Adventures, müssen mit dem Analog-Stick per Mausemulation gespielt werden.
Das ist etwas umständlich und echte (haptische) Trackpads wären mir lieber gewesen. Mausgesteuerte Spiele sind zwar spielbar, aber Spaß machen sie so weniger.
Bildschirm: Kein Wow, aber ein Aha!
Beim Bildschirm der Asus ROG Xbox Ally X gibt es keine Überraschung, aber das ist auch nicht weiter schlimm.
Asus scheint das Panel von der Vorgängerin übernommen zu haben. Das heißt konkret:
- Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel)
- 7-Zoll-Diagonale
- IPS-LCD-Touchscreen-Panel
- 120 Hz Bildschirmwiederholrate mit VRR
- 500 Nits maximale Helligkeit
Optisch wird euch dieser Bildschirm nicht vom Hocker hauen. Inhalte sehen scharf aus und die maximale Helligkeit reicht aus, um bei Tageslicht draußen zu spielen, solange die Sonne nicht direkt darauf scheint.
Besonders erfreulich ist das VRR-Feature (variable Bildschirmwiederholrate), was bei Handhelds noch keine Selbstverständlichkeit ist. Der Bildschirm der Asus ROG Xbox Ally X synchronisiert seine Wiederholrate mit der von euren Spielen. Das verhindert »Tearing« (Bildschirm-Zerreißen) und sorgt für eine flüssigere Darstellung.
Bei der Konkurrenz gibt es jedoch deutlich bessere und größere Bildschirme. Für weniger Geld gibt es außerdem noch die Zotac Zone und das Steam Deck OLED, falls ihr euch einen OLED-Bildschirm wünscht.
Für etwa 200 Euro mehr bekommt ihr den Lenovo Legion Go 2, der meiner Einschätzung nach den besten Bildschirm von allen Handhelds besitzt.

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