Auch in den USA sind Funklöcher kein seltenes Phänomen – trotz aller Fortschritte bei der 5G-Abdeckung. Jetzt unternehmen ausgerechnet die drei größten Mobilfunkanbieter des Landes einen gemeinsamen Anlauf, das zu ändern: AT&T, T-Mobile und Verizon haben laut einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 14. Mai 2026 eine grundsätzliche Einigung erzielt, ein neues Joint Venture zu gründen.
- Im Mittelpunkt steht dabei »Direct-to-Device« (kurz: D2D). Dabei handelt es sich um eine Technologie, die Smartphones direkt per Satellit mit dem Netz verbindet, ohne dass ein klassischer Mobilfunkmast in der Nähe sein muss.
- Das erklärte Ziel: Funklöcher in den USA »nahezu zu eliminieren« und insbesondere ländliche sowie bislang unterversorgte Regionen erstmals zuverlässig erreichbar zu machen.
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D2D: Satellitensignal direkt aufs Handy
Laut der Pressemitteilung soll die Partnerschaft die bislang getrennt lizenzierten Frequenzkapazitäten der drei Anbieter zusammenführen und darauf aufbauend eine zentrale Infrastruktur errichten, über die Satellitenbetreiber künftig deutlich größere Nutzergruppen ansprechen können.
Für eine reibungslosere Nutzererfahrung sollen einheitliche technische Standards gesetzt werden – mit dem Ziel, D2D-Dienste geräteübergreifend von der Betriebssystemebene bis zur Hardware zum Laufen zu bringen.
Dabei betonen die beteiligten Unternehmen ausdrücklich, dass das Joint Venture ihre jeweiligen Einzelkooperationen mit Satellitenbetreibern nicht ersetzt, sondern ergänzt: Jeder Carrier kann seine bestehenden Partnerschaften unabhängig weiterführen.
- Als konkreten Nutzen nennen die Unternehmen unter anderem die Möglichkeit, Kunden auch dann erreichbar zu halten, wenn Extremwetterereignisse oder andere Katastrophen die terrestrische Mobilfunkinfrastruktur außer Gefecht setzen.
- Hinzu kommt den zitierten CEOs in der Ankündigung zufolge der Anspruch, mit dem Vorhaben auch die globale Führungsposition der USA in der Mobilfunktechnik weiter auszubauen.
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Noch kein Zeitplan, viele offene Fragen
So ambitioniert das Vorhaben klingt, so vorsichtig sollte man die Ankündigung einordnen. Bislang handelt es sich lediglich um eine grundsätzliche Einigung – konkrete Verträge wurden noch nicht geschlossen, ein Zeitplan für den Start des Joint Ventures ist bisher nicht kommuniziert.
Das Vorhaben steht zudem unter dem Vorbehalt regulatorischer Prüfungen, was angesichts der Marktmacht der drei Beteiligten durchaus ein relevanter Faktor sein dürfte. Ob Kartellbehörden ein solches Bündnis unter den Branchenriesen ohne Auflagen durchwinken, bleibt abzuwarten.
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