Ein Hersteller macht das Smartphone, das ich mir seit Jahren gewünscht habe: Die ultimative Mischung aus Handy und Handheld

Kolumne: Ayaneo hat ein Handy vorgestellt, das endlich das richtig macht, was andere Gaming-Smartphone-Hersteller falsch machen.

Der Ayaneo Pocket Play löst in mir sofort Nostalgie aus. (Bildquelle: Ayaneo, Thomas - stock.adobe.com) Der Ayaneo Pocket Play löst in mir sofort Nostalgie aus. (Bildquelle: Ayaneo, Thomas - stock.adobe.com)

Ayaneo hat vor einigen Wochen ihr erstes Smartphone mit einem Teaser angekündigt, der lediglich die nicht vielsagende Rückseite zeigt.

Ich habe zu den Features eine kleine Wunschliste geschrieben und einer der Wünsche – den, den ich für am unwahrscheinlichsten hielt – wurde tatsächlich erfüllt! 

Das Unternehmen hat erste Details und das Design dazu veröffentlicht, und ich habe mich sofort in das Slider-Design verliebt. Endlich macht ein Hersteller den Handheld-Handy-Hybrid, den ich mir seit Jahren wünsche – und ein wenig Nostalgie löste es auch aus.

Duy Linh Dinh
Duy Linh Dinh

Schon als Kind hatte Technik und Videospiele eine besondere Anziehungskraft auf Linh. Seine erste Konsole war die NES, das Nintendo Entertainment System. Er erinnert sich noch gut daran, wie er in die Mario-Kasette gepustet hat, damit das Spiel ordentlich startet. Sein erster PC war ein Rechner mit Windows 95, auf dem er Moorhuhn gespielt hat. Diese Leidenschaft trägt er bis heute und so kam er bei Gamestar Tech an. Wenn Linh gerade nicht mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich seinen anderen Leidenschaften: Breakdance, Tricking, Fotografie und Fighting Games.

Was ist der Ayaneo Pocket Play?

Video starten 2:05 Ayaneo Pocket Play: Dieses Handy bringt das Design der PSP Go! zurück

Im Kern ist der Ayaneo Pocket Play ein Android-Smartphone, aber er hat einen interessanten Trick auf Lager. Das Display lässt sich nach oben wegschieben, um einen eingebauten Controller zu enthüllen. 

Die technischen Daten und der Preis sind noch nicht bekannt, aber über die angekündigte Crowdfunding-Kampagne erfahren wir schon einige Details:

  • In geschlossenem Zustand besitzt das Smartphone ein minimalistisches Design mit Metallrahmen, das auf den ersten Blick einen hochwertigen Eindruck vermittelt.
  • Im Gegensatz zu den meisten Smartphones, ist es aufgrund des integrierten Controllers etwas dicker – aber meiner Einschätzung nach noch portabel.
  • Auf der linken Seite des Controllers befindet sich ein D-Pad und die Tasten Select und Start. Die Funktion der roten Taste neben dem D-Pad ist noch unklar – vielleicht eine Screenshot-Taste?
  • Rechts finden wir die ABXY-Tasten im Xbox-Layout, die Ayaspace-Taste und zwei weitere, die für andere Menüs zuständig sein könnten.
  • Anstelle von physischen Analog-Sticks kommen zwei runde Trackpads zum Einsatz. Ein interessanter Ansatz, der mich an den Steam-Controller erinnert.
  • Die Schultertasten sind horizontal angeordnet und erinnern mich an die des Nintendo 3DS.

Das Handy wird in einer schwarzen und einer silbernen Variante verfügbar sein. Weitere Informationen und der Start auf Kickstarter-Kampagne sollen noch folgen.

Warum dieses Handy endlich das richtig macht, was andere falsch machen

Endlich ein Gaming-Handy mit einem integrierten Controller. (Bildquelle: Ayaneo) Endlich ein Gaming-Handy mit einem integrierten Controller. (Bildquelle: Ayaneo)

Gaming-Handys von Redmagic und Asus haben alle ein Problem: sie benötigen zum Spielen von Konsolen- und PC-Spielen weitere Accessoires, allen voran einen mobilen Controller.

Die beiden Hersteller haben ihre Handys zwar mit haptischen Trigger-Tasten ausgestattet, aber der Großteil der Steuerung erfolgt dennoch über den Touchscreen.

Natürlich sollten Gaming-Handys mit genügend Leistung kommen, damit man auf ihnen nicht nur native Mobile-Spiele spielen kann, sondern auch PC- und Konsolenspiele, etwa native Ports oder per Kompatibilitätsschicht. Das machen Asus und Redmagic schon richtig.

Aber noch viel wichtiger ist die Steuerung. Touchscreen-Steuerung ist für viele Spiele einfach umständlich, ungeeignet und nervig. 

Jetzt erscheint ein Handy, das ich wirklich als eine Mischung aus Smartphone und Handheld bezeichnen kann. Bevor wir aber zu nostalgisch werden, lohnt ein Blick darauf, warum dieses Konzept heute viel mehr Chancen hat als früher.

Ein Hauch von Nostalgie

Der Ayaneo Pocket Play tritt in die Fußstapfen von einem Handy und einem Handheld – beide von Sony.

Das Sony Xperia Play hat nicht nur einen ähnlichen Namen, sondern ein Design, das wohl offensichtlich als Design-Vorlage für den Ayaneo Pocket Play diente.

Nicht nur setzte Sony damals auch auf das Slider-Design, sogar die kapazitiven Analog-Sticks ähneln sich.

Das Sony Xperia Play sieht dem neuen Ayaneo Pocket Play sehr ähnlich. (Bildquelle: Sony) Das Sony Xperia Play sieht dem neuen Ayaneo Pocket Play sehr ähnlich. (Bildquelle: Sony)

Das Handy kam 2011 auf dem Markt und war meiner Meinung nach einfach 14 Jahre zu früh dran. Heute ist das Android-Betriebssystem deutlich besser für Gaming ausgelegt.

Es gibt native Spiele, Emulation und die Möglichkeit PC- und Konsolenspiele über lokales Streaming oder über die Cloud zu spielen.

Die Nostalgie hat mich aber so richtig erst gepackt, weil mich der Ayaneo Pocket Play an die PSP Go erinnert.

Dieser Handheld war auch zu früh dran! Wusstet ihr, dass man mit einer Docking-Station sogar am Fernseher damit spielen konnte? Fast acht Jahre bevor Nintendo dieses Feature mit der Nintendo Switch massentauglich gemacht hat. Außerdem war sie eine der ersten vollständig digitalen Konsolen. 

Ich besaß selbst zwei PSP Gos und erinnere mich sehr gerne an den kleinen Handheld. Er passte problemlos in die Hosentasche und ich habe damit Breath of Fire III unterwegs gespielt. 

Achja, ich habe zwei davon besessen, weil meine kleine Schwester damals meine erste mit einem Edding bemalte und um sich bei mir zu entschuldigen, die PSP Go unterm Wasserhahn »gewaschen« hat.

Heute erinnere ich mich gerne an diese kleinen Missgeschicke und Geschichten, die Technik mit sich bringen kann. 

Es gibt noch viele offene Fragen

Bis auf das Design ist noch gar nichts über den Ayaneo Pocket Play bekannt. Wie in meiner anfangs erwähnten Wunschliste, hoffe ich weiterhin darauf, dass es sich hierbei um kein High-End-Gerät handelt.

Für das Spielen von Retro-Titeln oder Streamen von PC- und Konsolenspielen ist es nicht notwendig, die schnellste und teuerste Hardware zu verbauen – Mittelklasse reicht dicke!

Außerdem sollte das Handy hoffentlich einige Jahre Updates erhalten, damit man es auch für einen längeren Zeitraum sicher als Alltagsgerät verwenden kann. Das Gute: nach dem Ende der Updates bleibt ein Android-Handheld für Offline-Spiele erhalten. 

Vielleicht ist der Ayaneo Pocket Play wieder so ein Gerät, das seiner Zeit voraus ist. Vielleicht ist es aber auch eines, das genau jetzt richtig ist. Ich hoffe auf Letzteres.

Eins ist sicher: Dieses Handy werde ich ganz besonders gespannt verfolgen.

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