Als es noch überall Videotheken gab und kaum Internetzugänge, sagte Microsoft Netflix und das Shoppen auf Knopfdruck voraus, aber mit einem Fehler

In einem Bericht der BBC von 1993 kommen Bill Gates und einige seiner Angestellten zu Wort. Dabei treffen sie eindrucksvoll genaue Vorhersagen für die Zukunft.

Bill Gates hat schon oft treffende Vorhersagen über die technologische Zukunft getroffen. Für einige seiner Mitarbeiter gilt das aber gleichermaßen. (Bild: gatesnotes.com, Wikipedia) Bill Gates hat schon oft treffende Vorhersagen über die technologische Zukunft getroffen. Für einige seiner Mitarbeiter gilt das aber gleichermaßen. (Bild: gatesnotes.com, Wikipedia)

Reisen wir 32 Jahre in die Vergangenheit, war vieles anders. Computer in Privathaushalten wurden gerade erst langsam beliebter, Video on Demand hieß, in eine Videothek zu gehen und kaum jemand hatte einen Internetzugang.

Dennoch ahnte man bei Microsoft schon, wohin die Reise einmal gehen würde, wenn auch mit einem Fokus auf das aus heutiger Sicht falsche Pferd: TV-Sender und den Fernseher.

Dennoch erweisen sich die Vorhersagen aus einem Beitrag der BBC von damals als bemerkenswert genau. Das zeigen schon diese Aussagen von Bill Gates:

  • Verbreitung von Computern: Das Zuhause zu erobern wird eine größere Herausforderungen [als Unternehmen, Anmerkung der Redaktion]. Aber wenn man 15 Jahre oder höchstens 20 Jahre in die Zukunft blickt, habe ich keine Zweifel daran, dass die Vision eines Computers in jedem Haushalt erreicht wird.
  • Leistung von Computern: Sie sind ab einem bestimmten Punkt mit Sicherheit in der Lage dazu, so schlau zu sein wie Menschen, in gewisser Hinsicht.

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Das vollständige Interview findet ihr unter diesem Link bei YouTube.


Gates sollte recht größtenteils behalten

Bereits 2022 besaßen laut Statistischem Bundesamt 92 Prozent aller deutschen Haushalte mindestens einen Personalcomputer.

Die Frage, ob Computer heute so intelligent wie Menschen sein können, bleibt diskutabel.

Klar ist jedoch, dass KI-Tools wie ChatGPT, Gemini und Perplexity in den letzten Jahren enorme Fortschritte in diese Richtung gemacht haben.

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Mehr eindrucksvoll treffende Vorhersagen

Nicht nur Gates trifft in dem BBC-Beitrag bemerkenswerte Vorhersagen für die Zukunft, sondern auch seine Mitarbeiter.

  • Video on Demand: Lange vor Netflix & Co. beschrieb ein Mitarbeiter eine Lösung für das wachsende Video-Angebot, auch wenn sich seine Aussage auf die Entwicklung von TV-Sendern bezogen hat:

Bis man sich durch 500 Sender gezappt hat, ist es Zeit, schlafen zu gehen. Die Lösung ist ein interaktiver Online-Programmführer, der Computertechnologie nutzt, um die Sender zu organisieren, sie Ihnen nach Themen anzuzeigen, sogar lernt, welche Inhalte Sie gerne sehen, und sie Ihnen dann online direkt auf dem Fernseher präsentiert. Das Gerät kann lernen, was Sie gerne sehen, da es die Sendungen aufzeichnen kann, die Sie tatsächlich anschauen, oder zumindest deren wichtigste Details speichern kann.

  • Shoppen auf Knopfdruck: Eine Mitarbeiterin von Gates bringt außerdem die Vor- und Nachteile davon zur Sprache, Dinge mit einem Wimpernschlag kaufen zu können, wie wir es längst vom Online-Shopping am PC und am Handy gewohnt sind. Sie ging aber davon aus, das dass bereits Ende des Jahrtausends mit der Fernbedienung vom TV passieren würde:

Ich halte es einfach für sehr wichtig, dass die Leute verstehen, dass jede Medaille zwei Seiten hat. Dass, wenn Sie in 5 Jahren die Bequemlichkeit genießen, vor Ihrem interaktiven Fernseher zu sitzen und etwas per Knopfdruck auf der Fernbedienung bestellen zu können, dies bedeutet, dass Informationen über Sie durch ein Netzwerk gesendet werden. Das heißt, dass jeder am anderen Ende dieses Netzwerks weiß, was Sie gerade schauen, Ihre Kreditkartennummer erhalten kann und eine Menge Dinge über Sie erfahren kann, von denen Sie vielleicht nicht möchten, dass andere sie wissen.

  • Teams & Co.: Auch das, was Microsoft Teams & Co. heute ermöglichen, ist gewissermaßen schon Teil des BBC-Beitrags. So heißt es dort: Jeder im gesamten Unternehmen ist weltweit über E-Mail verbunden, wodurch ein elektronisches Dorf entsteht.

Interessant formuliertes Lob für Gates gibt es auch, wie das folgende Zitat abschließend deutlich macht:

Bandbreite ist bei einem Computer die Datenmenge, die von einem Teil zum anderen übertragen werden kann. Aber bei Microsoft sprechen die Leute davon im Zusammenhang mit der Menge an Informationen, die eine bestimmte Person verarbeiten kann, und Bill Gates hat die größte Bandbreite von allen Menschen, die ich je getroffen habe.

Das rasante Wachstum von Microsoft zeigte sich indes schon 1993: Das Unternehmen stellte damals teilweise 50 bis 100 Mitarbeiter pro Woche ein und allein in Seattle waren über 10.000 Menschen für Microsoft tätig.

Heute beschäftigt Microsoft weltweit über 200.000 Mitarbeiter, davon etwa 3.000 in Deutschland, hauptsächlich in der Zentrale in München.

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