»Ich bin fertig mit Ayaneo«: So beginnt der Titel eines Videos, das vor 11 Tagen eine regelrechte Lawine in der Handheld-Community losgetreten hat.
Das Video stammt vom bekannten Handheld-YouTuber Zu Fariz des Kanals »Retro Handhelds«. In diesem kritisiert er unter anderem die Nutzung von Crowdfunding-Plattformen als eine Art Vorbesteller-Shop, obwohl das Unternehmen längst etabliert ist und einen eigenen Webshop betreibt. Das ist aber längst nicht alles.
Zu Fariz’ Erfahrungen stießen auf breite Resonanz in der Community. In den Tagen danach schlossen sich immer mehr Creator der Kritik an und kündigten an, Ayaneo künftig zu boykottieren.
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Kritik an Ayaneo: Um welche Probleme geht es?
Zu Fariz kritisiert, dass Ayaneo seit Jahren immer neue Geräte ankündigt und über Crowdfunding finanziert, während frühere Projekte noch nicht oder nur teilweise ausgeliefert wurden.
Unterstützer würden so faktisch zu Vorbestellern gemacht, allerdings ohne die Sicherheiten, die ein klassischer Online-Shop bietet.
Besonders problematisch: Einige Handhelds seien bei Drittanbietern (etwa Aliexpress und Best Buy) bereits regulär kaufbar gewesen, während Unterstützer der entsprechenden Indiegogo-Kampagnen noch immer auf ihre Geräte warteten.
Hinzu kommt die enorme Anzahl an Produktankündigungen. Allein im vergangenen Jahr hat Ayaneo fast 20 neue Geräte oder Varianten angekündigt. Viele dieser Produkte befinden sich jedoch weiterhin in frühen Entwicklungsphasen oder sind mit monatelangen Verzögerungen konfrontiert.
In der Community entsteht dadurch der Eindruck, dass Ayaneo ständig neue Projekte startet, statt sich zuerst um die zuverlässige Auslieferung bereits finanzierter Geräte zu kümmern.
Kritik gibt es auch an der Kommunikation. Verzögerungen würden oft mit Lieferproblemen oder externen Faktoren begründet, während eigene Planungsfehler kaum eingeräumt würden.
Genau dieser Punkt sorgte zuletzt für zusätzlichen Unmut: In einer Stellungnahme erklärte Ayaneo, dass verspätete Auslieferungen unter anderem durch Scalper und begrenzte Händlerkontingente verursacht worden seien. Für viele Unterstützer wirkte das wie eine Schuldzuweisung an Dritte, statt ein klares Eingeständnis eigener Verantwortung.
All diese Punkte führten dazu, dass sich immer mehr Creator offen gegen Ayaneo positionieren. Neben Zu Fariz riefen auch weitere Stimmen aus der Szene zum Boykott auf oder kündigten an, künftig keine Geräte des Herstellers mehr zu testen.
Der Druck aus der Community wuchs, bis sich Ayaneos CEO schließlich mit einem langen Beitrag auf Reddit zu Wort meldete und einräumte, man habe »diejenigen enttäuscht, die uns unterstützt haben«.
Ayaneo gelobt für 2026 Besserung
Nach massiver Kritik aus der Community hat sich Ayaneo-CEO Arthur Zhang öffentlich entschuldigt und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vorgestellt. Im Kern geht es um fünf zentrale Problemfelder:
1. Kundensupport soll deutlich schneller werden
Ayaneo räumt ein, dass Support-Anfragen teils wochenlang unbeantwortet blieben. Der aktuelle Rückstau soll innerhalb von 7 bis 10 Werktagen abgearbeitet werden, danach verspricht das Unternehmen wieder Antwortzeiten von 24 bis 48 Stunden. Zusätzlich gibt es eine neue und dedizierte E-Mail-Adresse ([email protected]) für alte, nie gelöste Supportfälle aus der Zeit vor 2025.
2. After-Sales-Service mit klaren Regeln
Künftig gilt für Geräte:
- Defekt innerhalb von 7 Tagen: Anspruch auf schnellen Austausch (7 bis 10 Tage)
- Reparaturen über 3 Monate: Neues Ersatzgerät oder Upgrade-Angebot
- Garantieverlängerung, wenn Reparaturen lange dauern
Langfristig will Ayaneo außerdem regionale Lager im Ausland aufbauen, um Reparaturen und Austausch zu beschleunigen. Das soll frühestens ab März / April 2026 in Gang gesetzt werden.
3. Bessere Prozesse und Qualitätskontrolle
Ayaneo reagiert auf Berichte über falsche Austauschgeräte und Qualitätsprobleme und verspricht drei Maßnahmen:
- Mehrstufige Kontrollprozesse vor dem Versand
- Strengere Qualitätsprüfungen bei Boards, Akkus und Displays
- Analyse häufiger Defekte, um Probleme künftig schon in der Produktion zu vermeiden
4. Crowdfunding und Versand: mehr Transparenz und weniger Frust
Ein zentraler Kritikpunkt der Community: Geräte waren teils im Handel erhältlich, bevor Unterstützer ihre Crowdfunding-Bestellungen bekamen. Ayaneo verspricht deswegen jetzt:
- Weniger Crowdfunding, mehr reguläre Vorbestellungen oder Lagerware
- Striktere Lieferpläne bei Indiegogo & Co.
- Restbestände gehen zuerst an wartende Backer, nicht an Händler
- Testweise globale, zeitgleiche Releases, statt China-First-Strategie
5. Konkretes Signal: neues Projekt wird pausiert
Als Vertrauensbeweis stoppt Ayaneo vorerst die Crowdfunding-Kampagne zum Pocket Play – der Smartphone-Handheld-Hybrid mit eingebauten Controller. Neue Projekte sollen erst starten, wenn bestehende Lieferprobleme gelöst sind.
Zudem will sich CEO Arthur Zhang künftig persönlich stärker in Reddit, Discord und Q&A-Formaten einbringen.

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