14 Jahre unangetastet, jetzt ein Krypto-Krimi: Bitcoins im Wert von 8 Milliarden US-Dollar an einem einzigen Tag verschoben - und niemand weiß, von wem

Ein mysteriöser Bitcoin-Vorgang hält die Krypto-Szene in Atem: Nach 14 Jahren Ruhe sind 80.000 BTC im Wert von 8,6 Milliarden US-Dollar auf einen Schlag in Bewegung. Kryptische Blockchain-Nachrichten und Lost-Referenzen stiften zusätzliche Verwirrung.

Ein beispielloser Bitcoin-Transfer entwickelt sich zu einem waschechten Krimi. (Bildquelle: Adobe Stocknaka) Ein beispielloser Bitcoin-Transfer entwickelt sich zu einem waschechten Krimi. (Bildquelle: Adobe Stock/naka)

In der Kryptowelt werden Großbesitzer als »Wale« bezeichnet – eine Metapher, die ihre Größe verdeutlichen soll, mit einzelnen Transaktionen ganze Märkte zu bewegen. Ein Bitcoin-Wal besitzt typischerweise mehr als 1.000 BTC, was bei aktuellen Preisen über 100 Millionen Dollar entspricht.

Die Kategorisierung reicht von kleinen »Shrimps« mit weniger als einem Bitcoin bis hin zu »Buckelwalen« mit über 5.000 BTC. Diese Großbesitzer kontrollieren einen erheblichen Anteil des gesamten Bitcoin-Angebots und können durch ihre Handlungen Preisbewegungen und Marktsentiment maßgeblich beeinflussen.

Der historische Transfer: Von Cent-Beträgen zu Milliarden

Am 4. Juli 2025 erwachte eine solche Entität aus dem digitalen Tiefschlaf, die seit April und Mai 2011 inaktiv war. Acht separate Wallets transferierten jeweils exakt 10.000 Bitcoin zu neuen Adressen – insgesamt 80.000 BTC im Wert von 8,6 Milliarden Dollar.

  • Die ursprünglichen Erwerbskosten dieser Bitcoin-Bestände waren geradezu lächerlich gering: Zwei Wallets erhielten ihre Coins im April 2011 für nur 78 Cent pro Bitcoin, die restlichen sechs im Mai 2011 für 3,37 Dollar pro BTC.
  • Der Gesamtwert lag damals bei etwa 200.000 Dollar – heute entspricht dies einer Wertsteigerung von über 13 Millionen Prozent.

Die transferierten Bitcoins stammen also aus der sogenannten »Satoshi-Ära« (2009–2011), als der mysteriöse Bitcoin-Erfinder noch aktiv war.

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Dass diese frühen Bestände nun bewegt werden, hat unweigerlich Spekulationen über Satoshi Nakamoto selbst befeuert. Allerdings bleiben dessen geschätzte 1,1 Millionen Bitcoin größtenteils unberührt, was gegen eine direkte Verbindung spricht.

Die Blockchain-Analysefirma Arkham Intelligence bestätigte, dass alle Transfers von einer einzigen Entität stammen und zu modernen SegWit-Adressen (bc1q-Format) geleitet wurden. Diese Adressart verspricht verbesserte Sicherheit, niedrigere Transaktionsgebühren und bessere Effizienz gegenüber den ursprünglichen Legacy-Formaten.

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Trotz der enormen Transfersumme blieb der Bitcoin-Markt vergleichsweise stabil (via TradingView). Der Preis fiel zunächst um 1,3 Prozent von etwa 109.000 auf 107.600 Dollar, zeigt jedoch Anzeichen schneller Erholung.

Spekulationen über die Identität führen zum Krypto-Krimi

Die Identität des mysteriösen Wals bleibt ungeklärt. Verschiedene Theorien kursieren in der Krypto-Community: Einige vermuteten Roger Ver, den ehemaligen und im Mai 2024 verhafteten »Bitcoin Jesus«, hinter den Transfers.

Coinbase-Direktor Conor Grogan äußerte sogar die Möglichkeit eines Hacks und warnte, dies könnte der größte Diebstahl der Menschheitsgeschichte sein.

Die Krypto-Forensiker von Cyphertux äußern einen ähnlichen Verdacht. Der Rekordtransfer habe nämlich vier seltsame Zeichen hinterlassen. Eine Textnachricht befand sich in der Blockchain selbst.

»Wir haben dieses Wallet und ihren Inhalt in Besitz genommen. Nicht zurückgelassen? Beweisen Sie es durch eine On-Chain-Transaktion mit dem privaten Schlüssel bis zum 30. September.«

Hinzu gesellte sich ein Link zur Webseite Salomon Bros, der ein Legitimationsmodell zur juristischen Geltendmachung von inaktiven digitalen Vermögenswerten enthält.

  • Frei nach der US-amerikanischen »Ersitzung« soll das im konkreten Fall bedeuten: Bitcoin-Besitzer, die 14 Jahre lang ihr Wallet ruhen lassen, verwirken ihr Besitzrecht, wenn eine dritte Person öffentlich Besitzansprüche erhebt und eine Frist zur Reaktion lässt.

Selbst die Lost-Zahlen spielen eine Rolle

Diese Reaktionsfrist fällt auf den 5. Oktober 2025 – genau zwanzig Jahre nach der ersten Ausstrahlung der Lost-Episode »Orientierung«, in der die berühmt-berüchtigte Zahlenfolge 4-8-15-16-23-42 zum ersten Mal eine Erklärung erhält.

Warum sprechen wir Lost und die Zahlen an? Diese finden sich ebenfalls explizit in den Blockchain-Nachrichten wieder; entweder handelt es sich um einen »verrückten Zufall« oder um Teil einer größeren Botschaft, wie Cyphertux vermutet. Abschließend gibt es zwei weitere vermeintliche Signale zu sehen:

  • Eine Transaktion wurde über genau 548 Satoshis gesendet. Diese Menge gilt als »Staubgrenze«, also dem historischen Mindestbetrag für eine validierte BTC-Transaktion.
  • In einer Zieladresse findet sich zudem der englische Kraftausdruck »f*ck«, der von Cyphertux als weiteres Signal eines »größer angelegten, beinahe künstlerischen Akts« interpretiert wird.

Wann des Rätsels Lösung auf uns zusteuert, ist noch vollkommen unklar – der 5. Oktober 2025 dürfte aber als wahrscheinlichster, weil spätester Termin für die Auflösung gelten.

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