BeReal ist der neue Star am App-Himmel: So funktioniert die Foto-App ohne Influencer

BeReal heißt der Gewinner der Stunde in den App-Stores. Dabei ist die Foto-App ganz anders als andere soziale Medien. Wir erklären euch, wie das »Anti-Instagram« funktioniert.

Eine Push-Benachrichtigung sagt euch bei BeReal, wann ihr posten sollt. Eine Push-Benachrichtigung sagt euch bei BeReal, wann ihr posten sollt.

Apps, auf denen ihr Bilder mit euren Freunden und Followern teilen könnt, gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Sie alle bieten ein leicht abgeändertes Feature-Set, machen am Ende aber mehr gleich als unterschiedlich.

Der aktuelle Star der Stunde ist die französische Foto-App BeReal. Die App findet sich im Google Play Store wie auch im Apple App Store und will vieles radikal anders machen als der Platzhirsch Instagram. Was sich hinter BeReal verbirgt und warum ein US-amerikanischer Tech-CEO die App sogar als Anti-Instagram bezeichnet, erklären wir euch jetzt.

Wie funktioniert BeReal

Wie bei anderen Foto-Apps auch teilt ihr bei BeReal eure Kamera-Aufnahmen mit der Welt. Während die Konkurrenz jedoch den Fokus auf kuratierte Hochglanzinhalte legt, die mit so vielen Followern wie möglich geteilt werden sollen, schlägt BeReal einen anderen Weg ein.

Einmal am Tag erhaltet ihr von BeReal eine Push-Benachrichtigung, die euch darüber informiert, dass es jetzt Zeit ist, neue Inhalte zu posten. Dann habt ihr zwei Minuten Zeit, einen Schnappschuss in eurem Alltag zu machen. Die Zeit, zu der ihr die Benachrichtigung erhaltet, variiert dabei von Tag zu Tag.

Dabei schießt die App in schneller Abfolge ein Bild mit eurer Frontal- und ein Bild mit eurer Hauptkamera. Die beiden Schnappschüsse werden dann in einem Beitrag zusammengefügt.

Möglichkeiten, die Bilder dann noch zu bearbeiten oder mit Filtern zu versehen, gibt es nicht. Nicht umsonst heißt die App BeReal.

Nachdem die Push-Benachrichtigung erscheint, habt ihr zwei Minuten Zeit, um zu posten. Seid ihr wie wir zu langsam, wird das im Beitrag gekennzeichnet. Nachdem die Push-Benachrichtigung erscheint, habt ihr zwei Minuten Zeit, um zu posten. Seid ihr wie wir zu langsam, wird das im Beitrag gekennzeichnet.

Nachdem ihr euer Foto hochgeladen und mit euren Freunden geteilt habt, könnt ihr auch deren Beiträge sehen. Wer kein Bild postet, kann auch nicht sehen, was andere teilen. Zusätzlich habt ihr die Möglichkeit, die Discover-Funktion zu nutzen und eure Bilder mit allen Nutzern zu teilen.

Auf die Beiträge eurer Freunde könnt ihr dann mit RealMojis reagieren. Dabei handelt es sich um ein Selfie, in dem ihr vorzugsweise emotionsstark zeigt, was ihr von einem geteilten Beitrag haltet. Statt der üblichen Smileys wird also euer Gesicht zum Emoji. Wer dafür zu schüchtern ist, greift auf die klassische Kommentarfunktion zurück.

Benötigt ihr länger als zwei Minuten nach Erscheinen der Push-Benachrichtigung, um ein Bild hochzuladen, könnt ihr euren Schnappschuss trotzdem teilen. Allerdings macht die App dann auf den ersten Blick klar, dass ihr euer Bild zu spät hochgeladen habt. Ein absichtliches Abwarten, bis im eigenen Leben etwas Spannenderes passiert, soll so verhindert werden.

Mit jedem neuen Push verschwinden dann auch die Bilder des Vortages. Die geposteten Inhalte sind also nicht für immer. Lediglich eure eigenen Beiträge könnt ihr in eurem Profil auch im Nachhinein noch einmal ansehen.

Übrigens: Fünf Apps, die unser Smartphone-Experte Patrick auf seinem Android-Gerät auf keinen Fall missen möchte, hat er euch in seiner Übersicht zusammengestellt.

Was unterscheidet BeReal von anderen Foto-Apps

Nimmt man Instagram als großen Gegenpol von BeReal, so zeichnet sich die Interaktion dort durch wohlkuratierte Glamour-Posts aus, in denen sich jeder von seiner Schokoladenseite zeigt. Influencer, Marken und mehr oder weniger enge Bekannte posten hier die Highlights ihres Lebens beziehungsweise Portfolios. Und wir sollen so lange wie möglich durch den endlosen Feed neuer Beiträge scrollen, die sich jeweils gegenseitig zu übertrumpfen versuchen.

BeReal will all dem den Kampf ansagen. Die Beiträge sollen spontan und unbearbeitet sein und die Nutzer auch mal in einer weniger schmeichelhaften Pose zeigen. Viele Bilder zeigen User beim Fernsehen auf der Couch, beim Arbeiten oder beim Abendessen - die Timeline in BeReal ist erfrischend langweilig, aber authentisch.

Und statt Berühmtheiten und denen, die es werden wollen, zu folgen, verknüpfen wir uns bei BeReal vor allem mit tatsächlichen Kontakten, denen wir uns auch in schlabbriger Jogginghose und unfrisiert zeigen können. Dazu passt auch ein Tweet des Unternehmens, der dazu rät, nur enge Freunde und Familie in die BeReal-Freundesliste aufzunehmen.

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Eric Dahan, der CEO der Social-Media-Agentur Open Influence, fasst den Reiz an BeReal gegenüber Fox News Digital passend zusammen:

Die Interaktionen sind limitiert. Die Funktionsweise soll die Authentizität der Nutzer erzwingen und ihnen nicht die Möglichkeit geben, übermäßig kuratierte Inhalte zu erstellen. […] Zu posten, was man gerade macht, ist eine ziemlich einfache Aufgabe, der man folgen kann. [...] Es ist ziemlich gut verpackt und macht es den Leuten leicht. Wenn man sich die sozialen Medien anschaut, geben die Leute ihr Bestes, ihre Inhalte übermäßig zu kuratieren oder zu bearbeiten. Aber Menschen wollen das gar nicht. Sie wollen sich verbunden fühlen.

BeReal: Nur ein Trend oder gekommen, um zu bleiben?

Laut Dahan hat BeReal eine hohe Chance, sich als Foto-App langfristig für Erfolg zu positionieren. Die einzigartige Funktionsweise erlaub es der App, sich von der Konkurrenz abzuheben und so eine Nische im Marktsegment zu besetzen.

Aber die Konkurrenz schläft nicht. TikTok hat bereits einen eigenen BeReal-Klon mit dem Namen TikTok Now herausgebracht und auch in Instagram gibt es mit Candid und Dual bereits Nachahmer der einzigartigen Features von BeReal.

Ob die französische App sich langfristig gegen die beiden Social-Riesen durchsetzen kann oder durch Now, Candid und Dual demnächst an Fahrtwind verliert, wird sich also noch zeigen müssen.

Euch hat unsere Vorstellung von BeReal so sehr überzeugt, dass ihr Instagram direkt abschwört und euer Profil deaktivieren möchtet? Dann schaut euch doch unseren Ratgeber für genau diesen Fall an.

Instagram Konto löschen: So deaktiviert ihr euer Profil für immer

Findet ihr News, Guides und mehr zu Apps wie BeReal interessant? Sollen wir in Zukunft mehr über Trendthemen wie die Foto-Plattform aus Frankreich berichten? Und nutzt ihr selbst aktiv in eurem Freundeskreis BeReal? Wir freuen uns auf eure Meinung in den Kommentaren!

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